Sinkende Fruchtbarkeit und die Schweiz von oben…

Gemäß einer groß angelegten Studie sinkt die Fruchtbarkeit der Männer in Europa. Man rätselt über die Gründe. Beim Betrachten dieses Beitrages über die Schweiz von oben damals und heute, könnte der Verdacht aufkommen, dass die Natur beginnt, die Vermehrung des Menschen zu Gunsten der Erdoberfläche zu regulieren.

Wäre eine Überlegung, oder?

Wenn der Gärtner von Trump ablenkt

In dieser Kolumne wollte ich Sie über die Unterschiede der Parteien SVP, FPÖ und AfD informieren und warum Donald Trump mit seinem Intimleben Probleme hat. Als ich mich vor die Tastatur setzte, musste ich das Fenster schließen und mich ärgern.

Gleich nebenan warfen drei Männer zwei Benzin-Hochleistungs-Rasenmäher und einen Laubbläser an. Der Rasen, der dran glauben sollte, ist überschaubar gross, eher klein. Garten- und Häuserbesitzer sorgen sich immer weniger um ihren Umschwung, dafür Firmen mit schwerem Geschütz, die im Firmenlogo oft ein Klee- oder sonst ein Grünblatt haben.

Man erinnere sich an die Zeiten, in denen der Hauswart mit der Zigarre im Mundwinkel den Vorplatz wischte oder als der Hausbesitzer am Samstag da und dort die Ästchen abzwickte. Heute haben die Eigentümer für solche und ähnliche Arbeiten keinen Nerv, den verlieren sie lieber im Büro oder auf dem Bike. Deshalb beschliessen Eigentümerversammlungen, den „Profis“ auf Auftragsbasis die „Gartenhege“ zu überlassen. Blitzeblank schaut das dann aus. Im Intervall von wenigen Wochen stehen Männer unter den Bäumen und rechen die Erde von jedem Laub frei. Maschinell rasiert ein Arbeiter die Lavendelstauden in voller Blütepracht anfangs August. Wohlverstanden, ein Mitarbeiter eines Gartenunternehmens, das wohl im Herbst keine Aufträge annehmen kann.

Gut, da gibt es auch die Architektin, die um ihre Neo-Bauhaus-Wohnblöcke Natur- und Magerwiesen wachsen und nur zweimal jährlich mähen lässt, soll ja auch nicht im löblichen Sinne unerwähnt bleiben. Die Freude darob erblasst ziemlich schnell angesichts der neu erbauten Häusern mit zwei von Tuja-Hecken umzingelten Palmen als müsste bei jeder Biene und Wiesenblume Alarm geschlagen werden.

Ich glaube, wir sind soweit, dass Gärten durch die Pro Natura oder Greenpeace vor gewinnmaximierenden Gärtnern geschützt werden müssen. Kann es sein, dass der ehemalige Anwalt fürs Grüne dank Renditedruck zum Feind für naturnahe Oasen wird? Ja, klar, wir leben ja alle von Geld, Umsatz, Gewinn. Aber wir leben länger, besser und fröhlicher wenn ökologische Vielfalt auch vor der Haustüre stattfindet. Liebe Unternehmen der grünen Zunft, wie wäre eine Verlagerung von Nullachtfünfzen-Dienstleistungen auf naturnahe Pflege mit dementsprechender Aufklärungs- und Beratungsangeboten? Könnte ein Markt sein…

Ich öffne das Fenster wieder, die Männer verladen beim Nachbarn die Geräte auf den Kleinlaster … ich wollte eigentlich über was Anderes schreiben, aber, geschreiben ist geschrieben.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Lektüretipp: „Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsgebiet. Eine Broschüre für 4 Franken auf www.birdlife.ch zu haben.

„Gibt es bei ORF noch was zu lachen?“ und „Ein 32-jähriger Bundeskanzler ist nicht normal“

Helle Aufregung über den ORF-Auftritt des Satirikers Jan Böhmermann und seinen Äußerungen zu Österreich, seine Mentalität und Regierung. Anlässlich einer Ausstellung in Graz zu rechtsextremen Tendenzen in Österreich gab der Künstler seinem Interviewpartner ziemlich Saures über das Alpenland zwischen West und Ost. Die Wochenzeitung FALTER empfiehlt unbedingt den Besuch dieser Ausstellung.
Laut der BERNER ZEITUNG wurde bei der Ausstellung diese
fiktionale Begrüßung von Vizekanzler Strache mit «Vom Neonazi zum Sportminister, eine typisch österreichische Karriere» zensiert.
Welche Satirikerin könnte die Schweiz spiegeln lassen? Welchen Schweizer könnte man nach Österreich und Deutschland schicken lassen? Oder müsste man die Deutschen Bundesländer einzeln abfertigen? Soll man Böhmermann mal auf die Schweiz los lassen?
Demnächst weile ich in Österreich, mal sehen, wie sich die Stimmungslage sich so anfühlt…
Hier der Auftritt Böhmermanns im ORF:

Neulich beim Jazz

Mir ist endgültig aufgefallen, dass ein bestimmtes Phänomen nicht nur die Jugend kennt. Also das war so. Eine Jazzband kündigte in einer Kneipe ein Konzert an. Ich habe die schon mal gehört und war begeistert, wie genau und fantasievoll die komponieren und ihren Funk-Jazz-Stil wuchtig mit viel Verve zum Besten geben.

Nun, ich verschickte eine Rundum-E-Mail an ausgesuchte Bekannte und Freunde, von denen ich dachte, dass sie an dieser Musik genauso Spaß haben könnten wie ich. Sicherheitshalber reservierte ich gleich mal einen Tisch für fünf bis acht Personen. Erfreulich war, dass tatsächlich alle Stühle besetzt wurden. Die einen bestellten ihren Drink, die anderen dazu Pasta oder Pizza. Die Stimmung war fröhlich und alle schienen sich auf das Konzert zu freuen. Beim Jazz ist es ja so, dass während der Musik auch gegessen oder das eine oder andere Wort gesagt werden kann. Die sechs Musiker nahmen hinter den Instrumenten ihre Position ein und nach dem Begrüßungsapplaus stellte der Bandleader seine Kollegen vor und dann legten sie los.

Der Groove ging ins Blut, der Rhythmus bannte einen sofort, verspielt und clever zugleich lösten sich Piano, Sax und Gitarre bei den Soli ab, und Percussion, Schlagzeug und der Bass schienen die ganze Band von unten her richtig einzupacken.

Aber, liebe Leserin und Leser, was geschieht bei gewissen Anwesenden, die sich doch so zwischen dem 40. und 60. Altersjahren befinden? Sie greifen während die Musiker da vorne Gas geben, zum Smartphone und scrollen durch ihre Facebookseiten und checken E-Mails. Wir saßen in der ersten Reihe, die Band gab alles und eintrittzahlende Gäste spielen an ihrem Handy rum, als hockten sie in einem Wartesaal. Ich wusste nicht, was ich davon halten soll. Doch alle applaudierten am Schluss und als ich vorsichtig fragte, wie es ihnen denn gefallen habe, meinten die Handymenschen, dass sie das Konzert großartig fanden…

 

Um diese Band geht es, deren Musik ich zur Entdeckung empfehle:

Journeys, mit Philippe Mal am Sax, Willy Kotoun an der Percussion, Ueli Gasser an der Gitarre, Robert Mark am Schlagzeug, Angela Signore am Keyboard oder Klavier und Luciano Maranta am Bass.

Und diese CDs sei Ihnen ins gute Abspielgerät empfohlen: „Transit“ und „New Destination“ www.journeys.ch

Urs Heinz Aerni

«Bauchkraulzentrale»?

In der Aargauer Zeitung äußerte sich die Kollegin Anne-Sophie Scholl sehr pointiert über das Kerngeschäft des Journalismus’ unter dem Druck von Schriftstellern (bewusst hier auf die feminine Variante verzichtend), die eine nachhaltige Rezension ihres Buches erwarten oder mindestens eine Mitteilung, wenn ihr Buch auf einer Bestenliste gelandet ist. Ein hierzulande sehr bekannter Schriftsteller hätte sich mit einem Interview schwergetan, da er der Ansicht sei, dass eine Besprechung dem Verkauf seines Buches mehr diente. Und ein anderer Schriftsteller soll sich über die Auswahl des Bildes in der Zeitung geärgert haben und zudem hätte die falsche Person sein Buch besprochen und sie sei trotz Einladung, nie bei einer seiner Lesungen erschienen. Die Kollegin gab dann folgendes zu verstehen: «Wir Journalisten schreiben für unsere Leserinnen und Leser. Wir sind nicht das PR-Büro der Autoren, die Bauchkraulzentrale auch nicht.»

Liebe Zunft der Schriftstellerei, fürwahr, wir alle haben das Pech, mit unserem Leben im Zeitgeist des schrumpfenden Feuilletons gelandet zu sein. Kulturredaktionen wandeln sich zu Abteilungen für Gesellschaft und People, die Printmedien versuchen die wegerodierenden Werbeeinnahmen und Abonnenten mit verdünnter Berichterstattung, pointierten Gastkommentaren, Lokalkolorit und Onlineangebote wett zu machen. Ergo: Schluss mit ausufernden Rezensionen über Bücher, Kunst und Theater, hin zu Tipps und Interviews. Und da, wo es sich noch halten kann, das gute alte Feuilleton, werden überwiegend Bücher aus großen Konzernverlagen besprochen. So ist es nun, lieber Freund der Literatur und des Kulturjournalismus’, wir texten in finsteren Zeiten bis wir uns alle in die passenden Nischen gekuschelt haben, so wie es die Vinyl-Schallplatten-Fans oder die Jazzfreunde mit ihrer CD-Sammlung uns vorgemacht haben.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Buchtipp:

„Feuilleton – Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur“ von Hildegard Kernmayer und Simone Jung, Transcript Verlag, 978-3-8376-3722-9

 

Kippende Stimmung im stehenden Zug

Nichts geht mehr. Rucksack, Zeitungen und Handys liegen am Boden. Das Licht flackert, der Zug steht still. Mit einem „Hoppla!“ bücke ich mich nach den Sachen im vordersten Waggon der Gotthard-Matterhorn-Bahn, oberhalb von Sedrun. Stille, etwas Ächzen in den blechigen Wänden. Ich ziehe die Fensterscheiben runter und blicke nach vorne,  zur Lok. Sie steckt im Schnee, der sich genau bei der Ausfahrt einer tunnelartigen Galerie breit machte. Eine junge Frau betritt das Abteil: „Hier brennt wenigstens noch Licht, bei uns ist es duster.“ Sie zieht aus ihrem Rucksack zwei Bücher, „hier kann ich wenigstens lesen, bis wir wieder draußen sind“. Die Bücher tragen die Titel: „Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit“ und „Das Leben ist zu kurz für später“. Dann stolpern drei Männer in voller Ski-Montur ins Abteil, die den Zug irgendwie verlassen wollen, was aber nicht geht. Wir alle kommen ins Gespräch. Die Frau ist Marketingexpertin bei einem Großverteiler, die drei Männer lernten sich über ein Online-Portal für Bergferien kennen, zwei aus Frankfurt, einer aus Basel. Und während ein sehr kümmernder Kondukteur uns allen einen Getränke-Gutschein fürs Bahnhofbuffet verteilt, zeigt sich eine Niederländische Familie großzügig mit leckeren Keksen.

Drei Stunden stecken wir hier fest und die Stimmung wird immer besser. Irgendwann werden wir rückwärts nach Sedrun zurückgezogen und steigen in eine Bar auf Gleisen ein, in der wir die Gutscheine einlösen, bei einem unglaublich witzigen Barkeeper, der so richtig Ballermann-Schlager aus den Lautsprecherboxen scheppern lässt. Nicht oft herrscht in der Bahn solch lebensfröhliche Stimmung, in der über das Leben und den Sinn desselben geplaudert wird. So geschehen am 22. Februar 2019.

Liebe Bahn, falls wieder mal irgendwo vor einem Tunnel Schnee liegen sollte, so ruft mich an, damit ich wieder einsteigen kann.

Urs Heinz Aerni

 

Die passenden Buchtipps, von der Dame aus dem Zug im Schnee lauten: „Das kleine Buch der Ruhe und Gelassenheit“ und „Das Leben ist zu kurz für später“ beide von Ashley Davis Bush (Heyne und MVG)

Dieser Beitrag erschien auch in der Zeitung Bündner Woche

Vorsicht beim Telefonieren

 

 

Entlassungen, Liebeserklärungen, Qualifikationsgespräche, Rechtsverfahren, intime Gesundheitsprobleme ja Betreibungen waren schon Themen, die ich im Zug oder Bus live bei mir völlig fremden Menschen miterleben durfte. Es wird dergestalt laut telefoniert in der Öffentlichkeit, dass es für jeden Detektiv nur so eine Freude sein dürfte. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Stimme an einem Telefon in der Regel deutlicher zu vernehmen ist als das Plaudern zweier physisch anwesenden Mitreisenden?

Einmal saß ich im Tram und zu meiner Linken neben mir, telefonierte eine junge und blonde Frau (das mit dem blond ist echt Zufall). Mit ihrem Freund. Es scheint gerade nicht so gut zu laufen mit den beiden. Sie redete laut und über alles. Es wurde immer stiller um uns herum, alle hörten mit, im Tram, als hätten sie alle ausgefahrene Antennen auf dem Kopf, voll auf Empfang. Die Frau vergaß sich und die Umwelt und redete intensiv auf ihre krisengeschüttelte Liebe am anderen Ende ein. Langsam allerdings begann es echt zu nerven, bis bei mir der Geduldsfaden riss und ich handeln musste. Ich rutschte etwas näher zu ihrem Handy hin und sagte mit tiefer Stimme: „Liebling, komm zurück ins Bett.“ Alle schwiegen, die Frau auch, sie schaute mich kurz an und sagte: „Sorry Schatz, aber nein, ich kenne den nicht, wirklich! Ich bin im Tram…“ Ein Grinsen ging durch die Reihe der Fahrgäste und zum Glück musste ich an der nächsten Haltestelle aussteigen, bevor sie zu ende telefonierte. Ob sie mit ihrem Freund heute noch zusammen ist?

Auf jeden Fall meine Damen und Herren, nehmen Sie sich in Acht, wenn sie in meiner Anwesenheit irgendwo über Dinge telefonieren, die mich nichts angehen.

Urs Heinz Aerni

 

Der passende Buchtipp: „Telefonieren – Professionelle Gesprächstechniken“ von Holger Backwinkel und Peter Sturtz, Verlag Haufe Lexware, ISBN 978-3-648-12226-6

Fasnacht? Also echt jetzt!

«Schreiben Sie doch was über Fasnacht» Ganz ehrlich jetzt? Ist echt nicht so mein Ding. Obwohl als ein der Fröhlichkeit zugeneigter Zeitgenosse, fliehe ich vor Konfettischlacht, Guggemusik und herumtanzende Maskierte. Auch wenn ich als kleiner Bub in Cowboy-Montur im Dorf mein Unwesen trieb und später in verrauchten Restaurants das Gelächter und Halligalli noch lustig fand, entschwand im Laufe der Jahre mein Interesse, diesem Treiben einen Sinn oder eine Art Kultur abzugewinnen. Als Ladenbesitzer musste ich damals in Basel vor dem Morgestraich alle Lämpchen ausmachen und das Schaufenster lichtmäßig so abdichten, dass ja nichts die Gasse zu erhellen vermag. Sonst musste mit einer Buße gerechnet werden. Ok, die Schnitzelbänke brillieren teilweise mit ihrem politisch-karikierendem Witz aber Hand auf’s Herz: Was soll das Lärmen und Krachen mit all der Wein- und Bierschwemme? Eine Art Ventil, ein Gegenmittel zur Alltags-Vernünftigkeit? Bekanntlich stammen Karneval, Fasching oder Fasnacht von den uralten Bräuchen rund um die Wintervertreibung respektive deren bösen Geister ab, aus denen dann die Kirche es in sogenannte christliche Symbolik umwandelte und noch das Fasten herausstrich, wohl analog zur Beichte, die alles wieder ins Lot brachte, nachdem die Sau rausgelassen wurde.

Ich habe ja auch Mühe, mit der überregulierten und leistungsorientierten Gesellschaft, die nur noch auf Karriere und Rentabilität pocht. Vielleicht hilft die Fasnacht, aus diesem Hamsterrad auszubrechen, aber nach Aschermittwoch steigen ja alle wieder in dasselbige hinein. Kann es sein, dass während der Pause zwischen zwei Fasnachten man guttäte, mehr zu leben, zu genießen und weniger alles tierisch ernst zu nehmen? «Schmutziger Donnerstag» hieß der Schweizer Tatort 2013, der mitten in der Luzerner Fasnacht spielt. Es habe damals Streit gegeben über den Ruf der Stadt und ihrem urtypischen Fest, unter etwas chaotischen Umständen musste gedreht werden aber, genau diese Folge soll zu den besten Luzerner Tatorts gehört haben, der ja massiv unter Kritik stand. Okay, wenn die Fasnacht den Ruf einer Schweizer Krimiserie zu retten vermag, dann ist das auch nicht schlecht. Aber trotzdem, diese Fasnacht … ist echt nicht mein Ding.

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtipp: «Der Karneval der Tiere» nach Camille Saint-Saëns von Roger Willemsen und Volker Kriegel (Illustrationen), S. Fischer, ISBN 978-3-596-19717-0

Dieser Beitrag erschien auch in den Magazinen Berglink.de und Bündner Woche.

WEF Davos 2019 und der angekündigte erneute Besuch Donald Trumps

Ein offenes Wort an Veranstalter und Gastgeber Klaus Schwab

Sehr geehrter Herr Schwab

Dank dem World Wide Web ist der Welt der letztjährige Auftritt von Donald Trump in bester Erinnerung:

https://www.youtube.com/watch?v=UT7GlaDc060

Nach dem Bekanntwerden, dass Herr Trump auch 2019 mit seiner Entourage wieder nach Davos kommen wolle, erlaube ich Ihnen, Herr Schwab, folgende wohlgemeinte Worte zu widmen.

Donald Trump wirkt Kraft seines Amtes als US-Präsident:

  1. Gegen die Bemühungen der Welt, eine Klimakatastrophe abzuwenden
  2. Für eine Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten
  3. Für eine noch nie dagewesene Fluktuation des Personals im Weißen Haus
  4. Für eine regelmäßige Brüskierung seinen internationalen Partnern
  5. Für eine Verschleierung der laufenden rechtlichen Verfahren und Untersuchungen gegen ihn
  6. Für eine Lockerung und Aufhebung von Naturschutzzonen um an Öl zu gelangen
  7. Gegen Medien, die ihn für seine Politik kritisieren
  8. Für eine zunehmende Agressivität in der internationalen Politik
  9. Gegen die Chance, andere Menschen verstehen zu können
  10. Für die Möglichkeit, dass Psychologen und Psychiater sich in einem Buch über seine geistige, charakterliche und mentale Gesundheit Gedanken machen (Buchtitel siehe unten)

 

Aus diesen 10 Gründen, die nur eine Auswahl darstellen, darf die Frage zugelassen werden, inwiefern sich der immense Aufwand an Personal, Kosten und Kerosin lohnt, Herrn Trump zum zweiten Mal die Bühne zur Selbstdarstellung analog zu 2018 zu überlassen. Sie seien ein herzlicher Gastgeber, Herr Schwab, so wurde mir es zugetragen und Ihr Ziel sei es mit dieser Veranstaltung, Verbindungen und den Austausch zwischen Menschen mit großer Verantwortung für unsere Gesellschaft zu ermöglichen, ja zu fördern. Die prächtige Bergwelt Graubündens trägt sicherlich dazu bei, Ihre edlen Absichten mitzuprägen, so dass in Gelassenheit und Empathie die Kultur des Verstehens zwischen den Welten möglich gemacht werden kann.

Wenn in diesem Sinn und Geist Herr Trump miteingebunden werden kann, in den Dialog, dem Zuhören, dem Lernen und der Findung von Kompromissen und konstruktiven Kooperationen der Nachhaltigkeit, dann könnte dem logistischen und sicherheitstechnischen Aufwand einen Sinn abgerungen werden. Und wenn es Ihnen gelingt, Herr Schwab, mit Herrn Trump bei einem gemütlichen Fondue ohne Blaskapelle, das eigentliche Anliegen der Menschheit so zu formulieren, dass er nickt und endlich begreift, dann macht das WEF uns allen ein schönes Geschenk. Mit den besten Wünschen für Ihre Arbeit und das Leben drum herum, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Urs Heinz Aerni

Das erwähnte Buch: „Wie gefährlich ist Donald Trum?“  27 Stellungnahmen aus Psychiatrie und Psychologie, Psychosozial Verlag, ISBN 978-3-8379-9

Dieser Beitrag erschien auch auf Berglink Berlin und Zürich

Das Leben auf der Bühne und mit Büchern und der Dialekt

Das Leben auf der Bühne und mit Büchern

Thomas Sarbacher spielt Rollen und Figuren vor der Kamera und auf der Bühne und er liest brillant aus Büchern im Literaturclub SRF/3sat oder an Festivals wie Sprachsalz in Tirol. An zwei Abenden am schönen Thunersee unterhalten wir uns über das Spiel mit Charakteren, das Lesen und das Leben drum herum.

Am 3. und 5. Dezember 2018 im Hotel Beatus Merligen. Hier geht es zum Veranstalter…

Die Mundart – und was sie mit uns macht

«Gredi üüfe» lautet das brandneue Gedichtbuch von Hanspeter Müller-Drossaart. Der erste Band des Autors erschien auf Obwaldnerisch, der zweite nun im Urner Dialekt. Seine Lesungen sind legendär, sein Spiel mit der Mundart ebenso. Was führt Hanspeter Müller-Drossaart dazu, so zu schreiben, wie den Menschen in den Bergtälern der Schnabel gewachsen ist? Erfährt die Poesie eine andere Erlebnisebene je nach Färbung mit Lokalkolorit?
Was passiert mit Ihnen, wenn Sie in einem «Tatort» schwäbisch hören, oder alemannisch oder auch tirolerisch? Genau, es heimelt an. Und in der Regel sind Figuren im Film, die Mundart sprechen, selten die Bösewichte. Meine Gesprächsgäste und ich nehmen Platz am literarischen Kaminfeuer in der guten Wortstube: Der Schauspieler Hanspeter Müller- Drossaart verwandelt sich im Rahmen seines Berufes wie kein anderer verbal in einen Bayer, Bündner oder Basler. Markus Gasser beantwortet als Redaktor der SRF-Sendung «Schnabelweid» Fragen rund um unsere Mundart. Als Experte meinte er in einem Zeitungs-Interview, dass «jeder Dialekt schön» sei. Ist dem so? Wir werden sehen.

Am 7. Dezember im La Marotte Affoltern am Albis. Hier geht es zum Veranstalter…

 

Und, am 13. Dezember ist die letzte Veranstaltung von 2018 angesagt, mit Elke Heidenreich in Zürich. Aber davon kurz vorher mehr auf diesem Kanal.

Bis bald und herzliche Grüße

Ihr Urs Heinz Aerni