Sprachsalz 2018 in Hall in Tirol

Am kommenden Wochenende bespielen die Internationalen Literaturtage Sprachsalz einmal mehr die Säle, Bühnen und Terrassen des Parkhotel Hall und des Medienturm Ablinger.Garber: Freuen kann man sich u. a. auf Mark Z. Danielewski, Gert Loschütz, Yannick Haenel, Antonia Baum, Que Du Luu, Serhij Zhadan und David Schalko. Der Eintritt ist frei.

TERMINE

Parkhotel-Autoren-Empfang:
DO, 13. September 2018, ab 19.00 Uhr
(Eröffnung, Presse herzlich willkommen!)

Beginnzeiten:
FR, 14. September, ab 13.00 Uhr
SA, 15. September, ab 11.00 Uhr
SO, 16. September, ab 11.00 Uhr

Großer Sprachsalzabend mit David Schalko, Mark Z. Danielewski u. a.:
SA, 15. September, Einlass 18.00 Uhr, Essen 19.00 Uhr, Programmbeginn 20.30 Uhr
Reservierungen erforderlich, Details hier

Das gesamte Programm finden Sie hier

AUTORINNEN und AUTOREN 2018
Thomas Antonic (Österreich), musikalisch begleitet von Michael Fischer
Antonia Baum (Deutschland)
Zora del Buono (Schweiz) Mark Z. Danielewski (USA)
Meret Gut (Schweiz)
Yannick Haenel (Frankreich)
Gert Loschütz (Deutschland)
Que Du Luu (Deutschland)
Jürgen & Thomas Roth (Deutschland)
Robert Rotifer (Österreich/England)
Jaroslav Rudiš (Tschechien)
David Schalko (Österreich)
Bernd Schuchter (Österreich)
Andrzej Stasiuk (Polen)
Serhij Zhadan (Ukraine)

Details zu allen AutorInnen hier

SPRACHSALZ 2018

Alle Autoren und das Detailprogramm sind unter www.sprachsalz.com.
Bildmaterial sowie alle Presseunterlagen finden Sie als Download hier

Für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung bedanken sich die Sprachsalz-OrganisatorInnen:
Valerie Besl, Magdalena Kauz, Max Hafele, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Urs Heinz Aerni, Ulrike Wörner

 

Experimentell und mehrdimensional, hochaktuell und politisch ­– das Spektrum der vorgestellten Texte und Bücher bei den 16. Literaturtagen Sprachsalz (14.–16. September) präsentiert sich literarisch wie inhaltlich welthaltig: Mark Z. Danielewski führt durch kunstvolle Text- und Wahrnehmungsspiralen, Gert Loschütz, Yannick Haenel und Antonia Baum berichten aus der Mitte unserer Gesellschaft und Que Du Luu, Serhij Zhadan und David Schalko erzählen von den Folgen von Krieg und Gewalt. Alle Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zu besuchen.

 

„Das Begreifen der Welt durch Geschichten, aber auch durch die Sprache, die sie ausmacht, ist seit jeher zentrales Anliegen der Texte, die bei Sprachsalz eine Bühne bekommen“, so Magdalena Kauz, die gemeinsam mit Urs Heinz Aerni, Heinz D. Heisl, Elias Schneitter und Ulrike Wörner das Programm verantwortet. Der US-amerikanische Autor Mark Z. Danielewski ist einer der AutorInnen, die beides vereinen: Schon in seinem gefeierten Prosadebüt „Das Haus – House of Leaves“ schickt er seine Leserschaft durch typografische Labyrinthe und Textspiralen und treibt seine Geschichten mit Ironie und Wortspielen lustvoll und unerbittlich voran.

 

GESELLSCHAFT UND POLITIK

Der Verleger und Schriftsteller Bernd Schuchter eröffnet das Festival mit der traditionelle Lesung durch einen Tiroler Autor: In „Herr Maschine oder vom wunderlichen Leben und Sterben des Julien Offray de La Mettrie“ porträtiert Schuchter den französischen Arzt und Philosophen, der das Konzept des Menschen als Maschine vorformuliert hat und damit nicht nur die konservativen Kräfte im Europa des 18. Jahrhunderts gegen sich aufbrachte.

Kann Literatur die Welt verändern? Der französische Schriftsteller Yannick Haenel erzählt Geschichten aus der Mitte unserer Gesellschaft: In seinem gesellschaftstheoretischen Roman „Die bleichen Füchse“ über die Festung Europa begleitet er seinen Helden bei dessen Kampf für humane Werte und untersucht das entpolitisierte Frankreich von heute auf rebellische Unterströmungen.

Ausgangspunkt von Gert Loschütz‘ Roman „Ein schönes Paar“ – mit dem er soeben für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde – ist die politische Teilung Deutschlands und die daraus resultierenden privaten Folgen: Der Tod der Eltern und die anschließende Spurensuche führen den Ich-Erzähler in die eigene Kindheit zwischen Ost und West und zu den Geheimnissen einer Liebes- und Ehegeschichte.

Auch die deutsche Journalistin und Autorin Antonia Baum widmet „Tony Sonprano stirbt nicht“ einer Eltern-Kinder-Beziehung: Ihr berührendes Buch über den Tod und das Schreiben erzählt von Kindern, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten, und darüber wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion plötzlich Realität wird.

Das Dunkle und Undurchschaubare, die Geheimnisse der Menschen und der Orte, an denen sie leben: Das sind die großen Themen der Schweizer Autorin Zora del Buono. Im Roman „Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt“ prägen die Ereignisse um Edward Snowden und den WikiLeaks-Skandal eine radikale Liebesgeschichte zwischen einer Dozentin und einem Studenten.

 

KRIEG UND DIE FOLGEN

Der ukrainische Schriftsteller Serhij Zhadan widmet sich den Folgen von Krieg und Gewalt: Seine Bücher spiegeln die aktuelle Situation in der Ostukraine, voll Absurdität, Anarchie und Chaos, unmittelbar und authentisch wider. Die Auseinandersetzung mit dem Krieg im Donbass findet nun mit seinem Roman „Internat“ ihren vorläufigen Höhepunkt, in dem Zhadan die vertraute Umgebung in ein unheimliches apokalyptisches Territorium verwandelt.

Die Texte des polnischen Schriftstellers Andrzej Stasiuk sind im Unterwegssein verankert: Er begibt sich an die östliche Peripherie, in die Grenzgebiete und zu den Übergängen, um in den Landschaften die Spuren der Geschichte zu finden. So auch in seinem aktuellen Werk „Der Osten“, einer Summe seines Reisens und Schreibens über Europa jenseits des Grauens einer kriegerischen Vergangenheit und Gegenwart.

Das tschechische Multitalent Jaroslav Rudiš schlüpft in seinem brillanten Monolog „Nationalstraße“ in den Kopf und den Körper eines Schlägers zur Zeit der samtenen Revolution in Prag. Rudiš hat sich als Romancier einen Namen gemacht, aber auch als Dramatiker, Verfasser der verfilmten Graphic-Novel-Trilogie „Alois Nebel“ und als Musiker, unter anderem mit der Kafka Band.

Von der Suche nach Glück und Identität handelt Que Du Luus „Im Jahr des Affen“: Als gebürtige Chinesin flüchtete Du Luu nach Ende des Vietnamkriegs wie Millionen andere Boatpeople über das Meer. Auch in ihrem klugen, unterhaltsamen und hochaktuellen Entwicklungsroman steht eine chinesische Einwandererfamilie zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und neuer deutscher Heimat im Zentrum.

Regisseur und Schriftsteller David Schalko gelingt in seinem neuen Roman „Schwere Knochen“ ein faszinierender Einblick in das Innere von Menschen, deren Seele durch den Nationalsozialismus zerstört wurde: Inspiriert durch wahre Begebenheiten, erzählt mit viel schwarzem Humor und großer Empathie zeichnet Schalko ein Porträt der österreichischen Nachkriegsgesellschaft und ihre Unterweltszene zwischen furiosem Gangster- und atypischem Heimatroman.

 

TEXTE UND BILDER

Beeinflusst von US-amerikanischen Beatautoren bedient sich der österreichische Autor und Musiker Thomas Antonic in seinem zweisprachigen Buch „Flackernde Felsbilder übler Nachtvögel / Flickering Cave Paintings of Noxious Nightbirds“ der Assoziation: Mittels Montage- und cut-up-Techniken mischt er Zitate, Gesprächs- und Gedankensplitter zu einem furiosen wie rauschhaften Szenarium. Bei Sprachsalz wird er musikalisch von Michael Fischer begleitet.

Berauschend sind auch die Naturerlebnisse, die die Schweizer Molekularbiologin und Lyrikerin Meret Gut in ihrem Debüt zeichnet: Der Band „Einen Knochen tauschen wir“ versammelt Hymnen auf das starke, erschöpfende Leben, auf Nacktheit und Natur, aber auch auf Melancholie und Verflüchtigung.

AMUSE BOUCHE

Die Sprachsalz-Reihe „Amuse Bouche“ stellt auch in diesem Jahr Autoren vor, die auf verschiedenen Ebenen mit ihrem Werk präsent sind: Der in London lebende Schweizer Kulturjournalist Hanspeter „Düsi“ Künzler spricht mit dem österreichischen Musiker, Musikjournalisten und Radiomoderator Robert Rotifer darüber, was Songs von Singer-Songwritern mit Literatur zu tun haben. Rotifer, der seit 20 Jahren in England lebt, hat zuletzt das Album „Not Your Door“ veröffentlicht, in dem er unter anderem an seine Großmutter, die Widerstandskämpferin und Kommunistin Irma Schwager, erinnert.

Ein Spaziergang in Hall mit Vogelschau erwartet die BesucherInnen bei „Amuse Bouche – unter Vögeln“: Urs Heinz Aerni spricht mit dem Schriftsteller und Journalisten Jürgen Roth und dem Historiker Thomas Roth über ihre witzige Naturkunde „Kritik der Vögel“, in der die beiden eine Auswahl aus 11.000 Vogelarten präsentieren und mit Hilfe von Fallbeispielen bis heute unbeantwortete Fragen stellen.

 

SPRACHSALZ-CLUB

Einmal mehr wird im Rahmen von drei Sprachsalz-Clubs auch über das Schreiben gesprochen: „Wie ist das mit dem Schreiben in Tirol?“ fragt Boris Schön bei einer Lesung mit Gespräch den Schriftsteller und Verleger Bernd Schuchter. Moderiert von Alexander Kluy gibt Mark Z. Danielewski Einblicke in seine experimentellen und konzeptuellen Arbeitsprozesse. „Wie weit darf ich gehen? Und wann tut es weh?“ ist das Thema einer Diskussion über Autobiografie, Erinnern und Historie mit Sprachsalz-AutorInnen und Alexander Kluy.

 

SPRACHSALZ-GALA

Der Festabend am Sprachsalz-Samstag bietet Kulinarisches und Literarisches: Neben Lesungen – etwa von Mark Z. Danielewski oder David Schalko – gibt es ein Sprachsalz-Menü. Einlass 18.00 Uhr, ab 19.00 Uhr Vorspeise und Hauptgänge, Lesungen ab 20.30 Uhr, Dessertpause. Reservierung nur mit Menü möglich (VVK à 39 Euro/Person, ohne Getränke): online https://www.sprachsalz.com/reservationen/ oder unter reservation@sprachsalz.com bzw. T: 0043 676 5126635.

 

SPRACHSALZ-MINI

Auch in diesem Jahr bietet Sprachsalz-Mini mit einer Buchwerkstatt für Kinder Einblicke hinter die Kulissen und lädt zum Selbermachen ein. Währenddessen wird es kurze Leseeinheiten von Sprachsalz-Autorinnen und -Autoren mit Texten für Kinder geben. (Eintritt frei, für Kinder von 7–12 Jahren, Material wird zur Verfügung gestellt – Anmeldung empfohlen: https://www.sprachsalz.com/programm/sprachsalz-mini/

 

Sprachsalz-Audiofiles

Sprachsalz stellt bereits während dem Festival Audiofiles und vereinzelt auch Videos im Sprachsalz Audio-Archiv online zur Verfügung. Teile des Festivals können so nachgehört werden, auch dank der Unterstützung durch das Innsbrucker Zeitungsarchiv. https://www.sprachsalz.com/audios/

 

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Zwei entdeckte Bücher

Es war in der Pause eines Theorieabends über Vögel in Zürich. Der Verfasser dieser Zeilen kam mit Meret Gut ins Plaudern, auch über Literatur. Sie outete sich als Lyrikerin. Die Neugier war geweckt und führte ihn dazu, sie zu fragen, ob er etwas lesen dürfe. Am nächsten Theorieabend – es ging um Limikolen – händigte sie ihm das Manuskript aus. Noch in der Straßenbahn ließ er sich auf ihrem Wortteppich durch die nächtliche City gleiten. Jedoch nicht im taumelnden Traum der Verklärung, es ist eher eine Art der Erdung, die hier bei der Lektüre geschieht. Als würde man auf einem moosigen weichen Waldboden gehen, irgendwie archaisch, direkt und naturnah. Die 1989 geborene Meret Gut schloss mit einem Master in Molekularbiologie ab, unterrichtet Biologie, kämpft für den Naturschutz … und schreibt Poesie! Eine Poesie, die nach deren Genuss weiter austreibt und gedeiht. Dies zum ersten entdeckten Buch.

Als Radio SRF eine Besprechung eines literarischen Buches über Vögel ankündigte, wurde der Verfasser als Leser und Hobby-Ornithologe hellhörig. Und fürwahr, nach dem Interview mit den beiden Brüdern und Autoren Jürgen und Thomas Roth wurde das Buch beschafft. Jürgen Roth wurde 1968 geboren und lebt als Schriftsteller in Frankfurt am Main, er schreibt für Medien wie FAZ, taz oder die Titanic. Thomas Roth wurde 1971 geboren und lebt als Historiker im Rheinland. Beide fanden schon früh ihre große Liebe zu den Vögeln.

Aus den rund 11´000 Vogelarten besprechen die beiden ausgesuchte Arten wie andere Filme oder Romane. Sie kreisen all die Eigenarten der gefiederten Subjekte fabulierend und aus der Fachliteratur zitierend solchermaßen ein, dass der Lesende zu staunen beginnt. Ein Staunen über den Umstand, wie etwa in alter Zeit die Tierwelt interpretiert wurde und wie Esprit und Witz der Sprache guttun kann. Und erst recht ein Staunen über all das Wunderbare, was in der Welt der Piepmätze geschieht.

 

Urs Heinz Aerni

Die Angaben zu den Büchern: „Einen Knochen tauschen wir“ Gedichte von Meret Gut, Wolfbach Verlag, ISBN 978-3-906929-00-2; „Kritik der Vögel – Klare Urteile über Kleiber, Adler, Spatz und Specht“ von Jürgen und Thomas Roth, Verlag Blumenbar bei Aufbau, ISBN 978-3-351-05032-0

Die drei oben erwähnten Schreibende werden am Festival Sprachsalz 2018 in Hall in Tirol zu Gast sein. Hier gelangt man zum Programm.

Vom Eigenen und vom Fremden

Die 15. Internationalen Literaturtage Sprachsalz (8.–10. September 2017) zeugen auch in diesem Jahr von der Kraft der Gegenwartsliteratur: Freuen kann man sich auf Preisgekröntes von A. L. Kennedy und Guntram Vesper, Lakonisches von Josh Weil und Verstörendes von David Vann. Vigdis Hjorth erzählt über das Eigene und das Fremde und Sacha Batthyany begibt sich auf eine zeitgeschichtliche Spurensuche. Alle Veranstaltungen im Parkhotel Hall, Kurhaus und Medienturm Ablinger.Garber sind wieder bei freiem Eintritt zu besuchen.

«Auch bei der mittlerweile 15. Auflage wenden wir das Erfolgsrezept der letzten Jahre an: Wir teilen mit unserem Publikum unsere ganz persönlichen Lesevorlieben, mitreißende, hörenswerte, kontroverse wie einende Texte, und freuen uns auf die vielsprachigen Erzähler und Erzählerinnen, die wieder bei mehreren Lesungen während des Festivals zu erleben sind», so Magdalena Kauz, die gemeinsam mit Heinz D. Heisl, Elias Schneitter, Urs Heinz Aerni und Ulrike Wörner für das Programm verantwortlich zeichnet.

AUTORINNEN und AUTOREN 2017
Sacha Batthyany (Schweiz)
Svenja Herrmann (Schweiz)
Vigdis Hjorth (Norwegen)
Burkhard Jahn (Schweiz)
A. L. Kennedy (Großbritannien)
Martin Kolozs (Österreich
H. P. „Düsi“ Künzler (Schweiz)
Rolf Lyssy (Schweiz)
Judith Pouget (Österreich)
Petra Piuk (Österreich)
David Vann (USA)
Guntram Vesper (Deutschland)
Martin von Arndt (Deutschland)
Peter K. Wehrli (Schweiz)
Josh Weil (USA)

Zu Sprachsalz kommt in diesem Jahr mit A. L. Kennedy eine der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerin Großbritanniens. Ihr aktueller Roman «Serious Sweet» – nominiert für die Longlist des Man Booker Prize – handelt von zwei grundanständigen Menschen die versuchen, richtige Entscheidungen in einer durch und durch unmoralischen Welt zu treffen. Einmal mehr verhandelt Kennedy ihre Themen mit der ihr eigenen Mischung aus Komik, Sarkasmus und einem gnadenlos entlarvenden Blick.

Verstörendes zu erzählen, darauf versteht sich der in Alaska geborene David Vann auf ganz besondere Weise: Komplizierte und spannungsgeladene zwischenmenschliche Beziehungen präsentiert er in unprätentiösen, klaren Texten. Nach seinem kunstvollen wie gefeierten Roman «Aquarium» entwirft er in seinem neuen Werk «Bright Air Black» ein facettenreiches Porträt von Medea, der wohl faszinierendsten Frau der Mythologie.

Der US-amerikanische Schriftsteller Josh Weil, meisterhaft lakonisch und genau in der Zeichnung seiner Figuren und ihrer Seelenzustände, ist mit zwei Bänden zu Gast bei Sprachsalz: Er liest aus dem Roman «Das gläserne Meer» sowie aus dem soeben erschienen Band «The Age of Perpetual Light» mit acht Erzählungen über das Menschsein und die stete Suche nach Fortschritt und einem besseren Leben.

Vigdis Hjorth machte sich in ihrer norwegischen Heimat mit Essays und Diskussionsbeiträgen zu gesellschaftlichen Themen und ihrem scharfen Blick auf Alltags-Sexismus, rassistische Vorurteile und Verhaltensweisen einen Namen. In ihrem neuen Roman «Bergljots Familie», den sie frisch aus der Druckerpresse mit nach Hall nimmt, erzählt sie mit sezierender Klarheit die Geschichte eines Familienzwists, der aufgrund eines Testaments ausbricht.

Mit der Heimat als provinzielle Antiidylle setzt sich Petra Piuk in ihrem gerade erschienenen Buch «Moni und Toni oder: Anleitung zum Heimatroman» auseinander: Bitterböse und höchst unterhaltsam demontiert sie mit dieser Gebrauchsanweisung Stück für Stück den Schein des zivilisierten Mitteleuropas und hebelt gleichzeitig kunstvoll alle Regeln des klassischen Erzählens aus.

ZEITGESCHICHTEN
Auf eine zeitgeschichtliche und familiäre Spurensuche begibt sich der Schweizer Journalist und Schriftsteller Sacha Batthyany in seinem Buch «Und was hat das mit mir zu tun?», das den Leerstellen seiner Familiengeschichte nachspürt: Seine Großtante war in das Massaker von Rechnitz verwickelt, eines der schrecklichsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Ein schillerndes Kompendium der eigenen und der deutschen Identität präsentiert Guntram Vesper mit dem Buch «Frohburg», für das er mit dem Leipziger Buchpreis 2016 ausgezeichnet wurde. In diesem Opus Magnum macht sich der deutsche Autor auf die assoziative und obsessive Suche nach der eigenen Biografie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und reiht sich damit ein in die Erzähltradition von Walter Kempowski und Peter Kurzeck.

Martin von Arndt begibt sich in seiner Reihe um Kommissar Andreas Eckart in die deutsche Vor- und Nachkriegszeit: Im atemlos erzählten Politthriller «Tage der Nemesis» thematisiert er wahre Verbrechen und fängt so die politisch aufgeheizte Atmosphäre der 1920er Jahre eindrücklich ein. Im wendungs- wie temporeichen zweiten Band folgt er Kriegsverbrechern auf der Flucht, die sich nach dem 2. Weltkrieg auf den titelgebenden «Rattenlinien» abzusetzen versuchten.

Rolf Lyssy zählt nicht nur zu den erfolgreichsten Filmemachern der Schweiz, sondern es gelang ihm auch ein Buch-Bestseller: «Swiss Paradise» hätte die Fortsetzung des Filmes „Die Schweizermacher“ mit Emil sein sollen, stattdessen entstand ein schonungslos ehrliches Buch über seine Heimat und Lyssys eigene Geschichte, indem er Einblicke in die dunkelste Zeit seines Lebens gewährt.

Für das Erzählen in seinen vielfältigen Ausdrucksformen steht auch der in London lebende Schweizer Kulturjournalist Hanspeter «Düsi» Künzler. Er versteht es mit Geschichten, die das Leben schreibt, und die hinter den Texten entstehen, zu unterhalten. Den Blick dahinter gewährt er auch seinen Lesern, u. a. mit seinem Bestseller «Der Thriller um Michael Jackson – Familie, Fans & Verfolgungsjagden».

REALITÄTSFRAGMENTE
Für die traditionelle Eröffnungslesung mit einem Tiroler Autor wurde in diesem Jahr Martin Kolozs eingeladen, der sich in seiner Literatur wie in seinen biografischen Texten intensiv mit dem Thema des Glaubens auseinandersetzt, so auch in seinem Gedichtband «Mein unruhiges Herz» mit Gebeten, Anrufungen und Psalm-ähnlichen Evokationen.

Subtil und sprachlich prägnant erkundet die Schweizer Lyrikerin Svenja Herrmann in ihrem aktuellen Gedichtband «Die Ankunft der Bäume» die Schnittstelle zwischen der bedrohten Natur und unserer Zivilisation: Mal sind Naturphänomene Auslöser der poetischen Betrachtungen, dann wieder städtische Szenerien.

Momentaufnahmen seiner ausgedehnten Reisen hält er seit nunmehr 40 Jahren vorwiegend in Form von Kurzprosa fest: Bei Sprachsalz wird der Schweizer Peter K. Wehrli einen Auszug aus seine Lebenswerk «Katalog von Allem» geben, in dem er einzelne Beobachtungen, nummeriert und mit einem Stichwort versehen, meist in einem Satz möglichst präzise zu beschreiben versucht.

Die österreichische Schriftstellerin und Lyrikerin Judith Pouget wirft in ihren Arbeiten poetische Schlaglichter auf die Wirklichkeit: In «ortlos» erzählt sie in kurzen, stark rhythmisierten und verdichteten Textfragmenten vom Fremdsein in einem anderen Land, vom Kampf mit den Wörtern beim Übersetzen und von der Einsamkeit in einer bevölkerten Stadt. Der Verlust der Sprache wird dabei zum Verlust der Gewissheit über die Realität.

Der deutsche Schauspieler, Regisseur und Autor Burkhard Jahn betrachtet in «Himmelblauer November» mit klassischen lyrischen Texte aus vier Jahrzehnten ebenso wie in seinem neuen Roman «Der Weg an der Sarca» die eigenen menschlichen Unzulänglichkeiten wie den Kampf mit dem eigenen Vergehen oder die Wehmut über verpasste Gelegenheiten.

SPRACHSALZ-MINI
Auch in diesem Jahr bietet Sprachsalz-Mini mit einer Buchwerkstatt für Kinder Einblicke hinter die Kulissen und lädt zum Selbermachen ein. Währenddessen wird es kurze Leseeinheiten von Sprachsalz-Autorinnen und -Autoren mit Texten für Kinder geben. (Eintritt frei, für Kinder von 7–12 Jahren, Material wird zur Verfügung gestellt – Anmeldung empfohlen.

SPRACHSALZ-GALA
Der Festabend am Sprachsalz-Samstag bietet Kulinarisches und Literarisches: Neben Lesungen – u. a. von A. L. Kennedy – gibt es ein Sprachsalz-Menü. Einlass 18.00 Uhr, ab 19.00 Uhr Vorspeise und Hauptgänge, Lesungen ab 20.30 Uhr, Dessertpause. Reservierung nur mit Menü möglich (VVK à 39 Euro/Person, ohne Getränke): online hier oder unter reservation@sprachsalz.com

SPRACHSALZ-WEBLOG
Sprachsalz bietet Interessierten auch in diesem Jahr wieder ein Weblog, auf dem Texte und Ausschnitte aus Lesungen als Audiofiles zu finden sind: www.sprachsalz.com/weblog/

TERMINE:
Parkhotel-Autoren-Empfang: Donnerstag, den 7. September 2016, ab 19.00 Uhr
(geschlossene Veranstaltung für geladene Gäste, Presse willkommen)

FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER:
Kooperationspartner: Medienturm Ablinger.Garber
Hauptsponsoren: Stadt Hall, Land Tirol, Bundeskanzleramt KUNST, Parkhotel Hall
Weitere Sponsoren und Partner: Kulturregion Hall-Wattens, Kultur.Tirol, Pro Helvetia, Retterwerk Mercedes, Restaurant Welzenbacher, Tirol Kliniken Hall, Tiroler Versicherung, Tiroler Tageszeitung, Austrian Airlines, Der Standard, Innsbrucker Zeitungsarchiv IZA, Literar mechana, ULB Universitäts- und Landesbibliothek, Lampe Reisen, Buchhandlung liber wiederin, Swarovski, parkSpa.

Herr Cleese, ich habe eine Frage.

Geduldig signierte John Cleese die Bücher der schlangenstehenden Fans an Sprachsalz in Hall in Tirol 2016. Magdalena Kauz und Urs Heinz Aerni schauten, dass es schön gemütlich blieb.
Doch ein Besucher wollte von ihm nichts signiert, sondern eine Frage beantwortet haben. Diese überraschte Cleese etwas, aber er erklärte, dass man über diese wichtige Frage sehr gut nachdenken müsse und dafür fehlte ihm an diesem Abend die Zeit.
Wer wissen möchte, welche Frage der Gast John Cleese stellte, darf sich gerne melden.
(Das Bild stammt von dem sympathischen Fotografen Denis Mörgenthaler)

Was erwartet uns in Hall i. Tirol?

Viel Eigensinnliches rund ums Wort. Da wäre mal Rolf Lappert.

«Mannezimmer?», schon gehört, war das nicht eine Soap im Schweizer Fernsehen? Rolf Lappert nickt, er schrieb für diese in der Schweiz extrem erfolgreiche Serie. Wir zwei waren damals gerade auf dem Weg in ein altehrwürdiges Fußballstadion in Wien zum Spiel zwischen den beiden Nationalmannschaften der Autoren. Die Schweizer haben 1:7 gegen die Österreicher verloren, aber Rolf Lappert stand vor einem großen Erfolg als Schriftsteller, denn der Bestseller «Nach Hause schwimmen» sollte erst noch das Licht der Buchhandlungen erblicken. Mit diesem Roman räumte Lappert Preise und Komplimente en masse ab, dies zurecht; seine Geschichten greifen weit aus, erzählen vielstimmig mit dem Sinn fürs Wesentliche des Lebens um den Puls der einzelnen Figuren spüren zu lassen. Er sagte mal, dass er beim Schreiben sehr störanfällig sei, ja sogar eine einzelne Fliege könne ihn aus dem Konzept bringen. Freuen Sie sich auf ihn hier in Hall; und wenn Sie ihn mit einer Fliegenklatsche durchs Parkhotel gehen sehen, dann freuen Sie sich gleich nochmal, nämlich auf seinen nächsten Roman.

Dann kommt auch Christoph Simon ins Tirol

Es ist schon sehr lange her, als sich der junge Schriftsteller Christoph Simon im Bahnhofsrestaurant in Solothurn für ein Interview mit mir an den Tisch setzte. Heute ist die Kneipe durch ein Bistro ersetzt worden, aber der Autor wirkt noch immer so frisch wie damals. Von seinem ersten Roman mit dem Titel «Franz oder warum Antilopen nebeneinander laufen» sind bis heute Bücher erschienen, die allesamt in jedes Bücherregal gehören.

Irgendwie machte er dann in seiner Karriere eine Art Umkehrschub: Nachdem er Romane schrieb, an Literaturfestivals und in Literaturhäusern las, steht er nun auf Bühnen als literarischer Kabarettist oder als Poetry Slammer vor 800 Menschen in einer riesigen Halle in Zürich. Der Verfasser dieses Artikels war Zeuge des soeben erwähnten Anlasses. Da fetzten, lallten und kalauerten die anderen Spoken-Worder, was das Zeug hielt, und dann tritt dieser Christoph Simon völlig unaufgeregt und entspannt ans Mikro und beginnt zu reden. Ohne Halligalli erzählt er Sachen dergestalt, dass der Applaus seine Mitbewerbenden von der Bühne fegt. Und irgendwie genau so sind seine Bücher. Beginnt man sie zu lesen, dann nehmen seine Geschichten ganz sachte Fahrt auf, bis es zu spät ist, aufzuhören.

Hier die Namen aller Autorinnen und Autoren 2016:

Viv Albertine (England);

Hans Augustin (Österreich)

Marcel Beyer (Deutschland)

Safiye Can (Deutschland)

John Cleese (England)

Stephan Eibel Erzberg (Österreich)

Martin Fritz (Österreich)

Jón Gnarr (Island)

Iman Humaidan (Libanon)

Uta Köbernick (Deutschland/Schweiz)

Rolf Lappert (Schweiz)

Jeremy Reed (England)

Tom Schulz (Deutschland)

Christoph Simon (Schweiz)

Alina Simone (USA)

Weitere Links zu Informationen zum Festival:

Nach Hall gelangen Sie sehr gut mit der Bahn über Innsbruck mit Anschluss der Regionalbahn. Mit dem Auto sind es von Innsbruck etwa 20 Minuten, entweder über die Autobahn oder noch schöner, an der nördlichen Hangstraße entlang via Absam. Wunderschöne Landschaft. Hall ist ein bezauberndes Städtchen mit beeindruckender Altstadt, grandioser Rundsicht auf die Tiroler Alpen und das Parkhotel entzückt durch die Architektur.

Besuchen Sie mal digital folgende Webseiten:

Stadt Hall

Parkhotel Hall

Festival Sprachsalz

Wenn Sie zu Hause bleiben, dann können wir gerne darüber reden.

 

 

 

Pforzheim?

Eine Stadt mit Problemen wie viele andere auch. Hier leben rund 120.000 Einwohner, die Stadt schmiegt sich in bewaldete Täler im Bundesland Baden-Württemberg. Die alten Römer waren auch hier, die Alliierten bombardierten im 2. Weltkrieg ziemlich alles weg, statt wie vorgesehen Karlsruhe, doch da spielte das Wetter nicht mit. So musste die City schnell und oft auch unschön wieder aufgebaut werden. Nach Zeiten des wirtschaftlichen Aufbruchs kamen auch wieder schlechtere Zeiten, was die Arbeitslosigkeit und die daraus auslösende Unsicherheit zum Ausdruck bringen. Das Programm des Stadttheaters bietet ein hochkarätiges und sehr engagiertes Programm und die Hochschule für Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht lässt das Stadtbild mit rund 6.000 Studierenden verjüngen, dazu tragen zudem die traditionsreichen Goldschmiede- und Uhrmacherschulen bei. Pforzheim führt ein großes Potenzial für den Tourismus, denn hierher könnte es Menschen ziehen, die Natur lieben, gerne Fahrrad fahren, Wandern, Vögel beobachten und auch gerne lecker essen.

Und für Menschen, die schöne Bücher, originelle Worte und überraschende Geschichten finden möchten, wäre Pforzheim bis zum Sonntag ein Mekka. Das Parkhotel mit dem anschließenden Stadttheater verwandelt sich in einen Gebäudekomplex, in dem es nur so wimmelt von Sätzen.

Zu diesen Wort-Lieferanten gehören diese Gäste:

Viv Albertine (England)John Burnside (Schottland)Safiye Can (Deutschland)Jón Gnarr (Island)Yannick Haenel (Frankreich)Takashi Hiraide (Japan)Jack Hirschman (USA)Vigdis Hjorth (Norwegen)Claire Keegan (Irland)Rolf Lappert (Schweiz)OHNE ROLF (Schweiz)Gerhard Rühm & Monika Lichtenfeld (Österreich)Ed Sanders (USA)Christoph Simon (Schweiz)Patrica Smith (USA)Michael Stavarič (Österreich)Martin von Arndt (Deutschland)Joachim Zelter (Deutschland)Nell Zink (USA)

Und bevor Sie packen, hier finden Sie noch alle wichtigen Informationen.

Rückblick 2015

Eröffnet hat die Literaturtage in diesem Jahr der Tiroler Autor Thomas Schafferer, der durch seine Vielseitigkeit und Innovation besticht, begleitet wurde er von Wolfgang Peer am Akkordeon. Im Anschluss zeigten Ralf Schlatter und Musiker Michael Wernli wie unterschiedlich eben doch Literaturschaffen sein kann, eine Bestätigung der literarischen Mannigfaltigkeit.

Die Mischung aus Internationalität und verschiedener literarischer Genres bestimmte auch in diesem Jahr das Festival: Nouri Al-Jarrah beispielsweise, ein in London lebender Dichter aus Syrien, war Gast des Klangspuren-Abends. Die anspruchsvolle Komposition „stele.blut“ von Hannes Kerschbaumer bot, verknüpft mit einer zweisprachigen Lesung aus Al-Jarrahs Werk, Impressionen des Schreckens in Syrien. Nach dem Konzert stellte sich die israelische Autorin Lizzie Doron Al-Jarrah mit einer Umarmung vor: „Hi, I’m Lizzie Doron, I am from Israel, we are neighbours.“

Amina Abdulkadir, eine aus Somalia stammende Schweizerin, präsentierte ihr Debüt „Alles, nichts und beides“ mit Texten, die nicht im Buch sind. Der Grund: „Dann hätten Sie es ja schon gelesen.“ Zum Abschluss führte sie das Publikum in die Höhen der griechischen Mythologie, um als personifizierte Helvetia zu landen: „Offensichtlich mit Ovomaltine im Blut.“

Nicht nur in seinen Gedichten, auch sein neuester Roman „Freie Folge“ zeugt von der ganz besonderen lyrischen Stimme von Thomas Kunst. Der im deutschsprachigen Raum wenig bekannte, in Paris lebende Autor Francis Combes ist für Organisator Heinz D. Heisl „die stille Kanone der Poesie“. Da sein einziges ins Deutsche übersetzte Werk „Maskenball auf Minitel“ längst vergriffen ist, wurden für seine Lesung aktuelle Texte ins Deutsche übertragen.

Die US-amerikanische Beat-Szene bekam mit John Giorno und Udo Breger eine Bühne. In seinem unveröffentlichten Text „Road Stops” beobachtet Breger distanziert die Beat-Szene in Europa und Amerika seit den 60er Jahren. Der 78-jährige John Giorno aus Manhattan, eine Ikone der Pop Art und eines der größten Vorbilder für die Spoken Word- und Slam-Gemeinde, bannte mit seinem für die Beat-Bewegung eigenen Duktus das Publikum.

Am Büchertisch wurde das Werk von Joachim Zelter eifrig nachgefragt, bei den Lesungen beeindruckte er mit einer Mischung aus Vortragskunst und auf den Punkt formulierter Satire. Zum Glück seiner Leser wollte Zelter, wie er bei einem Gespräch erzählte, den Germanisten in sich abschütteln und sei darum Schriftsteller geworden. Unterhalten hat auch der österreichische Sprach-Experimentator und Wortjongleur Walter Pilar, er erweckte bei seinem Auftritt einen brünftigen Zwölf-Ender zum Leben.

Arno Camenisch, in der Schweiz bereits ein Hype, in Österreich endlich entdeckt, überraschte mit seiner graubündnerischen Sprachmelodie und kritischen Tönen zu den unabsehbaren Folgen der urbanen Prägung der Bergwelt.

Sprachsalz-Abend
Einen kleinen Auszug aus ihrem Werk boten am Sprachsalz-Abend eine Reihe von Autorinnen und Autoren, die bereits tagsüber zu hören waren, darunter Peter Bichsel, der auch bei seiner Lesung am Sonntag Nachmittag das Publikum verzauberte. Der 80-jährige Schweizer Autor begeisterte mit jungenhaftem Charme und seinem unübertroffenen Stil: „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich zum zweiten Mal hier sein durfte. Sprachsalz ist bald die einzige Sache, die unverändert wunderbar bleibt.“

Überraschungslesung
Der mit Spannung erwartete Überraschungsgast war Michail Schischkin. In 30 Sprachen übersetzt, gehört er zu den wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellern russischer Sprache. Er las aus einem unveröffentlichten Manuskript mit dem Titel „Die Eroberung Izmails“.

Sprachsalz-Club
Spannend und thematisch vielschichtig waren die vier Sprachsalz-Club-Gespräche. Der 1921 geborene Schriftsteller und Fernsehjournalist Georg Stefan Troller emotionalisierte das Publikum im Gespräch mit Felix Mitterer. Er präsentierte druckreif seine Geschichte – die Exilierung, sein Leben in Paris, die Faszination des filmischen Dokumentierens. Am Samstag leitete Alexander Kluy den zweiten Club. Auf der Bühne konnte man Peter Bichsel, Walter Pilar und nochmals Georg Stefan Troller erleben. „Überleben des Lebens“ war das Thema der ehrwürdigen Altherrenrunde und zeigte Parallelen und Widersprüche auf. Der Publikumsmagnet Lizzie Doron schaffte es, im Sprachsalz-Club-Gespräch mit Irene Heisz die Absurdität des Nahost-Konflikts zu verdeutlichen. Zahlreiche Festivalbesucher hatten im Anschluss das Bedürfnis, das Gespräch mit ihr zu suchen. Im abschließenden Club am Sonntag Vormittag suchte Alexander Kluy mit Joachim Zelter, Thomas Schafferer und Amina Abdulkadir Antworten auf die Fragen nach Ideenfindung, dem Schreibprozess und nachhaltiger Zufriedenheit mit dem eigenen Text.

Sprachsalz-Spezial
Die letzte Veranstaltung des diesjährigen Sprachsalz-Festivals war Ernst Jandl gewidmet, der dieses Jahr 90 Jahre alt geworden wäre. Ariela und Thomas SarbacherPetra Rohner und Peter Schweiger präsentierten mit „szenen aus dem wirklichen Leben/Die Humanisten“ eine Hommage an den Wiener Meister des Sprachexperiments.

Die ganz jungen Besucher konnten bei Sprachsalz-Mini unter der Anleitung vonChristian Yeti Beirer eigene kleine Bücher und Lesezeichen herstellen und bekamen insgesamt sechs Extra-Lesungen von den Sprachsalz-Autorinnen und Autoren geboten.

Der Tiroler Wortkünstler Wilfried Schatz präsentierte im Foyer komische und nachdenkliche Wortkreationen und die Pforzheimer Künstlerin Anina Gröger zeichnete mit ihren Lesehintergründen für die künstlerische Gestaltung der Bühnen in den jeweiligen Sälen verantwortlich.

Alle Spenden bei Sprachsalz 2015 werden an die Innsbrucker Gruppe Freedomseekers überwiesen, um deren (Kultur-)Arbeit mit Flüchtlingen zu unterstützen (über 1.500 Euro).

Die 14. Literaturtage Sprachsalz finden von 16. bis 18. September 2016 statt. Erstmalig gibt es vom 6. bis 8. Mai 2016 auch eine Sprachsalz-Ausgabe in Pforzheim/Deutschland, Details folgen.

http://www.sprachsalz.com
WEBLOG: http://www.sprachsalz.com/weblog/

Den Bericht von Fernsehen ORF sehen Sie hier…

SPRACHSALZ AUTORINNEN und AUTOREN 2015

 

FÖRDERER, SPONSOREN, PARTNER:
Kooperationspartner: Medienturm Ablinger.Garber, Klangspuren
Hauptsponsoren: Stadt Hall, Land Tirol, Bundeskanzleramt KUNST, Parkhotel Hall, Bank Austria
Weitere Sponsoren und Partner: Kulturregion Hall-Wattens, Kultur.Tirol, KulturKontakt Austria, ParkIn Hall, Pro Helvetia, Retterwerk Mercedes, Restaurant Welzenbacher, Tirol Kliniken Hall, Tiroler Versicherung, Tiroler Tageszeitung, Der Standard, Innsbrucker Zeitungsarchiv IZA, Literar mechana, ULB Universitäts- und Landesbibliothek, Schweizerische Eidgnossenschaft – Schweizer Botschaft in Wien, Fondation Bartels Basel, Lampe Reisen, Wiederin Buchhandlung