„Die Poesie verträgt alles“

Florian Bissig versammelt und kommentiert 20 Gedichte aus der Schweiz und hat Mühe mit Poesie im öffentlichen Raum.

Urs Heinz Aerni: Herr Bissig, Sie lesen und besprechen Gedichte, die nun gesammelt als Buch erschienen sind. Im Vorwort steht, dass Lyrik im Trend liege. Ist dem wirklich so und wie machen Sie das fest?

Florian Bissig: Im gesamten deutschsprachigen Raum lässt sich beobachten, dass sich brillante Schriftstellerinnen und Schriftsteller ganz auf die Lyrik konzentrieren – statt nach einem Bändchen gleich zum Roman zu wechseln. Von Berlin ausgehend ist die deutsche Dichtung seit 2000 zu einer neuen Blüte herangereift. Das schlägt sich in den Feuilletons nieder und auch bei wichtigen Literaturpreisen, die in jüngster Zeit mehrfach an Lyriker vergeben wurden. In der Schweiz bekommt die Lyrik auch im Zusammenhang mit der Performance-Kunst wieder mehr Aufmerksamkeit.

Aerni: Sie wählten zwanzig Gedichte aus, um sie zu präsentieren und zu kommentieren. Über Poesie zu reden ist nicht leicht, wie gingen Sie denn vor?

Bissig: Ja, vielen fällt es schwer, über Gedichte zu reden. Das geht auch regelmäßigen Lesern wie mir so.

Aerni: Wieso eigentlich?

Bissig: Der Grund liegt in der Eigenschaft der Lyrik, die Welt in ganz eigenwilliger Weise zur Sprache zu bringen, an die man als Leser zunächst nicht anknüpfen kann. Ich bin aber davon überzeugt, dass es sich lohnt, dem Gefühl der Verständnislosigkeit und Sprachlosigkeit zu trotzen und Lyrik zu lesen und zu diskutieren. Dabei übt man nebenbei Fähigkeiten, die auch anderweitig hilfreich sind, etwa den Umgang mit Vieldeutigkeit und mit anderen Perspektiven. Wenn man nicht aufpasst, erweitert man dabei seinen Horizont! (lacht)

Aerni: Es finden sich Texte u. a. von Gerhard Meier, Klaus Merz, Eugen Gomringer, Franz Hohler, Ilma Rakusa, ja sogar von Mani Matter und Robert Walser. Was muss ein Text haben, damit dieser von Ihnen beachtet wird?

Bissig: Wenn ich die Gedichte nach einem einzelnen Kritierum ausgewählt hätte, wäre das Buch langweilig geworden. Gerhard Meiers «Rondo» etwa fesselt mich durch einen verblüffenden Gedankengang. Klaus Merz «Nach Homer» ist eine ultrakurze, raffinierte Anspielung an die Odysseus-Sage. Und der Text der jungen Dichterin Marina Skalova ist eine formal spannende und sehr musikalische Begegnung der deutschen mit der französischen Sprache. Ich wollte mit dem Bändchen nicht zuletzt die Vielfalt der Schweizer Lyrik zeigen, der heutigen wie derjenigen seit der Moderne.

Aerni: Sie studierten zudem Philosophie, wieviel Poesie verträgt die Philosophie oder anders gefragt, wäre die Lyrik ein guter Weg zur Philosophie?

Bissig: Die Poesie verträgt alles. Darum ist sie seit Pindar und Sappho auch nicht totzukriegen. Sie hält philosophische Spekulation und religiöses Schmachten ebenso aus wie Betrachtungen über die Banalitäten des Alltags. Entscheidend ist, dass das Gedicht nie ganz im Dienst an irgendeiner Sache aufgeht, sondern eben ein gewisses poetisches Etwas mit sich führt. Wie die Philosophie zielt auch die Lyrik oft auf ein Innehalten ab, auf ein radikales Hinterfragen, oder auf einen ganz neuen Blickwinkel.

Aerni: Wir treffen uns in Zürich West, einem schnell wachsenden Stadtteil, wie überhaupt in ganz Zürich. Wo täte im Stadtbild mehr Poesie gut?

Bissig: Ich bin nicht unbedingt ein großer Freund von Poesie im öffentlichen Raum. Man kann ja Gedichte auf Hausfassaden malen und hoffen, dass sie dann von ein paar Menschen mehr wahrgenommen werden. Aber irgend jemand wird sich dann belästigt oder beleidigt fühlen und die Übermalung fordern. Der Sache der Dichtung dienen solche Streitereien nicht wirklich. Am liebsten sehe ich es, wenn die Menschen ihre Nasen in schöne Gedichtbände stecken –  ich meine natürlich nicht nur mein Büchlein (lacht). Das kann im Tram oder am Dorfbach sein. Und es tut auch dem Stadtbild bestimmt besser als die üblichen Smartphone-Zombies.

 

Florian Bissig, geboren 1979, studierte in Zürich, Berlin und Austin. Nach dem Lizenziat in Philosophie promovierte er in Englischer Philologie mit einer Studie zu Samuel Taylor Coleridge. Er schreibt als freier Journalist für verschiedene Schweizer Zeitungen und Zeitschriften über Literatur, Musik und Philosophie und arbeitet an der Übertragung von Coleridges Lyrik ins Deutsche. Florian Bissig lebt mit seiner Familie in Affoltern am Albis bei Zürich.

Florian Bissig: „Mauerlängs durch die Nacht – Kleine Anthologie der Schweizer Lyrik“, Limbus Verlag, ISBN 978-3-99039-131-0, Gebunden mit Lesebändchen, 96 Seiten.

 

Dieses Interview ist auch in der P. S. Zeitung, im Anzeiger Bezirk Affoltern, in Zürich West und Berglink.de

 

«Medienmitteilung» und Ihre Aussagekraft

Auch Presse- und Medienmitteilungen sind erstellte Texte, die einerseits für den Absender und seine Angebote werben aber auch Inhalte vermitteln, die je nach Medium kommentiert oder genau so übernommen werden kann. Die Solothurner Literaturtage gehören in der Schweiz zu den wichtigsten Anlässen rund um die Kunstdisziplin Sprache. Wir schauten uns mal das Schlusscommuniqué der 41. Ausgabe genauer an.

(Originaltext in normaler Schrift, Kommentare fett und kursiv)


 

Erfolgreiche 41. Solothurner Literaturtage

Schlusscommuniqué | Solothurn, 2. Juni 2019 (Sperrfrist 17.30 Uhr)

Dieses Communiqué traf um 16:57 Uhr ein. Aus welchen Gründen muss man für das Veröffentlichen bis 17:30 Uhr warten?

Mit seiner Lesung aus dem Roman «Heimkehr» beschloss Thomas Hürlimann heute die 41. Solothurner Literaturtage.

Ein Fakt ohne Attribute. War es langweilig? War Hürlimann in Form? Schien die Sonne durch die Fenster, las er die richtigen Passagen? Herrschte etwas Melancholie im Raume darüber, dass alles schon vorbei ist?

Gleichzeitig begeisterte der deutsche Spoken Word Künstler Dalibor Marković das Publikum

Ah jetzt kommt eine positive Wertung. Warum? Was zeichnen seine Auftritte aus? Was haben alle Zuhausegebliebene verpasst?

und Rolf Hermann und Tabea Steiner sprachen über das ihre Bücher verbindende Thema: die Familie in der Literatur.

Was meinen die beiden dazu? Gäbe es dazu bemerkenswerte Zitate?

Die drei Schlussveranstaltungen stehen für die Vielgestaltigkeit der Literatur, die an den Solothurner Literaturtagen auch dieses Jahr wieder bei Sonnenschein gefeiert, gehört, diskutiert und gelesen wurde. Reina Gehrig, Geschäftsleiterin der Solothurner Literaturtage, freut sich: «Die Solothurner Literaturtage zeigen, wie lebendig und vielfältig die Schweizer Literatur ist».

Ist sie das nicht ständig und immer? Woran konnte man dies gerade in dieser Ausgabe des Festivals festmachen? Ist die Österreicher oder die Irische Literatur nicht genau so lebendig? Bestand eine Debatte, dass sie langweilig wäre, die Schweizer?

Mit über 200 gut besuchten Veranstaltungen, über 70 Autor*innen und Übersetzer*innen, die in Solothurn zu Gast waren und rund 17‘800 verzeichneten Eintritten (Hochrechnung 16.00 Uhr) ziehen die Veranstalter*innen eine durchwegs positive Bilanz. Ausserdem waren noch mehr Personen als im letzten Jahr beim «Literarischen Flanieren» am Freitag- und Samstagabend unterwegs.

Gendergerechte Sprachfindung ist bekanntlich ein riesiges Thema, ist die Version mit dem Sternchen eine gute Lösung für den Lesefluss? Was spräche gegen «Autorinnen und Autoren» und «Übersetzende»? Dass die Quote für Veranstaltende nicht unwesentlich ist, leuchtet ein, würde eine runde Zahl nicht reichen und müsste man nicht dann genauer darauf eingehen, wenn die Zahl der Eintritte massiv zurück ginge?

Zu den Publikumsmagneten gehörte die Lesung von Ruth Schweikert. Sie präsentierte ihr berührendes Buch «Tage wie Hunde», in dem sie offen und schonungslos über ihre Krebserkrankung schreibt. Offen und humorvoll vermittelte sie das ernste Thema einem gebannt lauschenden Publikum.

Ah, hier wird einen ein Stimmungsbild mit etwas mehr Content vermittelt, so dass man gerne da gewesen wäre.

Weitere Höhepunkte waren unter anderem die Veranstaltungen mit Milena Moser, Martin R. Dean, Lukas Hartmann und Angelika Overath.

Was macht ein Höhepunkt aus? Der illustre Name? Wie unterscheiden sich die Lesungen von den anderen?

Sehr gut besucht war auch das ganze Spoken Word Programm.

Was natürlich sehr erfreulich ist.

Ein Höhepunkt im diesjährigen Programm war die Lesung des internationalen Bestsellerautors Ferdinand von Schirach im bis auf den letzten Platz gefüllten Landhaussaal. Auch die beiden Autorinnen Nell Zink und Judith Schalansky zogen das Solothurner Publikum in ihren Bann.

Warum war von Schirach auch ein Höhepunkt? Weil der Saal voll war? Wie schafften es, Zink und Schalansky diesen Bann zum Publikum?

Eine grosse Überraschung war Zerocalcare: Nach seiner Lesung signierte der italienische Graphic Novel Zeichner drei Stunden für die zum Teil aus Italien angereisten Fans.

Wieso überraschte Zerocalcare? Seine Art der Kunst, sein Auftreten?

Starke Beiträge von Nachwuchsautorinnen prägten die 41. Ausgabe. Während Julia von Lucadou und Gianna Molinari mit ihren erfolgreichen Debüts das Publikum zu begeistern vermochten, fanden auch noch unbekanntere Stimmen, wie die von Sabine Gisin oder von Shelley Kästner grossen Anklang beim neugierigen Literaturtage-Publikum.

Eine Medienmitteilung muss keine Berichterstattung sein, sie könnte aber da und dort mit einem Brocken Inhalt dokumentieren, warum Begeisterung ausgelöst wurde oder wie die Begeisterung zu spüren war oder wie die Neulinge selber das Alles wahrnahmen.

Noch unveröffentlichte Texte gab es im «Skriptor» zu entdecken, wo Nachwuchsautor*innen ihre Manuskripte zur Diskussion stellten und spannende Auseinandersetzungen ermöglichten.

Dass unveröffentlichte Texte Bestandteil des Programmes war, wurde schon im Vorfeld angekündigt aber worin bestanden die Auseinandersetzungen und ist heutzutage nicht all zu viel «spannend»?

Die Solothurner Literaturtage sind ein Ort für Diskussionen und Dialoge. Welche Machtstrukturen herrschen im Literaturbetrieb vor und wie ist mit ihnen umzugehen? Diese aktuelle Frage diskutierten Annette Hug, Silvia Ricci Lempen und Dani Landolf auf einem Podium. Annette Hug sprach von einem «Zwischenfazit» in Bezug auf die Stellung von Frauen im Literaturbetrieb: Vieles sei schon erreicht, Probleme sehe sie aber beispielsweise bei der Kanonbildung und bei der Förderung, wo es immer noch strukturelle Diskriminierung gebe.

Hier erfahren wir etwas mehr, in welche Richtung die Diskussion ging. Dass Dani Landolf Geschäftsführer des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV) ist, wissen vielleicht nicht alle Adressaten dieser Medienmitteilung und seine Rolle in diesem Thema ist ja auch nicht ganz uninteressant, oder?

Auch abseits der grossen Bühnen wurde diskutiert. Die aktuelle Situation der Buchbranche lieferte Gesprächsstoff für das neue Format «Branchengespräche». Vertreter*innen der Buchbranche tauschten sich in angeregten Diskussionen mit dem Publikum über virulente Themen aus.

Gute Idee, auch das Gewerbe miteinzubinden, das ja für diese Kultur eine tragende Rolle spielt. So ein oder drei Sätze zur aktuellen Lage des Buchhandels wären noch «spannend», nicht?

Auch Übersetzer*innen und Autor*innen traten miteinander in einen Dialog. So diskutierten die Übersetzerin Maja Pflug und die Autorin Raffaella Romagnolo über ihre gemeinsame Arbeit.

Und, können Sie es gut zusammen, die beiden?

Von einer anderen Seite präsentierten sich die Autor*innen am Abend beim Literarischen Flanieren: Sie dichteten spontan, mixten Drinks an der Literaturtage Bar oder trafen sich auf ein Glas Wein – Besucher*innen konnten sich dazusetzen.

Hört sich entspannt an, man wäre gerne dabei gewesen, oder?

Die Schriftsteller-Nati * begeisterte das Publikum in der belebten Hafebar,

Als Korrespondent für Medien in Deutschland und Österreich, von denen man ja ebenso auf Resonanz hofft, muss erklärt werden, was damit gemeint ist, mit «Nati» – also Nationalmannschaft der fußballspielenden Schriftsteller – und Schriftstellerinnen glaub auch. Also doch eher Nationalteam, korrekterweise?

das Autorinnen-Kollektiv Rauf (unter anderem mit Tabea Steiner, Katja Brunner und Michelle Steinbeck) widmete zwei Abende den «Alten Meisterinnen» der Literatur.

Verstehen wir das richtig? Es gibt ein Autorinnen-Kollektiv (also nur Frauen) mit dem Namen «Rauf»? So ein zwei Worte über Zweck und Ort es Sitzes würden neugierig machen, oder?

Meisterinnen bestritten auch die Eröffnung der 41. Solothurner Literaturtage. Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti lobte den Mut von Autor*innen und forderte das Publikum dazu auf, den Mut zu haben, Veranstaltungen in anderen Sprachen zu besuchen.

Die Überleitung von den «Alten Meisterinnen» der Literatur zu den «Meisterinnen» der Festivals-Eröffnung zeugt von kreativer Lust der Abteilung Kommunikation, doch während die Erstgenannten literarische Meisterleistung vollbrachten, ist nicht klar, worin solche bei der Eröffnung erbracht wurden und es ist ja nur von einer «Meisterin», der Nationalratspräsidentin, mit Namen die Rede. Gab es noch andere, Nichtgenannte?

Die vier Autorinnen Amina Abdulkadir, Laura Di Corcia, Rinny Gremaud und Leontina Lergier-Caviezel reagierten in ganz unterschiedlichen, eigenwilligen Texten in allen vier Landessprachen auf die Eröffnungsrede von Nell Zink.

Eigenwilligkeit ist ein großes Wort, das gerne benutzt wird, um Irritation zu umschreiben und was war die Kernaussage der Eröffnungsrede von Nell Zink?

Auch für die Kleinsten boten die Solothurner Literaturtage ein vielfältiges Programm. Im Vorfeld der Solothurner Literaturtage fanden vom 27. bis 29. Mai 2019 die Jugend- und Kinderliteraturtage (JuKiLi) statt, die um die 2‘100 Kinder und Jugendliche begeisterten.

Wenn ein ganzes Programm für Kinder und Jugendliche mit so viel Besuchenden über die Bühne ging, dürfte die Frage erlaubt sein, warum nicht mehr oder mit einer gesonderten Medienmitteilung darüber berichtet wird. Denn die Literaturszene und die Buchbranche baut ja auf die Lesenden von Morgen. Wo wären wir in Jahren ohne sie?

Urs Heinz Aerni

 

 

Nachtrag: Der Schriftsteller und Druckkünstler Beat Brechbühl wird heuer 80 Jahre alt und die Solothurner Literaturtage ehrte ihn mit der Ausstellung „Das Leben ist rund wie ein Dreieck“ und Lesungen.

 

Falscher Job?

Der Zürcher Gemeinderat Samuel Balsiger (dessen Partei hier nicht genannt wird, in der Hoffnung, dass sie nicht auch so denkt) meinte in einer Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich, dass die «Klimahysterie eine postreligiöse Form» angenommen habe, dass bei den Rechenmodellen «unzählige Interessen» einflößen, dass es fraglich sei, ob die Klimaveränderung menschengemacht sei, und legte die Verantwortung für den Fortschritt auf die Schultern der Wissenschaft, Forschung und Industrie, nicht der Politik.

Noch nie in der Erdgeschichte wurden so viel fossile Ressourcen aus dem Boden geholt und verbrannt wie während der industriellen Epoche der Menschheit. Kein Lebewesen sonst verbaute in dieser kurzen Zeit solche Dimensionen an natürlichem Boden. Noch nie in der Geschichte schrumpfte die Artenvielfalt in so kurzer Zeit wie seit dem 20. Jahrhundert. Und wir wissen, ohne Artenvielfalt erodiert die Kraft unserer Lebensgrundlage, die Natur. Seit Jahrhunderten nutzte der Mensch die Natur als Lieferant, und wenn nun ein Zeitalter eingeläutet wird, in dem man sich ihrer erinnert und sorgt, liest man im Kommentar des genannten Politiker, dass es sich hier um «Ideologie» handle.

Die Wissenschaft beweist den Artenverluste in Rekordgeschwindigkeit. Forschung und Bildung verdienten Unterstützung, um für eine künftige Lebensqualität in der bestmöglich intakten Umwelt zu sorgen. Und Industrie und Wirtschaft müssten einsehen, dass nicht Maximalrendite das Ziel sein sollte, sondern eine langfristige Existenz. Damit das alles im Interesse der Bürger auch geschieht, braucht es eine Übersicht und Verwaltung. In diese Verwaltung werden Politiker gewählt. Und wenn ein Politiker erklärt, dass dies nicht seine Aufgabe sei, dann hat er den falschen Job und müsste ersetzt werden.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Buchtipp: „Schweizer Staatskunde“ von Ueli Leuthold und Jilline Bornhand, Compendio Bildungsmedien, ISBN 978-3-7155-7757-9

Wenn Kundenfragen zur Werbe-Idee werden

Fragen seitens der Kundschaft können für Schaufenster inspirieren. Das zeigt die von Corina Friderich inhabergeführte Buchhandlung Mattmann in der Kleinstadt Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Der Text auf dem Plakat lautet auf Deutsch: „Ich weiß den Titel nicht mehr, aber das Cover war blau!“ Dieses Kundenzitat landete nun im Schaufenster und mit einem kurzen „OK“ werden eben Bücher in Blau präsentiert.
Übrigens, die Buchhandlung Mattmann wurde für die „Buchhandlung des Jahres“ vom Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) nominiert.

 

Schaufenster Buchhandlung Mattmann Zofingen (Schweiz) – uha

Neulich beim Jazz

Mir ist endgültig aufgefallen, dass ein bestimmtes Phänomen nicht nur die Jugend kennt. Also das war so. Eine Jazzband kündigte in einer Kneipe ein Konzert an. Ich habe die schon mal gehört und war begeistert, wie genau und fantasievoll die komponieren und ihren Funk-Jazz-Stil wuchtig mit viel Verve zum Besten geben.

Nun, ich verschickte eine Rundum-E-Mail an ausgesuchte Bekannte und Freunde, von denen ich dachte, dass sie an dieser Musik genauso Spaß haben könnten wie ich. Sicherheitshalber reservierte ich gleich mal einen Tisch für fünf bis acht Personen. Erfreulich war, dass tatsächlich alle Stühle besetzt wurden. Die einen bestellten ihren Drink, die anderen dazu Pasta oder Pizza. Die Stimmung war fröhlich und alle schienen sich auf das Konzert zu freuen. Beim Jazz ist es ja so, dass während der Musik auch gegessen oder das eine oder andere Wort gesagt werden kann. Die sechs Musiker nahmen hinter den Instrumenten ihre Position ein und nach dem Begrüßungsapplaus stellte der Bandleader seine Kollegen vor und dann legten sie los.

Der Groove ging ins Blut, der Rhythmus bannte einen sofort, verspielt und clever zugleich lösten sich Piano, Sax und Gitarre bei den Soli ab, und Percussion, Schlagzeug und der Bass schienen die ganze Band von unten her richtig einzupacken.

Aber, liebe Leserin und Leser, was geschieht bei gewissen Anwesenden, die sich doch so zwischen dem 40. und 60. Altersjahren befinden? Sie greifen während die Musiker da vorne Gas geben, zum Smartphone und scrollen durch ihre Facebookseiten und checken E-Mails. Wir saßen in der ersten Reihe, die Band gab alles und eintrittzahlende Gäste spielen an ihrem Handy rum, als hockten sie in einem Wartesaal. Ich wusste nicht, was ich davon halten soll. Doch alle applaudierten am Schluss und als ich vorsichtig fragte, wie es ihnen denn gefallen habe, meinten die Handymenschen, dass sie das Konzert großartig fanden…

 

Um diese Band geht es, deren Musik ich zur Entdeckung empfehle:

Journeys, mit Philippe Mal am Sax, Willy Kotoun an der Percussion, Ueli Gasser an der Gitarre, Robert Mark am Schlagzeug, Angela Signore am Keyboard oder Klavier und Luciano Maranta am Bass.

Und diese CDs sei Ihnen ins gute Abspielgerät empfohlen: „Transit“ und „New Destination“ www.journeys.ch

Urs Heinz Aerni

Legitim?

Heute lag dieser Prospekt einer Firma, die u. a. Textilien und Schuhe verkauft im Briefkasten. Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg dient hier als Covergirl und Eye-Catcher.

Es stellen sich hier Fragen, wie:

– Weiß das Mädchen davon und verdient sie was?

– Wurde das Bild offiziell als Presse- oder Agenturbild erstanden aber für ein Werbeprodukt verwendet?

– Wo ist die Grenze zwischen Werbung und Journalismus?

Was meinen Sie?

Urs Heinz Aerni

Amuse bouche für Lesende

Es ist Bücherfrühling. Neben meinem Computer steht ein Stapel Bücher, die ich empfehlen möchte aber wie soll ich das auf so wenig Platz tun? Ah, ich pflücke daraus je ein Satz, so quasi als Amuse bouche:

«Manchmal ist’s, als schliefen wir um eines Traumes Willen», Hans Ulrich Bänziger aus «Ahnungslose Beute» (Wolfbach). «Ihre Augen wurden feucht, vom Rauch der Kerzen?» Markus Ramseier aus «In einer unmöbilierten Nacht» (Haymon). «Ich fühle den Wanderweg mehr unter mir, als ich ihn sehe.» Johanna Romberg aus «Federnlesen» (Lübbe). «Das Sterben ist das Schönste am Tod» Aglaja Veteranyi  aus «Wörter statt Möbel» (Der gesunde Menschenversand). «Todesanzeigen enthalten in der Regel drei Informationen, die von größter Bedeutung sind.» Elias Schneitter aus «Über die Jahre» (Anthologie Pyjamaguerilleros). «Die Antworten auf die Frage nach den Grenzen der Pädagogik haben immer einen mythischen Anteil.» Martin Kunz aus «Die stille Erotik der Melancholie» (Bucher). «Die Frau am Empfang sieht uns an, als beträten zwei Aliens ihr Haus.» Beat Glogger aus «Zweimaltot» (Reinhardt). «Nur bin ich nicht die werbeträchtige Luxusuhr, die vom Vater auf seinen Sohn übergeht.» Christof Gasser aus «Blutlauenen» (Emons). «Du müsstest unbedingt mal indische Philosophie lesen, gerade du, Vanessa.» Patrizia Hausheer aus «Was soll das alles» (Arisverlag). «Es ist ihr klar, dass sie Luca nicht einfach aushalten kann.» David Weber aus «Reduit» (Knapp). «Sofort begann es zu schäumen und sich blutrot zu färben.» Alexander Günsberg aus «Tanz der Vexiere» (Münster). «Nun war es Sonntag, sein Veston verbeult und sein Anzug lamentabel.» Benedikt Meyer aus «Nach Ohio» (Zytglogge). «Selbstverständlich habe ich Sie manipuliert, was erwarten Sie?» Markus Bundi aus «Alte Bande» (Septime). «Mein Gott, Anke, ich … ich … wusste ja nicht …» Wolfgang Marx aus «Am grauen Meer» (Kameru). «Im Grunde sah man nur einen Wuschel schwarzer Haare.» Simon Libsig aus «Der Velodieb, der unters Auto kam» (Librium).

Und wenn Sie noch Fragen haben sollten, so treffen Sie mich anlässlich «Berg & Buch» vom 18. – 21. April im Hotel Schweizerhof Lenzerheide.

Urs Heinz Aerni

 

«Bauchkraulzentrale»?

In der Aargauer Zeitung äußerte sich die Kollegin Anne-Sophie Scholl sehr pointiert über das Kerngeschäft des Journalismus’ unter dem Druck von Schriftstellern (bewusst hier auf die feminine Variante verzichtend), die eine nachhaltige Rezension ihres Buches erwarten oder mindestens eine Mitteilung, wenn ihr Buch auf einer Bestenliste gelandet ist. Ein hierzulande sehr bekannter Schriftsteller hätte sich mit einem Interview schwergetan, da er der Ansicht sei, dass eine Besprechung dem Verkauf seines Buches mehr diente. Und ein anderer Schriftsteller soll sich über die Auswahl des Bildes in der Zeitung geärgert haben und zudem hätte die falsche Person sein Buch besprochen und sie sei trotz Einladung, nie bei einer seiner Lesungen erschienen. Die Kollegin gab dann folgendes zu verstehen: «Wir Journalisten schreiben für unsere Leserinnen und Leser. Wir sind nicht das PR-Büro der Autoren, die Bauchkraulzentrale auch nicht.»

Liebe Zunft der Schriftstellerei, fürwahr, wir alle haben das Pech, mit unserem Leben im Zeitgeist des schrumpfenden Feuilletons gelandet zu sein. Kulturredaktionen wandeln sich zu Abteilungen für Gesellschaft und People, die Printmedien versuchen die wegerodierenden Werbeeinnahmen und Abonnenten mit verdünnter Berichterstattung, pointierten Gastkommentaren, Lokalkolorit und Onlineangebote wett zu machen. Ergo: Schluss mit ausufernden Rezensionen über Bücher, Kunst und Theater, hin zu Tipps und Interviews. Und da, wo es sich noch halten kann, das gute alte Feuilleton, werden überwiegend Bücher aus großen Konzernverlagen besprochen. So ist es nun, lieber Freund der Literatur und des Kulturjournalismus’, wir texten in finsteren Zeiten bis wir uns alle in die passenden Nischen gekuschelt haben, so wie es die Vinyl-Schallplatten-Fans oder die Jazzfreunde mit ihrer CD-Sammlung uns vorgemacht haben.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Buchtipp:

„Feuilleton – Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur“ von Hildegard Kernmayer und Simone Jung, Transcript Verlag, 978-3-8376-3722-9

 

Fasnacht? Also echt jetzt!

«Schreiben Sie doch was über Fasnacht» Ganz ehrlich jetzt? Ist echt nicht so mein Ding. Obwohl als ein der Fröhlichkeit zugeneigter Zeitgenosse, fliehe ich vor Konfettischlacht, Guggemusik und herumtanzende Maskierte. Auch wenn ich als kleiner Bub in Cowboy-Montur im Dorf mein Unwesen trieb und später in verrauchten Restaurants das Gelächter und Halligalli noch lustig fand, entschwand im Laufe der Jahre mein Interesse, diesem Treiben einen Sinn oder eine Art Kultur abzugewinnen. Als Ladenbesitzer musste ich damals in Basel vor dem Morgestraich alle Lämpchen ausmachen und das Schaufenster lichtmäßig so abdichten, dass ja nichts die Gasse zu erhellen vermag. Sonst musste mit einer Buße gerechnet werden. Ok, die Schnitzelbänke brillieren teilweise mit ihrem politisch-karikierendem Witz aber Hand auf’s Herz: Was soll das Lärmen und Krachen mit all der Wein- und Bierschwemme? Eine Art Ventil, ein Gegenmittel zur Alltags-Vernünftigkeit? Bekanntlich stammen Karneval, Fasching oder Fasnacht von den uralten Bräuchen rund um die Wintervertreibung respektive deren bösen Geister ab, aus denen dann die Kirche es in sogenannte christliche Symbolik umwandelte und noch das Fasten herausstrich, wohl analog zur Beichte, die alles wieder ins Lot brachte, nachdem die Sau rausgelassen wurde.

Ich habe ja auch Mühe, mit der überregulierten und leistungsorientierten Gesellschaft, die nur noch auf Karriere und Rentabilität pocht. Vielleicht hilft die Fasnacht, aus diesem Hamsterrad auszubrechen, aber nach Aschermittwoch steigen ja alle wieder in dasselbige hinein. Kann es sein, dass während der Pause zwischen zwei Fasnachten man guttäte, mehr zu leben, zu genießen und weniger alles tierisch ernst zu nehmen? «Schmutziger Donnerstag» hieß der Schweizer Tatort 2013, der mitten in der Luzerner Fasnacht spielt. Es habe damals Streit gegeben über den Ruf der Stadt und ihrem urtypischen Fest, unter etwas chaotischen Umständen musste gedreht werden aber, genau diese Folge soll zu den besten Luzerner Tatorts gehört haben, der ja massiv unter Kritik stand. Okay, wenn die Fasnacht den Ruf einer Schweizer Krimiserie zu retten vermag, dann ist das auch nicht schlecht. Aber trotzdem, diese Fasnacht … ist echt nicht mein Ding.

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtipp: «Der Karneval der Tiere» nach Camille Saint-Saëns von Roger Willemsen und Volker Kriegel (Illustrationen), S. Fischer, ISBN 978-3-596-19717-0

Dieser Beitrag erschien auch in den Magazinen Berglink.de und Bündner Woche.

Vom Zwang, schönen Sätzen hinterherzujagen

Auf Anfrage der Verkehrsvertriebe Glattal AG (VBG) in Zürich sollte ich eine Geschichte schreiben, die sich der Ortschaft Dällikon widmet. Ich fuhr hin, sah mir das Dorf an und schickte dann diesen Text, der nun in dem Buch „Unterwegs – 25 Gute-Fahrt-Geschichten“ erschienen ist.

 

Vom Zwang, schönen Sätzen hinterherzujagen

Arthur hat ein Problem, ein massives. Er liebt schöne Sätze. Er liebt sie so sehr, dass von einer Sucht gesprochen werden muss. Arthur leidet unter dem Zwang, schönen Sätze hinterherzujagen und sie zu sammeln. Arthur leidet unter der Schön-Sätze-Sucht. Um stressfreie Phasen zu haben, saß er in seiner kleinen Wohnung, trank Tee und lauschte dem Straßenlärm wohl wissend, wie viele interessante Sätze da draußen gesagt werden.

Ein Freund riet ihm, sich mehr zu bewegen, irgendwo, wo es nicht von schönen Sätzen wimmelt. Er riet ihm, einen Ort aufzusuchen, von dem gesagt wird, dass er zwar bewohnt ist aber nirgends schöne Sätze zu finden seien. Da könne er mal in einem Dorf sein unter Passanten, aber bar jeglicher Gefahr rückfällig zu werden. Auf seine Frage, wo das denn sei, hieß es: «Dän … warte, nein Dällikon ist’s. Genau, Dällikon. Da kommst Du prima mit der ÖV hin.»

Der Bus 491 hält, entfaltet die Tür, Arthur steigt aus. Nun steht er mitten in diesem Dällikon, bereits etwas irritiert, da er mit dem Bus zweimal an der Gemeindebibliothek Regensdorf vorbeifahren musste. Wollte der Bus ihn vielleicht provozieren und fuhr extra zweimal da vorbei? Zum Glück war die Bibliothek zu.

Sei`s drum. Er sieht sich um. «Casa da Nico», eine Pizzeria. Ohne nach einer Zeitung zu verlangen, bestellt er eine Pizza Calzone. Erste Entzugserscheinungen stellen sich ein. Nichts zu lesen, geht irgendwie nicht, er steht auf, sieht sich um; keine Zeitungen, nichts. Glück gehabt, bis er auf einem Tisch ein Heft liegen sieht. Nach Blicken links und rechts, schnappt er sich dieses und setzt sich wieder, gierig aufblätternd. Er kannte das Heft nicht: «BEST OF KANTON ZÜRICH». Na ja, man liest halt, was in die Hände fällt. «Zürichs Offenheit und Vielfalt machen unsere Stadt einzigartig» schreibt die Stadtpräsidentin im Vorwort. Arthur stellt erleichtert fest, dass ein solcher Satz seine Sucht mitnichten aktiviert und blättert weiter. Er hält inne: «Mein Aktionsfeld bedingt ein laufendes Gagen-Verhältnis zu vielen Leuten.» Arthurs linke Braue beginnt zu zucken, was meint dieser Beat Schlatter damit? Irgendwie unorthodox formuliert. Denkt der nur ans Geld oder was …? Arthur muss sich beherrschen und stellt fest, dass er nicht mehr stöbert, sondern sucht, nach guten Sätzen. Die Pizza lenkt ihn ab.

Arthur geht durchs Dorf. Einfamilienhäuser mit Vorgärten, bewacht von kleinen fahrenden Geräten, die von Geisterhand über den sonnenverbrannten Rasen ruckeln. Arthur wird nervös, vor einem alten Haus bleibt er stehen und sieht hoch: «Sys Huus ist myn und doch nyt myn. Der nach mir komet dem wird’s auch nyt syn. Ach Gott! Wer wird der Letzte syn» Das kann doch nicht wahr sein! Dällikon wird dem Schön-Satzsüchtigen Arthur zum Verhängnis. Jetzt beginnt er zu rennen, auf der Flucht vor seiner Sucht, wieder bleibt er stehen: «Für die nachfolgenden Gräber ist die gesetzliche Ruhezeit von 20 Jahren abgelaufen. Die Ruhestätten werden im September aufgehoben.» Arthur entsinnt sich nicht, so etwas schon mal in einem Buch gelesen zu haben.

Weiter Arthur, lass Dich nicht reinziehen. Ein Plakat beim Gemeindehaus mit dem Titel «Sauhund? Sauerei!» übersieht er, doch schon fällt er in die nächste Satzfalle: «Wer die verlangte Mindestleistung das erste Mal und auch in der ersten bzw. zweiten Wiederholung nicht erreicht, gilt als verblieben und wird in einen Verbliebenenkurs aufgeboten.» Arthur schwankt, was für ein Satz, was für ein Wort! «Verbliebenenkurs». Schweißperlen auf den Unterarmen, die Brillengläser schlagen an. Ist Dällikon der falsche Ort für Schön-Sätze-Süchtige?

«Vom 1. Januar an können alle eintragungsbedürftigen aber nicht eingetragenen dinglichen Rechte gegenüber gutgläubigen Dritten nicht mehr geltend gemacht werden und verlieren, sofern sie nicht binnen zwei Jahren von dem gennannten Zeitpunkt an zur Eintragung gelangen, ihre Wirkung, auch unter den Parteien.» Was für ein schönes Konstrukt, hier, wo er doch vor solchen Zeilen floh! Arthur stolpert, weg von diesen Sätzen. Er fiebert durchs Dorf, seine Sinne gieren nach Sätzen. Jetzt steht Arthur vor einem Schaufenster: «Mediothek». Das wurde ihm verheimlicht, Dällikon hat eine Bibliothek, voll von Büchern mit schönen Sätzen! In der Auslage verheißen Schülerarbeiten Lese-Kicks; «Kleinkaliber-schießen» von einem Simon, 6. Klasse oder hier «Sun Diego / Spongebozz Gunshot», was für herrliche Wörter! Arthur klebt am Glas. «Ich muss da rein! All die Sätze, sie warten auf mich…»

Wie Arthur es schaffte, in die Mediothek zu gelangen, ist bis zur Drucklegung dieses Textes nicht bekannt. Trotz intensiver Suche durch seine Therapeutin und den Behörden, bleibt Arthur nicht auffindbar. Der gut gemeinte Ratschlag für einen Süchtigen nach schönen Sätzen, sich in Dällikon davon zu erholen, ist offensichtlich falsch. Falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mit einem Patienten ähnlicher Symptome zu tun haben sollten, so schicken Sie ihn vielleicht nach Dänikon aber sicher nicht nach Dällikon.

Urs Heinz Aerni

 

Auch hier wurde dieser Beitrag publiziert…

Mit einer Illustration von Ruedi Widmer