Drei Sachen: In drei Wochen!, Das Vertrauen in die Menschheit, Wien in der Nacht

Liebe Leserin, lieber Leser

Lachend gab sie mir das Rückgeld in die Hand, dann ging ich mit meinem Bier zu den Kumpels in die zweite Reihe im Jazzclub, setzte mich zwischen ihnen, wir prosteten uns zu in der Vorfreude auf das Konzert und als mich jemand an der linken Schulter berührte, wachte ich panisch und schweißgebadet auf.

Ja, meine Damen und Herren, dass sind Albträume im Corona-Zeitalter.

«In drei Wochen sei es vorbei»

Sagte mir mein persönlicher Berater in meinem Stammkiosk, als er die Zeitung überreichte. Er habe Freunde im Krankenhaus, die hätten ihm gesagt, dass in der kommenden Woche der Höhepunkt erreicht sei und dann ginge es schnell ins Normale zurück und wir könnten uns auf einen schönen Sommer freuen. Ich gab ihm für diese News Trinkgeld.

Das Vertrauen in die Menschheit

könnte man verlieren, bei diesem Bild heute früh in meinem Viertel. Was ging in diesen Köpfen vor (Bild unten).

Wien in der Nacht

bekommt mit diesem Video eine neue Facette der Melancholie und Poesie. Schenken Sie sich einen Zweigelt ein, klicken Sie auf «Start» und lehnen Sie sich zurück. Gutes Reisen…:

https://www.youtube.com/watch?v=3MXrlJ65GVw&list=PL-pueg_2gQqgToNfR4YPKO1K689uOuih9

Schauen Sie sich gut! Ihr Urs Heinz Aerni

Falls kein Zweigelt zur Hand sein sollte:

Das Weingut zum Sternen ist ein Familienbetrieb in der Nähe des Naturschutzgebietes «Klingnauer Stausee» im Schweizer Kanton Aargau ganz in der Nähe von Rhein und dem Südschwarzwald. Das Familienunternehmen bietet eine große Auswahl an edlen Weinen bis zum 30. April portofrei und mit 10 % Rabatt an. https://www.weingut-sternen.ch/ Vermerk bei der Bestellung: «Aerni».

 

Zürich Albisrieden

Es gibt sie, die Unterschiede zwischen der Grippe und Covid-19 und was wir daraus machen könnten

Die Maßnahmen der Behörden und Facheinrichtungen gegen die Ausbreitung von Covid-19 wird von nicht wenigen Besserwissenden kritisiert. Die wildesten Gerüchte über die Gründe der Pandemie kreisen durch die Foren im Netz, zum Teil mit Ideen, die interessant für eine Verfilmung a la „Deep Impact“ wären. Und andere Zeitgenossen, die es zu wissen meinen, behaupten, dass das neue Virus nichts als eine Variante der herkömmlichen Influenza sei.

 

Die wichtigsten Unterschiede zwischen der bekannten Grippe und dem Covid-19: 

– Ausbreitungsgeschwindigkeit

– Größte Ansteckungsgefahr während den stärksten Symptomen (nicht so bei Grippe)

– Ansteckungsrate: wird in kurzer Zeit auf mehr Menschen übertragen als bei der Influenza

– Kinder sind weniger betroffen als Erwachsene, nicht so bei der Grippe

– Risikogruppen: Dazu gehören nicht Kinder und Schwangere im Gegensatz zur Influenza nach aktuellem  Wissenstand seitens der Expertinnen und Experten

– Noch keine zugelassene und funktionierende Impfstoffe (über 20 in Entwicklung)

– Atemnot. Kein klassisches Symptom bei Grippe und Erkältung

Diese zur Zeit bekannten Fakten verlangen einen verantwortungsvollen Umgang gegenüber den gefährdeten Mitmenschen, im Wissen, dass wir noch nicht alles wissen. Wer das Obige nicht ernst nimmt und versucht, es zu bagatellisieren, begibt sich in eine Verantwortungslosigkeit.

Als Anregung für solche, die alles Unmögliche in die Corona-Krise hineininterpretieren sei empfohlen, diese Denkzeiten für die Frage zu investieren, ob diese Krise nicht eine Chance sein könnte, für ein Umdenken im Umgang mit:

– mit den natürliche Ressourcen

– mit dem bisher kultivierten wirtschaftlichen Wachstumswahn

– mit dem Konsum von Billigprodukten aus armen Ländern

– mit dem Sinn der Artenvielfalt auch zum Nutzen der Menschheit

– mit den Werten, die vielleicht keine Werte mehr sein könnten

– mit der Gestaltung des Lebens in der Kombination der Selbstgenügsamkeit mit der Freude an dem, was ist

Urs Heinz Aerni


 

Quellen:
Informationen: Weltgesundheitsorganisation (WHO) und SRF vom 07. März 2020
Grafik: NZZ am SONNTAG, CDC, WHO vom 15. März 2020

 

Neue Tarife?

Der Himmel über China wird frei, vor den großen Sportstadien kann sich die Polizei das Tränengas sparen, Verbrauch an Erdöl, Benzin und Kerosin sinkt und das Frühlingszwitschern im Wald wird immer lauter. Ob die Virus-Krise für die Natur einen Vorteil herausspielt, wird man sehen. Ein Freund meinte kürzlich in der Kneipe zu den sich zuspitzenden Krisen in Syrien, Irak oder Libyen, dass alle waffenexportierenden Länder, die steuerliche Gewinne durch diese Konflikte machen, einen entsprechenden Anteil an Flüchtlingen aufnehmen müssten. Wie finden Sie die Idee?

Auffallend ist, dass von den Kirchen und Glaubensgemeinschaften zu diesen Viren- und Kriegs-Krisen nichts zu hören ist, auch kein Ton zum Klimawandel und Artensterben. Exklusiv für Sie, habe ich mal bei diversen Religionsgesellschaften angefragt. Hier ein paar Auszüge der erhaltenen Stellungnahmen: «Die wirtschaftlichen und technischen Ursachen des Artensterbens haben eine spirituelle Dimension.» meint die Pressestelle der Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz. Herbert Bodenmann von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten betont, dass der Fleischverzicht aus gesundheitlichen Gründen auch der Umwelt dient. Übrigens, der Erfinder der Cornflakes, Dr. Kellogg, sei Mitglied dieser Kirche gewesen.

Die Kirche Jesu Christi im Volksmund «Mormonen» gaben keine Antworten und verweisen auf die Website und die Schweizerische Israelitischer Gemeindebund bittet, die Fragen an die einzelnen Gemeinden zu richten. Jürg Stettler von der Scientology Kirche zitiert L. Ron Hubbart: „Der Mensch hat die potenzielle Fähigkeit erreicht, die Erde zu zerstören. Er muss darüber hinaus die Fähigkeit erwerben, die Erde zu retten und dann entsprechend handeln“ und Stettler appelliert an die Eigenverantwortung der Mitglieder. Der Vorsitzender der Chrischona Schweiz, Christian Haslebacher, ist überzeugt, dass «Jesus diese Welt einmal in Ordnung bringen» werde und diesen Zustand sollen die Christen im «Kleinen und Großen vorwegnehmen».

Wir würden in einer «degenerierten Zeit» leben, im sogenannten «Kali-Yuga» gibt Acharya Vidyabhaskar vom Schweizerischen Dachverbands für Hinduismus (SDH) zu verstehen. Die Menschen würden die „Achtsamkeit hinsichtlich der Natur und der tiefsten Sichtweise des Lebens zunehmend vergessen“ aber statt Weltuntergang brächte der Zyklus auch wieder eine gute Zeit.

Zur Verantwortung gehöre auch ein Gebäudeneubau nach den ökologischen Standards, so Thomas Riesel von der Evangelischen-Lutherische Kirche Zürich, verweist zudem auf die Baumpflanzaktion in Äthiopien und hofft, den blauen Planeten so gut es geht, den zukünftigen Generationen zu erhalten. Aus unterschiedlichen Gründen fehlen bis dato noch Stellungnahmen von einigen Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

Seit Jahrhunderten gelang es weder der Politik noch der Religion, das Artensterben zu stoppen. Statt Gottvertrauen scheint ein kleines Virus in der Lage zu sein, einen neuen Tarif im Umgang mit der Umwelt durchzugeben.

 

Urs Heinz Aerni

 

Kennen wir sie, unsere Vögel?

Liebe Leserin, lieber Leser,

2020 sind Kurse und Exkursionen geplant, für alle, die mehr über unsere Vögel erfahren möchten.

In Muri (Aargau) zusammen mit Ruth Grünenfelder

In Erlenbach zusammen mit Iren Schürmann

In Zürich an der Klubschule Migros

Weitere individuelle Exkursionen können direkt hier per Mail gebucht werden. Das können auch gemütliche Spaziergänge am Wasser, im Wald und ja gar in der Stadt sein, denn Vögel findet man überall … noch.

Mit freundlichen Grüßen

Urs Heinz Aern

Hier geht es zum Beitrag „Luftige Migration – Oder wie es dem Menschen bald gelingen wird, auch den Zugvögeln Grenzen zu setzen“

 

Tödliche Oliven

Für die Zeitung BÜNDNER WOCHE möchte ich mal dokumentieren, wie Kulturschaffende und Medienleute in Deutschland und Österreich auf das Wort «Graubünden» reagieren, doch…

…beim Start dieser Umfrage ereilte mich die Information, dass eine spezielle Oliven-Erntetechnik Millionen Singvögel tötet. Erntemaschinen fahren durch die Olivenhaine und holen durch Schütteln und Einsaugen die Früchte von den Bäumen und dies meistens in der Nacht, um das Aroma der Oliven zu halten. Zwischen November und März überwintern viele Zugvögel aus Nordeuropa in den Olivenbäumen und fallen dabei dieser industrialisierten Ernteform zum Opfer. Nun, statt der oben erwähnten Umfrage, bat ich Lebensmittel-Händler um eine Reaktion zu dieser Tragödie. Sie fallen sehr unterschiedlich aus: Während, Edeka und Volg bis zur Abfassung dieser Kolumne schwiegen und Lidl sich später doch noch meldete, schreibt Aldi Suisse: «Nein, von diesen schrecklichen Vorfällen haben wir noch nichts gewusst. Wir haben Ihre Nachricht umgehend an unsere CR Abteilung weitergeleitet. Sie prüfen, ob das uns betrifft und was gegen diese Vorfälle unternommen werden kann. Wir melden uns schnellstmöglich wieder zurück.» Coop antwortet: «Sämtliche Oliven unserer Biobauern für die naturaplan-Öle stammen aus traditionellen Olivenhainen und es besteht somit keinerlei Gefahr für die Zugvögel bei der Ernte. Obwohl unsere Bio-Olivenöle nicht davon betroffen sind, verfolgen wir das Problem mit der vollmechanischen Nachternte im superintensiven Anbau, welches bereits Ende 2018 in Andalusien publiziert wurde. Inzwischen wurden laut Medienberichten sowohl durch die Behörden als auch die Produzenten Maßnahmen ergriffen, die Gefahr für die Vögel einzudämmen.» Was das auch immer heissen mag aber immerhin. Von Migros Schweiz kam noch nichts aber von der Migros Ostermundigen diese Rückmeldung: «Vielen Dank für die Anfrage. Gerne kläre ich die Sache bei unseren Produktespezialisten ab und melde mich wieder, sobald ich eine Antwort erhalte.» MPREIS ist ein Großverteiler in Österreich mit gutem Ruf und schönen Läden schreibt: «Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir können Ihnen dazu leider noch nichts sage. Wir haben uns bereits mit unserem Einkauf in Verbindung gesetzt und werden das intern prüfen lassen.»

Vorläufiges Fazit: Der Skandal ist groß aber die ersten Reaktionen von Unternehmen mit Verantwortung sind ermutigend und bestätigen, dass wir als Konsumierende auch die Verantwortung haben, aktiv zu werden, wenn mal was aus dem Ruder läuft.

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtipp: «Tödliche Oliven» Kriminalroman von Tom Hillenbrand, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04695-3

Tun, was geht

Die eidgenössischen Parlamentswahlen sind vorbei und die Resultate zeigen, wie Klima und Umwelt zu Themen Nummer eins wurden und man darf gespannt sein, wie sie die neue personelle Besetzung unter der Bundeshauskuppel herausfordern werden. Und jetzt kam noch von der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) die Info, dass in den letzten zehn Jahren ein Drittel aller Insektenarten verschwunden sind.

An der Frankfurter Buchmesse diskutierten Expertinnen und Fachleute, was denn gegen das Artensterben und die Wetterextreme unternommen werden könne und immer wieder wird die Politik in die Pflicht genommen, was ja auch ihr Job ist, aber dann stellte der Moderator die Frage, was denn jede und jeder im Alltag für den blauen Planeten tun könne und wissen Sie was, ich kann diese Frage nicht mehr hören, deshalb liste ich nun hier ein für allemal auf, was wir als Otto-Normal-Menschen zu tun mächtig sind:

1. Den Rasen nicht mehr oder nur noch wenig mähen. 2. Automotor abstellen beim Um- und Beladen. 3. Wilder und bunter Garten wachsen lassen. 4. Nicht nur Pet, Alu und Glas aus dem Müll sortieren, sondern Plastik, und die neuen Recycling-Angebote nutzen. 5. Jahreszeitgemässer Gemüseinkauf und nur noch Produkte aus der Region verspeisen und trinken. 6. Nächtliches unnötiges Dekorationslicht löschen und alle Standby-Lämpchen an Stromschienen und Elektrogeräte ausschalten. 7. Urlaubsziele an Eisenbahnschienen bevorzugen. 8. Giftfreie Wasch- und Haushaltsputzmittel verwenden. 9. Lokal statt digital einkaufen. 10. Zuwarten mit dem Kauf des neuesten Smartphones oder Tablet. 11. Kein Deluxe-Futter für Haustiere. 12. Weniger Haustiere. 13. Weniger Babys. 14. Entsprechend Abstimmen wie zum Beispiel gegen Baueinzonungen, Pestizide und für Naturpärke. 15. Mehr Leitungswasser trinken als importiertes Mineralwasser. 16. Am Tag wandern statt in der Nacht im Wald biken. 17. Weniger große Räume bewohnen. 18. Den Laubbläser in den Elektroschrott schmeissen. 19. Beim Heimatfußballclub auf Naturrasen plädieren.

Habe ich was vergessen?

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtipp: „Was schulden wir künftigen Generationen? Herausforderung Zukunftsethik“ von Kirsten Meyer, Reclam Verlag

Dieser Beitrag erschien auch in der Zeitung Bündner Woche.

 

«LUFTIGE MIGRATION»

Liebe Leserin, lieber Leser,

Diesmal ist der Beitrag nicht hier zu lesen, sondern im Magazin GR HEUTE. Wenn Sie diese Zeilen anklicken, landen Sie direkt beim Beitrag.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Urs Heinz Aerni

Das Bild stammt aus der Region Flims (Graubünden), wohin ich den Filmer Marc Tschudin begleitete für den Kinofilm „Welcome to Zwitscherland“. Er soll im Herbst als DVD erscheinen.