Die Schweiz stimmt über die Grundlage einer reichen Medienvielfalt ab.

pd

Die Bevölkerung der Schweiz darf am 13. Februar 2022 entscheiden, ob sie mit Ihrem Steuergeld die Förderung der freien und unabhängigen Medien sowie der Medien in den Regionen unterstützen sollen.
Die Medienkonzerne und die großen Medienhäuser mit einer neoliberalen bis hin zur rechtskonservativen Gesinnung möchten das verhindern. Unter anderem mit dem Argument, dass der Staat Einfluss in die Berichterstattung nehmen will.

Diese Befürchtung macht die Verfassung eines Rechtsstaates wie die Schweiz hinfällig. Seit 1848 schreibt sich die Schweiz die Presseförderung im Sinne einer demokratischen Diskussionskultur auf ihre Fahnen.
Die Medienkonzerne fusionieren sich jedoch mit Onlineanbietern, die mit dem Journalismus nichts am Hut haben. Ein Trend, der immer mehr zunimmt.
Grund: Maximalrendite.

Der Trend geht Richtung schnelles vieles Geld durch das digitale Geschäft, nicht in Richtung kritischen Journalismus. Zudem schlucken die Großen immer mehr die regionalen, fachspezifischen und unabhängigen Medien, da diese sich am Werbe- und Lesermarkt nicht mehr halten können.

Eine Studie zeigt, dass sogenannte Regionalmedien in den Händen von Konzernen viel zu wenig aus ihrem Einzugsbereich berichten, sondern in einen Einheitsbrei geraten, der überall zu lesen, zu sehen und zu hören ist.
Kurz: Es findet eine Amerikanisierung der hiesigen Medienlandschaft statt. Reiche füttern die Medien mit ihrer Weltsicht und untergraben die Meinungsvielfalt, die zu einer volksnahen Demokratie gehört.

Die Medienförderung durch den Bund soll diesem Trend paroli bieten. Und auch wenn über so manches Detail noch nicht alle Fragen beantwortet sind, sei eine Zustimmung zu diesem Medienförderungsgesetz empfohlen.

Und nebenbei: Die Presse gilt als die vierte Macht, nach der Exekutive, Legislative und der Judikative. Und, die Justiz wird auch durch öffentliche Gelder finanziert und gilt in einem Rechtsstaat als unabhänige Instanz für die Rechte der im Lande lebenden Menschen.

Hoffen wir, dass die Menschen in der Schweiz das Kreuz am richtigen Ort machen.

Links:

Ja-Komitee

Information der Schweizer Regierung

Urs Heinz Aerni