Sommer-Wettbewerb

In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung NOVITATS gibt es eine Wettbewerbsfrage:

Warum heißen die Stockenten eigentlich so? Sicher nicht, weil sie einen stocksauren Eindruck machen.

Die Zeitung verlost 1 Buch „Vögel – Charakterköpfe“ von Tom Krausz, Elke Heidenreich und Urs Heinz Aerni

Ihre Antwort mit Postanschrift kann direkt an diese Adresse gemailt werden: novitats@somedia.ch

Viel Erfolg!

Heinz Aerni wird 90!

Morgen gibt’s was zu feiern. Mein Herr Papa wird Neunzig.

Dem früheren Architekten, Musiker, Gemeinderat von Fislisbach und Großrat im Kanton Aargau und dem heute fröhlichen Vater, Großvater und Ur-Großvater wünschen wir alle für den 7. August von Herzen einen wunderschönen Geburtstag!

Momentaufnahmen

Erschienen in der Zeitung REUSSBOTE

Reisen

Es gab Zeiten, da reiste ich viel. Ich korrigiere, ich reise auch jetzt gerne, aber anders. Warum reisen wir überhaupt? Um die Welt kennen und verstehen zu lernen? Um den Alltag mit Exotik zu übertünchen? Oder die Arbeitskollegin neidisch zu machen und beim Grill die Gastgeber zu beeindrucken? Aber eigentlich funktioniert das heute nicht mehr, alle können es sich leisten, durch die Welt zu jetten, und tun es auch. Umwelt hin oder her. 

Ja, sie gehören an einen prominenten Platz im Lebensalbum, die Tage in Namibia, Ägypten, Malediven, Malta, Madeira, USA etc. Ich weiss nicht, wie Sie es mit dem Reisen während und nach der Pandemie hatten. Als stolzer Generalabonnement-Besitzer (oder SwissPass) entdeckte ich die Vielfalt an Natur und Kultur der Schweiz aufs Neue. Beim Studieren des GA-Netzes stieß ich auf die famose Möglichkeit, ins Ausland zu reisen ohne Aufpreis. Also besuchten wir alle Nachbarländer mit dem GA, genossen andere Mentalitäten und neue Naturschönheiten. Es sind bezaubernde Orte mit klangvollen Namen: Thonon-les-Bains mit französischem Charme am Wasser. Porlezza mit Italianità in Architektur und Kulinarik. Feldkirch mit österreichischem Schmäh in schmucker Altstadt. Mals mit südtirolischem Weitblick ins Tal. Weil am Rhein zwischen Weinbergen und Curry-Wurst nach Berliner Vorbild. Die Liste wäre noch zu verlängern mit Tirano, Luino, Evian-les-Bains, Divonne-les-Bains, Delle, Schopfheim, Waldshut, Konstanz, Friedrichshafen, Lindau, Hohenems, Malbun, Landeck-Zams, Nauders, Livigno, Bormio, Chiavenna, Menaggio, Luino, Domodossola … Sind das nicht Namen von Sehnsuchtsorten? Alle GA-tauglich.

Falls Sie jedoch das GA oder den SwissPass nicht haben sollten, so bleiben Sie im Land und gehen in die Buchhandlung Ihres Vertrauens und kaufen dieses Buch: «Eine Weltreise durch die Schweiz» von Artur Kilian Vogel (Wörterseh Verlag), das mit grandiosen Bildern zeigt, dass auch hier die Welt stattfindet. Gute Reise. 

Urs Heinz Aerni

Alle Jahre wieder, zum Leidwesen der Vögel

Im ganzen Land wird zur Nationalfeier am 1. August Feuerwerke gezündet, auch immer mehr in privaten Gärten. Welche Auswirkungen hat das auf die Vögel? Fragen an die Leiterin der Vogelpflegestation Voliere Zürich, Elisabeth Schlumpf.

Urs Heinz Aerni: Frau Schlumpf jedes Jahr wird über die Auswirkungen der Feuerwerke auf die Natur und die Tiere diskutiert. Wie verhalten sich eigentlich die Vögel wenn es draußen knallt?

Elisabeth Schlumpf:  Sie erschrecken und fliegen in Panik davon. Bei den Wasservögeln kommt noch die Verschmutzung der Gewässer durch herumliegende Raketenreste und Russ dazu.

Aerni: Könnte es sein, dass die Vögel das Feuerwerk als ein Gewitter empfinden?

Schlumpf: Ein Wetterwechsel spüren die Vögel vorher schon, durch Wind, Bewölkungszunahmen oder näherkommendes Donnergrollen. Die Knallerei der Feuerwerke komme ohne Ankündigung und plötzlich. Zudem meistens in der Nacht und somit sind vor allem die ruhenden Tiere besonders betroffen.

Aerni: Werden mehr verletzte Vögel nach einer solchen Nacht, wie auch nach einer Silvesternacht zu Ihnen in die Pflegestation gebracht?

Schlumpf: Wir erhalten jeweils mehr Meldungen über tote Vögel, die mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Panik in Mauern und Scheiben geflogen sind.

Aerni: Gibt es Lärm, an den sich Vögel gewöhnen können?

Schlumpf: Die Lautstärke muss nicht immer ein Problem sein, denken wir an natürliche Lärmquellen, wie z.B. Wasserfälle, Bäche etc. und auch an regelmäßigen Lärm wie Straßen oder Eisenbahn können sich die Vögel recht gut gewöhnen, denken wir zum Beispiel an den Damm zwischen Rapperswil und Pfäffikon an Oberen Zürichsee, wo die Ko-Existenz zwischen Verkehr und Vogelschutzgebiet erstaunlich gut funktioniert. Das Problem ist das plötzliche Knallen und das dazugehörende Lichtgewitter, das die Tiere sehr verängstigt.

Aerni: Was würden Sie sich wünschen und was raten Sie Menschen, die Tiere besitzen wenn es dann wieder die Raketen gezündet werden?

Schlumpf: Am besten darauf verzichten. Auch wenn ein Feuerwerk Tradition und für uns Menschen sicher sehr schön ist, sollte man Traditionen nach dem heutigen Stand des Wissens überdenken. Alle Wildtiere, wie auch Haustiere würden es danken, in dem sie uns erhalten bleiben.

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Elisabeth Schlumpf ist Geschäftsführerin der Voliere am Mythenquai und die Vogelpflegestation, wo verletzte einheimische Vögel gepflegt und wieder ausgewildert werden. Die Voliere nimmt auch Vögel zur Ferienpension auf und unterhält exotische Vögel aus Zuchthaltungen, zum Teil Arten, die vor dem Aussterben bedroht sind. Die Voliere-Gesellschaft Zürich wird durch Spenden und Gönnerbeiträge finanziert. www.voliere.ch

Depesche mit diesen Themen:

Der ARD-Tatort beschäftigte sich mit dem Streit um den Kormoran am Bodensee, doch nicht der Vogel ist das Problem. Hier zu lesen.

„China würde mich rausschmeißen“ meint die SRF-Korrespondentin Karin Wenger im Interview, das hier per Mausklick zu lesen ist: Kurier

Nicht jeder Jungvobel braucht Hilfe. Die Vogelpflegestation Voliere Zürich teilt mit, dass Passanten zu viele und unnötig junge Vögel bringen. Was ist zu tun, wenn beim Spazieren ein junger aus dem Nest gefallener Jungvogel gesichtet wird? Hier geht es zum Beitrag.

Nächste Veranstaltungen:

Gespräch mit der Künstlerin und Autorin Nana Pernod zu ihrem neuen Buch im Atelier für Kunst und Philosophie in Zürich

Gespräch mit der SRF-Korrespondentin Karin Wenger über ihre Zeit in Asien in Thun

Im Juli startet das KulturNatur-Programm im Hotel Schweizerhof Lenzerheide (Graubünden)

Ausblicke:

Nahreisen in die Geschichte und Vogelwelt im Säuliamt (Kanton Zürich)

Literaturfestival Sprachsalz in Hall in Tirol

Literaturtage Zofingen mit Spanien als Gastland

Einen fröhlichen Sommer wünscht Ihnen: Urs Heinz Aerni

PS: Das Foto stammt aus Monza (Italien)

«Musik ist eine gute menschliche Investition»

Die Musiklegende Pepe Lienhard geht mit BigBand und sieben Sängerinnen und Sänger auf große Schweizer Tournee mit «Music was my firstl love». Im Interview zeigt sich dankbar, zuversichtlich obwohl ihn auch etwas wütend machen kann.

Urs Heinz Aerni: Sie gelten als eine lebende Legende der Schweizer Musikgeschichte. Ist das ein Kompliment?

Pepe Lienhard: Es ehrt mich natürlich schon, aber in der Regel gehören Legenden eher der Vergangenheit an und ich bin definitiv noch aktiv stecke voller Pläne und Tatendrang.

Aerni: Sie waren 37 Jahre Orchesterleiter von Udo Jürgens, spielten mit Stars zusammen wie Frank Sinatra, Whitney Housten oder Quincy Jones. Und auch heute stehen viele Konzerttermine an, auch in Orten wie Affoltern am Albis, Cham, Thun oder Luzern. Ganz unter uns: verspüren Sie auch mal Ermüdungserscheinungen?

Lienhard: Ehrlich gesagt stehe ich immer noch ausgesprochen gerne auf der Bühne und es ist für mich keine Belastung heute hier und morgen da zu spielen. Nach den Konzerten geht es nicht mehr auf die Gasse wir früher, das erlaubt das Alter natürlich nicht. Solange die Gesundheit mitmacht und die Leute unsere Musik hören will, mache ich mit Freude weiter.

Aerni: Sie erlebten als Musiker auch einen grossen Wandel in der Art, wie Musik konsumiert wird, von der Schallplatte bis zum digitalen Streamen. Verändert das auch unser Verhältnis zum bewussten Musikhören?

Lienhard: Ja, ich denke schon, dass sich das Musikhören wandelt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Musik auf digitalen Hörsystemen mit dem Daumen beliebig rauf und runter geschoben wird. Die jüngeren Generationen hören kaum mehr längere Musikstücke oder schauen zum Musikhören noch was anderes auf dem Handy an. Zu meinem 75. Geburtstag haben wir ein Streaming- Konzert aus dem Theater Rigiblick gemacht. Die Crew, die das Konzert technisch begleitet hat war völlig überrascht, wie viele Menschen das ganze Konzert, über eine Stunde, durchgehend geschaut haben.

Aerni: Ein Ausnahmeerlebnis also?

Lienhard: Ja, das erleben die sonst nicht so. Da wird rein und rausgezappt. Gleichzeitig gibt es ja doch auch wieder einen Trend hin zur Schallplatte, doch bleibt dies wohl eine Nische. CDs hört ja auch kaum noch wer – entsprechend haben wir unsere neue CD «Music was my first love» mit einem Download-Code versehen.

Aerni: Und, wie hören Sie?

Lienhard: Ich für mich höre nach wie vor Schallplatten und CDs. Zuhause lasse ich mich auch nicht den ganzen Tag von Musik berieseln. Ich höre und geniesse sie sehr bewusst.

Aerni: Wie oft denken Sie auch mit etwas Sehnsucht an die gute alte Zeit, wie damals mit dem Hit «Swiss Lady» oder die Tourneen mit Udo Jürgens?

Lienhard: Natürlich sind dies einmalige Erinnerungen und ich denke mit viel Freude und vor allem Dankbarkeit daran zurück. Im Sextett waren wir jung und ungebunden. Spielten elf Monate im Jahr. Ich fuhr zweimal im Jahr nach Hause und wechselte die Sommer – oder Wintergarderobe.

Aerni: Wir leben grad in einer komplizierten und unschönen Welt. Wie und wo könnten wir mit der Musik noch mehr Gutes tun?

Lienhard: Musik verbindet, tröstet, beschwingt. Sie hat in schlimmsten Zeiten stets grosse Wichtigkeit. Sie darf nie aufhören zu spielen. Das dürfen wir uns nie nehmen lassen. Wenn ich zum Beispiel höre, dass in gewissen islamischen Ländern den Mädchen das Singen verboten wird, macht mich das fassungslos und auch wütend. Wir tun gut daran, Kindern den Zugang zum gemeinsamen Musizieren zu ermöglichen. Ich glaube das ist eine sehr gute, menschliche Investition.

Aerni: Sie scheinen in allen Musiksparten zu Hause zu sein, von Schlager über Swing und Jazz bis Pop. Welchen Radiosender schalten Sie beim Autofahren ein?

Lienhard: Radio Swiss Jazz oder SRF1 – dies vor allem kurz vor Mittag, wenn es ums Essen geht!

Aerni: Zu guter Letzt: Was man einem Fischer oder einem Jäger wünscht, ist ja bekannt. Was dürfen wir Ihnen als Musiker wünschen?

Lienhard: Eine erfolgreiche Tournee wäre ganz wunderbar. Vielen Dank!

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Seit über 50 Jahre steht Pepe Lienhard auf der Bühne in vielen Musikwelten wie von Eurovisions-Songcontest bis Montreux Jazz Festival, von TV-Gala und Ländler-Juuzer. Er war 37 Jahre lang Orchesterleiter von Udo Jürgens. Solomusiker, Bandleader, Arrangeur, Talkmaster, Gastredner. Er blickt zurück auf die Zusammenarbeit mit Superstars wie Frank Sinatra, Whitney Houston, Quincy Jones. Weitere Infos zur neuen Tournee finden sich auf:

www.pepe-lienhard.ch

PS: Das Bild stammt vom Konzert in Bonstetten zu Ehren des 20jährigen Jubiläums des Kulturkellers La Marotte in Affoltern am Albis (Kanton Zürich)

Rechtfertigung

Ein Gastbeitrag von Corina Burkhardt

Hast du dich heute schon vor dir selbst gerechtfertigt? Dich mittels Gedankenkraft davon überzeugt, dass deine Handlung sein muss, obwohl deine Wahrnehmung einen anderen Standpunkt vertritt? Sich vor dem Gegenüber glaubhaft zu rechtfertigen ist eine Kunst, sich vor sich selbst rauszureden, die Königsdisziplin. Das merke ich spätestens, wenn die Rotweinflasche mich wiederholt anlächelt und meine Gedanken dem Gesundheitsbewusstsein den Garaus machen wollen. Soll ich auf ein drittes Glas verzichten, wenn ich doch ahne, was mein Arzt dazu sagen würde? Nein. Schließlich habe ich mehrmals gehört, dass Rotwein gesund ist. Er verfügt über einen hohen Gehalt an Polyphenolen und kann sogar Krebs vorbeugen. Das wusste bereits Opa und ist deshalb auch neunzig geworden.

Wenn eigene Wahrnehmungen kollidieren, kommt es zu einem Fest der Rechtfertigungen. Da feiern Kuchenstücke und Traumkörper plötzlich im ein und demselben Raum und bringen uns buchstäblich zur Verzweiflung. Wir versuchen Umweltbewusstsein mit dem nächsten Flug und gute Vorsätze mit Faulheit zu vereinbaren, um die negativen Gefühle irgendwie abzulegen. Dafür verteidigen wir unsere Handlung, lassen uns Ausreden einfallen und lügen, dass sich die Balken biegen. Dabei endet das Rechtfertigen erst, wenn der innere Richter mit dem Hämmerchen alle Wahrnehmungen stummgeschlagen hat, die uns kein Wohlwollen versprechen. Daraufhin folgt die Handlung ‒ und was passiert danach? Ja, genau. Das Gedankenkarussell lädt auf eine nächste Runde ein. Bitte einsteigen. Denn selbst wenn eine Rechtfertigung für den Augenblick funktioniert, folgt in den meisten Fällen eine gleiche oder ähnliche Situation, in der wir erneut mit unseren Wahrnehmungen konfrontiert werden. Es kommt zu einer fortwährenden Verhandlung, bei der die immer gleichen Argumente vorgelegt und verabschiedet werden.

Es stellt sich die Frage, ob wir womöglich zu hart mit uns ins Gericht gehen. Ich glaube, das hängt von der Dissonanz ab und welche Wichtigkeit wir Wahrnehmungen zusprechen. Dabei scheint es nicht elementar, die Rechtfertigungen komplett verschwinden zu lassen. Immerhin gewähren sie uns einen Blick auf unsere Einstellungen, Wünsche und Absichten. Führen sie jedoch stets zu einem negativen Gefühlszustand, sollten wir versuchen einsichtig zu sein, bevor wir uns möglicherweise Erfolgen, Erlebnissen oder gar Zielen berauben.

Corina Burkhardt

Corina Burkhardt wurde im Jahr 1988 in der Schweizer Stadt Baden geboren. Heute lebt sie, gemeinsam mit ihrem Partner und zwei Katzen, in der Nähe ihrer Heimatstadt. Sie studiert angewandte Psychologie und schreibt nebenbei mit großer Leidenschaft Liebes- und Jugendromane. Am liebsten vereint sie beide Genres in einer Geschichte. Außerdem ist die Autorin verrückt nach Kaffee, mag es zu reisen und kann sich stundenlang in eine Serie vertiefen. Mit ihren Lesern tauscht sie sich gerne über Facebook oder Instagram aus. Weitere Informationen unter: www.corina-burkhardt.ch

RONDINE MONTANA

Irgendwas zischt mir über den Kopf beim Wandern im südlichen Graubünden bei Grono. Kaum versuchte ich, das fliegende Etwas zu erkennen, muss ich mich wieder ducken vor einer Scheinattacke. Beim zweiten Angreifer wird es klar, es sind Felsenschwalben. Ich stehe unter einer niedrigen Brücke, und in der Lücke zwischen der Trägersäule und dem Beton der Straße kann ich ein Nest ausmachen. Und diesem Nest bin ich wohl zu nahe gekommen. Schnurstracks gehe ich meines Weges, auch wenn dieser Vogel nicht für physische Feindberührungen bekannt ist.

Wie alle Schwalben segeln die Felsenschwalben durch Schluchten und über Felder, um Insekten zu fangen. Und wie alle anderen Schwalben kehrt sie dem Norden im Herbst den Rücken und im Frühling denselben dem Süden. Sie gehört allerdings zu den Ersten, die nördlich der Alpen eintreffen, wenn im März noch Schnee liegt. Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass Sie beim Skiliftanstehen eine Felsenschwalbe vorbeiziehen sehen. Bemerkenswerterweise bevölkert diese Schwalbe zwar die Alpen und das Jura, aber nicht nördlicher als Zentralfrankreich, Süddeutschland und in Ungarn bis zum Donaudelta. Sie wählt lieber das raue Klima auf 2600 Meter über Meer als den hohen Norden.

Erfreulicherweise darf vermeldet werden, dass die Bestände dieses Vogels hierzulan- de stabil und ungefährdet sind. Und es lohnt sich, zum Beispiel beim Umsteigen, am Bahnhof Tiefencastel herumzuschauen. Hier sitzen auf den Fenstersimsen die Teenager, wartend auf Futter. Oder wenn Sie das Hotel gegenüber der Post in Len- zerheide verlassen, dann schauen Sie schräg links auf das Gebäude mit der Tem- peraturanzeige. Dort in den Nischen unter dem Dach können jedes Jahr Felsen- schwalben bewundert werden. Und ja, hier können Sie die Vögel aus sicherer Distanz beobachten und müssen sich nicht ducken.

Urs Heinz Aerni

PS: Der Vogelbeobachter bietet in der Sommersaison auf der Lenzerheide und in Chur Vogelspaziergänge an. Anfragen: ursaerni@web.de

Poetische Veredelung

Eine Songmapp lässt Menschen Poetisches lauschen, wo sonst nur der Alltag brummt. In Zürich stellte Markus Schönholzer ein neues Hör-Format vor.

Bild von Nina Müller

«Diese App lässt Orte und Plätze poetisch veredeln.» sagte ein Teilnehmer der Präsentation der Songmapp-App, die zu ausgesuchten Örtlichkeiten was zu erzählen weiss. Unter der Anleitung des Projektteams spazierten, sassen und standen die eingeladenen Gäste an der Bahnhofstrasse, im Hauptbahnhof, auf der Negrelli-Brücke und im Friedhof Sihlfeld um mit Kopfhörer und Smartphone Lieder und Texte zu hören, die genau zu diesem Ort was preisgeben.

Der Musiker und Songwriter Markus Schönholzer zeigte sich in der Pandemie-Krise genauso kreativ, wie man ihn von der Bühne kennt. Es war ein Spaziergang mit seiner Frau durch einen Friedhof, an dem er sich fragte, was die Toten flüstern würden, wenn man sie hören könnte. Das war die Initialzündung für die Idee der Vertonung von Orten. Schönholzer gewann für diese App Adrian Elsener für das Design, Stefan Pauwels für die technische Umsetzung und Marc Wilmes für die Produktionsleitung und das Fundraising.

«Man könnte es mit einem Taschentheater vergleichen» erklärt Schönholzer, «mit immer wieder neuen Premieren.» Die ersten Editionen stammen von ihm selber, vom Kabarettisten und Autor Ralf Schlatter und bereits befinden sich weitere in Planung, deren Künstlerinnen und Künstler demnächst bekannt gegeben werden.

Die Songmapp schaffe ein Erleben, das die Verbindung von Raum und Werk in Szene setzt, erklärt Ramona Rothmund vom Team; «geschaffen für jeweils einen bestimmten Ort, werden die Texte, Lieder und Musik nicht als Hintergrundrauschen, sondern ganz bewusst aufgenommen. Auf den Themenrouten entstehen so besondere Stimmungen und eine neue Achtsamkeit für die Umgebung und das Werk.»

Ausweitung der Hörzone

Im Theater Kulturmarkt Zürich gab Bänz Friedli bekannt, dass das von ihm kuratierte Mundart-Festival in Arosa, ebenfalls eine Songmapp-Edition produzieren werde.

Viele Kulturschaffende aus der Welt der Musik und Kleinkunstbühne zeigten sich an der Präsentation interessiert um eigene Editionen in Erwägung zu ziehen. Markus Schönholzer sagt den Medien gegenüber frei heraus:  «Ich freue mich riesig, dass die App nun endlich öffentlich ist und wir dabei sind, die erste Hörlandschaft in der Schweiz zu bauen.» Wie alle sei auch er gespannt, welche unterschiedlichen Werke seine Plattform in Zukunft beherbergen dürfe. Jeder neue Künstler, jede neue Künstlerin verleihe der App eine andere Facette, was Potential für eine sehr diverse Klanglandschaft biete – auf nur einer App.

Erste Stimmen

Spricht man mit den Gästen nach der Welturaufführung, um es in der Sprache des Kinofilmes zu formulieren, sind Stimmen zwischen Verzückung und Überraschung zu vernehmen. Eine Besucherin aus Luzern wünscht sich so etwas auch für ihre Region, ein Besucher aus Fislisbach meinte, dass er sich damit eine Hommage an sein Heimatdorf vorstellen könne und ein weiterer mache sich schon Gedanken, welche Geschichten er im Tösstal hören könnte.

Songmapp ist ab sofort im AppStore und auf Google Play kostenlos erhältlich. Zum erstmaligen Zugriff auf die Songs und Texte ist der Besuch an den jeweiligen Orten erforderlich; danach sind sie jederzeit in der App verfügbar. www.songmapp.ch

Kulturtipp: „Berg & Buch“ im Hotel Schweizerhof Lenzerheide

Es lohnt sich, über Ostern ein Zimmer im Hotel Schweizerhof in Lenzerheide zu buchen. 

Der richtige Moment für ein gutes Buch

Von Karfreitag bis Ostersonntag wird abends in unserer Lobby geplaudert, gespielt und gelesen.

«Bücher sind dicke Briefe an Freunde» sagte mal ein Philosoph. In Zusammenarbeit mit zwei Buchhandlungen dürfen wir während den Feiertagen eine auserlesene Bücherwelt präsentieren.

Spannende Geschichten, Reiseberichte, Natur, Kunst, Kinderwelten, Poesie, Fragen an das Leben und fröhlicher Humor; das ist der Stoff aus denen die Bücher sind und wir wünschen viel Vergnügen beim Stöbern, Wundern und Kaufen. Das Sortiment der hauseigenen Buchhandlung in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Schuler in Chur wird durch die Buchhändlerin Alexandra Vogel von der Buchhandlung zum Geeren in Dielsdorf mit gedruckten Leckerbissen erweitert.

Und der bekannte Kinderbuchautor Lorenz Pauli wird die Kinder mit seinen Geschichten verzaubern.

Hörrundgang im Hotel

Seit 30 Jahren betreiben Claudia und Andreas Züllig den Schweizerhof Lenzerheide. Das sind 30 Jahre Erlebnisse und Emotionen, die ein ganzes Buch füllen würden. Zu diesem schönen Jubiläum schenken wir nun unseren Hotelgästen einen einzigartigen Hör-Rundgang durch Raum und Zeit. Lassen Sie sich vom bekannten Schauspieler Gian Rupf durchs Hotel führen – lauschen Sie «hinter den Kulissen», und erleben Sie unser Haus aus neuer Perspektive. (Text von Urs Heinz Aerni, Technik und Sound von Michael Wernli)

Kunst im Hotel

Erleben Sie Kunst mit allen Sinnen – unter anderem mit Max Dudler und Mayo Bucher und dem schönsten Hamam im Alpenraum.

Überall in unserem Hotel begegnen Sie Kunst: in der Gabar, im Wintergarten, im Restaurant/Bar, vor und im Hamam, in der Lobby und in den Gängen zu den Alpenchic Zimmern. Aktuell arbeiten wir an einem kleinen Kunstführer, der auf den Frühling 2022 erscheinen wird. Bis dahin empfehlen wir Ihnen, sich einfach durchs Hotel treiben zu lassen, die Kunst zu bestaunen und auf sich wirken zu lassen.

«Seit der Mensch baut, widerspiegeln sich in der Architektur seine körperlichen und geistigen Bedürfnisse. Die gebaute Umwelt be­ein­flusst­ die­ Qua­li­tät­ un­se­res ­Le­bens.­ So­ ge­se­hen­ ist­ Ar­chi­tek­tur­ nichts anderes als Lebensqualität. Auf dieser Erkenntnis basiert unser Denken und Handeln.»

Max Dudler, Architekt Hamam Hotel Schweizerhof

Na dann, vielleicht sieht man sich…

Und hier geht es zum schönen Buch über das Hamam…