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Jagd nach Schwein oder Glück?

Die Kolumne in der Bündner Woche läuft bekanntlich unter «Aufgefallen» und wissen Sie was, zwischen den Abgabeterminen fällt mir sehr Vieles auf, was es verdiente, darüber zu schreiben. Beispiele? Ich wuchs in der Nähe der Grenze zu Deutschland auf und liebte den Radiosender SWF3 mit «Pop Shop» oder Else Stratmann. Nun wollte ich modern sein, kaufte mir ein portables DAB-Radio und höre da, dieses neue System lässt nicht mehr zu, dass wir SWR oder ORF hören können, sondern nur noch CH-Sender von Radio Zentralschweiz bis Radio Argovia, die ziemlich alle denselben Sound bringen. Kurz: Die digitale Revolution engt den audiotechnischen Horizont ein. Im Kanton Solothurn erlegte ein Jäger aus Versehen drei Haus-Wollschweine, in den Wäldern Niederösterreichs wird nach einem Känguru gesucht, von dem jede Spur fehlt, bis zur Drucklegung dieses Textes und in Rom dürfen Touristen sich nicht mehr auf die Spanische Treppe setzen.

Und dieses Buch fiel mir nicht nur vor kurzem auf, sondern in die Hände: Vallotton konnte nicht nur malen, das Schreiben beherrschte er ebenso. Der aus Lausanne stammende Maler und Grafiker (1865 – 1925) verbrachte die letzten 43 Jahre in Paris. Die Stadt ist auch Schauplatz seines Romans, der heute übersetzt vorliegt. Erzählt wird das Leben eines Mannes, der in der Kindheit mit traumatischen Unglücksfällen konfrontiert wurde und doch immer wieder die Lebensfreude zurückgewann. Leidenschaft bilden die Koordinaten dieser Geschichte über die unglückliche Jagd nach dem Glück. Der Unglücksjäger übrigens, bat öffentlich beim Wollschweinbesitzer um Entschuldigung.

Urs Heinz Aerni

Das Buch: „Das mörderische Leben“ von Félix Vallotton, NZZ Libro, ISBN 978-3-03823-586-6

„Gibt es bei ORF noch was zu lachen?“ und „Ein 32-jähriger Bundeskanzler ist nicht normal“

Helle Aufregung über den ORF-Auftritt des Satirikers Jan Böhmermann und seinen Äußerungen zu Österreich, seine Mentalität und Regierung. Anlässlich einer Ausstellung in Graz zu rechtsextremen Tendenzen in Österreich gab der Künstler seinem Interviewpartner ziemlich Saures über das Alpenland zwischen West und Ost. Die Wochenzeitung FALTER empfiehlt unbedingt den Besuch dieser Ausstellung.
Laut der BERNER ZEITUNG wurde bei der Ausstellung diese
fiktionale Begrüßung von Vizekanzler Strache mit «Vom Neonazi zum Sportminister, eine typisch österreichische Karriere» zensiert.
Welche Satirikerin könnte die Schweiz spiegeln lassen? Welchen Schweizer könnte man nach Österreich und Deutschland schicken lassen? Oder müsste man die Deutschen Bundesländer einzeln abfertigen? Soll man Böhmermann mal auf die Schweiz los lassen?
Demnächst weile ich in Österreich, mal sehen, wie sich die Stimmungslage sich so anfühlt…
Hier der Auftritt Böhmermanns im ORF: