Wenn Kundenfragen zur Werbe-Idee werden

Fragen seitens der Kundschaft können für Schaufenster inspirieren. Das zeigt die von Corina Friderich inhabergeführte Buchhandlung Mattmann in der Kleinstadt Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Der Text auf dem Plakat lautet auf Deutsch: „Ich weiß den Titel nicht mehr, aber das Cover war blau!“ Dieses Kundenzitat landete nun im Schaufenster und mit einem kurzen „OK“ werden eben Bücher in Blau präsentiert.
Übrigens, die Buchhandlung Mattmann wurde für die „Buchhandlung des Jahres“ vom Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) nominiert.

 

Schaufenster Buchhandlung Mattmann Zofingen (Schweiz) – uha

Sinkende Fruchtbarkeit und die Schweiz von oben…

Gemäß einer groß angelegten Studie sinkt die Fruchtbarkeit der Männer in Europa. Man rätselt über die Gründe. Beim Betrachten dieses Beitrages über die Schweiz von oben damals und heute, könnte der Verdacht aufkommen, dass die Natur beginnt, die Vermehrung des Menschen zu Gunsten der Erdoberfläche zu regulieren.

Wäre eine Überlegung, oder?

Wenn der Gärtner von Trump ablenkt

In dieser Kolumne wollte ich Sie über die Unterschiede der Parteien SVP, FPÖ und AfD informieren und warum Donald Trump mit seinem Intimleben Probleme hat. Als ich mich vor die Tastatur setzte, musste ich das Fenster schließen und mich ärgern.

Gleich nebenan warfen drei Männer zwei Benzin-Hochleistungs-Rasenmäher und einen Laubbläser an. Der Rasen, der dran glauben sollte, ist überschaubar gross, eher klein. Garten- und Häuserbesitzer sorgen sich immer weniger um ihren Umschwung, dafür Firmen mit schwerem Geschütz, die im Firmenlogo oft ein Klee- oder sonst ein Grünblatt haben.

Man erinnere sich an die Zeiten, in denen der Hauswart mit der Zigarre im Mundwinkel den Vorplatz wischte oder als der Hausbesitzer am Samstag da und dort die Ästchen abzwickte. Heute haben die Eigentümer für solche und ähnliche Arbeiten keinen Nerv, den verlieren sie lieber im Büro oder auf dem Bike. Deshalb beschliessen Eigentümerversammlungen, den „Profis“ auf Auftragsbasis die „Gartenhege“ zu überlassen. Blitzeblank schaut das dann aus. Im Intervall von wenigen Wochen stehen Männer unter den Bäumen und rechen die Erde von jedem Laub frei. Maschinell rasiert ein Arbeiter die Lavendelstauden in voller Blütepracht anfangs August. Wohlverstanden, ein Mitarbeiter eines Gartenunternehmens, das wohl im Herbst keine Aufträge annehmen kann.

Gut, da gibt es auch die Architektin, die um ihre Neo-Bauhaus-Wohnblöcke Natur- und Magerwiesen wachsen und nur zweimal jährlich mähen lässt, soll ja auch nicht im löblichen Sinne unerwähnt bleiben. Die Freude darob erblasst ziemlich schnell angesichts der neu erbauten Häusern mit zwei von Tuja-Hecken umzingelten Palmen als müsste bei jeder Biene und Wiesenblume Alarm geschlagen werden.

Ich glaube, wir sind soweit, dass Gärten durch die Pro Natura oder Greenpeace vor gewinnmaximierenden Gärtnern geschützt werden müssen. Kann es sein, dass der ehemalige Anwalt fürs Grüne dank Renditedruck zum Feind für naturnahe Oasen wird? Ja, klar, wir leben ja alle von Geld, Umsatz, Gewinn. Aber wir leben länger, besser und fröhlicher wenn ökologische Vielfalt auch vor der Haustüre stattfindet. Liebe Unternehmen der grünen Zunft, wie wäre eine Verlagerung von Nullachtfünfzen-Dienstleistungen auf naturnahe Pflege mit dementsprechender Aufklärungs- und Beratungsangeboten? Könnte ein Markt sein…

Ich öffne das Fenster wieder, die Männer verladen beim Nachbarn die Geräte auf den Kleinlaster … ich wollte eigentlich über was Anderes schreiben, aber, geschreiben ist geschrieben.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Lektüretipp: „Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsgebiet. Eine Broschüre für 4 Franken auf www.birdlife.ch zu haben.

„Gibt es bei ORF noch was zu lachen?“ und „Ein 32-jähriger Bundeskanzler ist nicht normal“

Helle Aufregung über den ORF-Auftritt des Satirikers Jan Böhmermann und seinen Äußerungen zu Österreich, seine Mentalität und Regierung. Anlässlich einer Ausstellung in Graz zu rechtsextremen Tendenzen in Österreich gab der Künstler seinem Interviewpartner ziemlich Saures über das Alpenland zwischen West und Ost. Die Wochenzeitung FALTER empfiehlt unbedingt den Besuch dieser Ausstellung.
Laut der BERNER ZEITUNG wurde bei der Ausstellung diese
fiktionale Begrüßung von Vizekanzler Strache mit «Vom Neonazi zum Sportminister, eine typisch österreichische Karriere» zensiert.
Welche Satirikerin könnte die Schweiz spiegeln lassen? Welchen Schweizer könnte man nach Österreich und Deutschland schicken lassen? Oder müsste man die Deutschen Bundesländer einzeln abfertigen? Soll man Böhmermann mal auf die Schweiz los lassen?
Demnächst weile ich in Österreich, mal sehen, wie sich die Stimmungslage sich so anfühlt…
Hier der Auftritt Böhmermanns im ORF:

Neulich beim Jazz

Mir ist endgültig aufgefallen, dass ein bestimmtes Phänomen nicht nur die Jugend kennt. Also das war so. Eine Jazzband kündigte in einer Kneipe ein Konzert an. Ich habe die schon mal gehört und war begeistert, wie genau und fantasievoll die komponieren und ihren Funk-Jazz-Stil wuchtig mit viel Verve zum Besten geben.

Nun, ich verschickte eine Rundum-E-Mail an ausgesuchte Bekannte und Freunde, von denen ich dachte, dass sie an dieser Musik genauso Spaß haben könnten wie ich. Sicherheitshalber reservierte ich gleich mal einen Tisch für fünf bis acht Personen. Erfreulich war, dass tatsächlich alle Stühle besetzt wurden. Die einen bestellten ihren Drink, die anderen dazu Pasta oder Pizza. Die Stimmung war fröhlich und alle schienen sich auf das Konzert zu freuen. Beim Jazz ist es ja so, dass während der Musik auch gegessen oder das eine oder andere Wort gesagt werden kann. Die sechs Musiker nahmen hinter den Instrumenten ihre Position ein und nach dem Begrüßungsapplaus stellte der Bandleader seine Kollegen vor und dann legten sie los.

Der Groove ging ins Blut, der Rhythmus bannte einen sofort, verspielt und clever zugleich lösten sich Piano, Sax und Gitarre bei den Soli ab, und Percussion, Schlagzeug und der Bass schienen die ganze Band von unten her richtig einzupacken.

Aber, liebe Leserin und Leser, was geschieht bei gewissen Anwesenden, die sich doch so zwischen dem 40. und 60. Altersjahren befinden? Sie greifen während die Musiker da vorne Gas geben, zum Smartphone und scrollen durch ihre Facebookseiten und checken E-Mails. Wir saßen in der ersten Reihe, die Band gab alles und eintrittzahlende Gäste spielen an ihrem Handy rum, als hockten sie in einem Wartesaal. Ich wusste nicht, was ich davon halten soll. Doch alle applaudierten am Schluss und als ich vorsichtig fragte, wie es ihnen denn gefallen habe, meinten die Handymenschen, dass sie das Konzert großartig fanden…

 

Um diese Band geht es, deren Musik ich zur Entdeckung empfehle:

Journeys, mit Philippe Mal am Sax, Willy Kotoun an der Percussion, Ueli Gasser an der Gitarre, Robert Mark am Schlagzeug, Angela Signore am Keyboard oder Klavier und Luciano Maranta am Bass.

Und diese CDs sei Ihnen ins gute Abspielgerät empfohlen: „Transit“ und „New Destination“ www.journeys.ch

Urs Heinz Aerni

Zum 10. Mal heißt es wieder „Berg & Buch“ über Ostern im Hotel Schweizerhof Lenzerheide. Vom 19. bis 22. April 2019.

Es werden wieder viele neue Bücher präsentiert, Geschichten erzählt und Kinder machen Bücher!

Programm:
So macht man Bücher!

In dieser Werkstatt lernen wir, wie man Bücher unkompliziert mit Nadel und Faden bindet. Dazu braucht es neben Nadel und Faden noch Zeichenpapier und einen Fotokarton sowie ein wenig Geduld.
Mit Buntstiften, Wasserfarben oder einer Collage gestalten wir die fertigen Bücher.
Danach experimentieren wir noch mit verschiedenen Textsorten – Zum Beispiel probieren wir Elfchen, Stabreime, Haiku, Schnitzltexte oder die sogenannte „visuelle Poesie“ in der Praxis aus. Im Anschluss können die Kinder ihre Bücher mit nach Hause nehmen.
Geeignet für Kinder im Alter von 7 – 12 Jahren. Melden Sie sich an der Réception an.
Mit dem Künstler und Autor Christian Yeti Beirer. Viele Ausstellungen zeigten von ihm Karikaturen, Kalender-, Buch-, und Plakatillustrationen, von Wien über New York bis Innsbruck. Der Künstler aus Österreich ist zum ersten Mal in Graubünden.

Zeiten: Karfreitag & Ostersonntag ab 16 Uhr und Ostersonntag

Geben Sie Ihrem Gesicht ein neues Antlitz
Der Grafiker, Maler und Karikaturist Ralf-Alex Fichtner wird Sie innert weniger Minuten porträtieren. Sie setzen sich ihm gegenüber und er legt los mit Pinsel, Tusch und Farbe.

Ralf-Alex Fichtner wurde 1952 in Aue im Erzgebirge geboren und lernte Werkzeugmacher und Plakatmaler. Seit 1987 ist er freischaffender Künstler, Mitglied in Künstlervereinigungen, entwarf viele Auftragsarbeiten, die von Museen und Banken erworben werden. Die größte Arbeit war eine Wandgestaltung einer Bank in Nürnberg.

Zeiten: Während den Osterfeiertagen tagsüber in der Lobby.

„Ohne Krimi geht die Mimi…“
Lesung von und mit Claudia Puhlfürst

Sie nennt sich die „Kriminelle Schreibtischtäterin aus Sachsen“. Die 1962 geborene Claudia Puhlfürst wirkte in der Branche Biologie, Chemie als Dozentin für Anatomie und Physiologie an der medizinischen Fachschule Zwickau. Als Redakteurin und Herausgeberin arbeitete sie für verschiedene Verlage u. a. auch für den DUDEN. Als Schriftstellerin publiziert sie zudem erfolgreich Thrillers und Kriminalromane. „Eine der besten deutschen Psychothriller-Autorinnen!“ Westfalenblatt.

Zeit: Samstag, 20. April um 21 Uhr in der Gabar

Die höchstgelegenste Buchmesse mit Büchern aller Art mit den beiden Buchhändlerinnen Alexandra Vogel und Susanne Müller ist über ganz Ostern geöffnet.

Alle Veranstaltungen und Buchmesse sind frei zugänglich und öffentlich.

Wir freuen uns auf Sie! Claudia und Andreas Züllig-Landolt, Gastgeber und
Urs Heinz Aerni, Kulturverantwortlicher Schweizerhof

Amuse bouche aus dem Bücherfrühling

Es ist Bücherfrühling. Neben meinem Computer steht ein Stapel Bücher; Bücher, die ich empfehle, aber wie soll ich das auf so wenig Platz tun? Ah, ich pflücke daraus je einen Satz, so quasi als Amuse bouche:

«Manchmal ist’s, als schliefen wir um eines Traumes Willen», Hans Ulrich Bänziger aus «Ahnungslose Beute» (Wolfbach). «Ihre Augen wurden feucht, vom Rauch der Kerzen?», Markus Ramseier aus «In einer unmöblierten Nacht» (Haymon). «Ich fühle den Wanderweg mehr unter mir, als ich ihn sehe.», Johanna Romberg aus «Federnlesen» (Lübbe). «Das Sterben ist das Schönste am Tod», Aglaja Veteranyi aus «Wörter statt Möbel» (Der gesunde Menschenversand). «Todesanzeigen enthalten in der Regel drei Informationen, die von größter Bedeutung sind.», Elias Schneitter aus «Über die Jahre» (Anthologie Pyjamaguerilleros). «Die Antworten auf die Frage nach den Grenzen der Pädagogik haben immer einen mythischen Anteil.», Martin Kunz aus «Die stille Erotik der Melancholie» (Bucher). «Die Frau am Empfang sieht uns an, als beträten zwei Aliens ihr Haus.», Beat Glogger aus «Zweimaltot» (Reinhardt). «Nur bin ich nicht die werbeträchtige Luxusuhr, die vom Vater auf seinen Sohn übergeht.», Christof Gasser aus «Blutlauenen» (Emons). «Du müsstest unbedingt mal indische Philosophie lesen, gerade du, Vanessa.», Patrizia Hausheer aus «Was soll das alles» (Arisverlag). «Es ist ihr klar, dass sie Luca nicht einfach aushalten kann.», David Weber aus «Reduit» (Knapp). «Sofort begann es zu schäumen und sich blutrot zu färben.», Alexander Günsberg aus «Tanz der Vexiere» (Münster). «Nun war es Sonntag, sein Veston verbeult und sein Anzug lamentabel.», Benedikt Meyer aus «Nach Ohio» (Zytglogge). «Selbstverständlich habe ich Sie manipuliert, was erwarten Sie?», Markus Bundi aus «Alte Bande» (Septime). «Mein Gott, Anke, ich … ich … wusste ja nicht …», Wolfgang Marx aus «Am grauen Meer» (Kameru). «Im Grunde sah man nur einen Wuschel schwarzer Haare.», Simon Libsig aus «Der Velodieb, der unters Auto kam» (Librium).

Und wenn Sie noch Fragen haben sollten, so treffen Sie mich anlässlich «Berg & Buch» vom 18. bis 21. April im Hotel Schweizerhof Lenzerheide.

Diese Kolumne erschien auch in der Zeitung BÜNDNER WOCHE.

Legitim?

Heute lag dieser Prospekt einer Firma, die u. a. Textilien und Schuhe verkauft im Briefkasten. Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg dient hier als Covergirl und Eye-Catcher.

Es stellen sich hier Fragen, wie:

– Weiß das Mädchen davon und verdient sie was?

– Wurde das Bild offiziell als Presse- oder Agenturbild erstanden aber für ein Werbeprodukt verwendet?

– Wo ist die Grenze zwischen Werbung und Journalismus?

Was meinen Sie?

Urs Heinz Aerni

Amuse bouche für Lesende

Es ist Bücherfrühling. Neben meinem Computer steht ein Stapel Bücher, die ich empfehlen möchte aber wie soll ich das auf so wenig Platz tun? Ah, ich pflücke daraus je ein Satz, so quasi als Amuse bouche:

«Manchmal ist’s, als schliefen wir um eines Traumes Willen», Hans Ulrich Bänziger aus «Ahnungslose Beute» (Wolfbach). «Ihre Augen wurden feucht, vom Rauch der Kerzen?» Markus Ramseier aus «In einer unmöbilierten Nacht» (Haymon). «Ich fühle den Wanderweg mehr unter mir, als ich ihn sehe.» Johanna Romberg aus «Federnlesen» (Lübbe). «Das Sterben ist das Schönste am Tod» Aglaja Veteranyi  aus «Wörter statt Möbel» (Der gesunde Menschenversand). «Todesanzeigen enthalten in der Regel drei Informationen, die von größter Bedeutung sind.» Elias Schneitter aus «Über die Jahre» (Anthologie Pyjamaguerilleros). «Die Antworten auf die Frage nach den Grenzen der Pädagogik haben immer einen mythischen Anteil.» Martin Kunz aus «Die stille Erotik der Melancholie» (Bucher). «Die Frau am Empfang sieht uns an, als beträten zwei Aliens ihr Haus.» Beat Glogger aus «Zweimaltot» (Reinhardt). «Nur bin ich nicht die werbeträchtige Luxusuhr, die vom Vater auf seinen Sohn übergeht.» Christof Gasser aus «Blutlauenen» (Emons). «Du müsstest unbedingt mal indische Philosophie lesen, gerade du, Vanessa.» Patrizia Hausheer aus «Was soll das alles» (Arisverlag). «Es ist ihr klar, dass sie Luca nicht einfach aushalten kann.» David Weber aus «Reduit» (Knapp). «Sofort begann es zu schäumen und sich blutrot zu färben.» Alexander Günsberg aus «Tanz der Vexiere» (Münster). «Nun war es Sonntag, sein Veston verbeult und sein Anzug lamentabel.» Benedikt Meyer aus «Nach Ohio» (Zytglogge). «Selbstverständlich habe ich Sie manipuliert, was erwarten Sie?» Markus Bundi aus «Alte Bande» (Septime). «Mein Gott, Anke, ich … ich … wusste ja nicht …» Wolfgang Marx aus «Am grauen Meer» (Kameru). «Im Grunde sah man nur einen Wuschel schwarzer Haare.» Simon Libsig aus «Der Velodieb, der unters Auto kam» (Librium).

Und wenn Sie noch Fragen haben sollten, so treffen Sie mich anlässlich «Berg & Buch» vom 18. – 21. April im Hotel Schweizerhof Lenzerheide.

Urs Heinz Aerni