Archiv des Autors: Urs Heinz Aerni

Über Urs Heinz Aerni

Urs Heinz Aerni wirkt als freischaffender Journalist BR ZPV, Dipl. Feldornithologe FOK BirdLife, Kommunikationsberater, Kulturveranstalter und Literaturvermittler.

Systemfehler

In Ländern gerät die Justiz immer mehr durch nationalistische und diktatorische Regierungen unter Druck und verliert zum Teil ihre neutrale Gerichtsbarkeit für die Garantie für gleiches Recht für alle Bürgerinnen und Bürger. Das wird in den Medien und westlichen Ländern kritisch beobachtet.

Wie sieht es in Deutschland aus? «Die Richterinnen und Richter des Bundesgerichtshofes werden vom Richterauswahlausschuss gewählt und vom Bundespräsidenten ernannt.» Zu lesen auf der offiziellen Website. Interessant ist, dass jede Deutsche oder jeder Deutscher mit der entsprechenden Befähigung und Qualifikation gewählt werden kann.

Und Österreich? Der Personalrat des Obersten Gerichtshofs, bestehend aus Präsidium und vom Gerichtshof gewählten Mitgliedern, macht einen Besetzungsvorschlag und legt ihn dem zuständigen Ministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz vor. Üblicherweise wird dem Vorschlag zugestimmt und vom Bundespräsidenten bestätigt.

Die Schweiz? Die 38 Bundesrichterinnen und Bundesrichter und 19 Nebenamtliche werden durch die Vereinigte Bundesversammlung gewählt, nach fachlichen, sprachlichen, regionalen und – Achtung, jetzt kommt’s: nach parteipolitischen Kriterien. Alle obersten Hüterinnen und Hüter für Gesetz und Rechtsstaatlichkeit gehören einer Partei an. Verschiebt sich im Bundesbern die Parteilandschaft, so schlägt sich dies nieder im obersten Justiz-Gremium. Der letzte parteilose Bundesrichter wurde 1943 gewählt. Die Staatengruppe des Europarats gegen Korruption (Geco) kritisiert hierfür die Schweiz, da durch dieses System die richterliche Unabhängigkeit in Gefahr gerät, die die Bundesverfassung und nicht parteigefärbte Weltanschauungen zu schützen hat.

Ein Skandal, oder?

 

Urs Heinz Aerni

Lektüretipp: Die Schweizerische Bundesverfassung:

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/202001010000/101.pdf

Kennen wir sie, unsere Vögel?

Liebe Leserin, lieber Leser,

2020 sind Kurse und Exkursionen geplant, für alle, die mehr über unsere Vögel erfahren möchten.

In Muri (Aargau) zusammen mit Ruth Grünenfelder

In Erlenbach zusammen mit Iren Schürmann

In Zürich an der Klubschule Migros

Weitere individuelle Exkursionen können direkt hier per Mail gebucht werden. Das können auch gemütliche Spaziergänge am Wasser, im Wald und ja gar in der Stadt sein, denn Vögel findet man überall … noch.

Mit freundlichen Grüßen

Urs Heinz Aern

Hier geht es zum Beitrag „Luftige Migration – Oder wie es dem Menschen bald gelingen wird, auch den Zugvögeln Grenzen zu setzen“

 

Atom- und andere Energien

Kernkraftwerke oder die Atomenergie sorgen für Schlagzeilen:
Zuerst die guten: Atommeiler Philippsburg bei Karlsruhe wird Ende Jahr still gelegt und das älteste Werk der Schweiz, Mühleberg bei Bern wurde heruntergefahren. Rückbau dauert ca. 30 Jahre!
Jetzt die bedenklichen News:
Räumung der Brennstäbe von Fukushima verzögert sich wohl bis 2032. Und Leibstadt (Aargau, Schweiz) musste wegen Störung abgeschaltet werden.
Während auf der ganzen Welt noch viele Atomkraftwerke in Planung sind oder schon gebaut werden, wurde für die Endlagerung der Brennstäbe auf dem ganzen Planeten noch keine Lösung gefunden.
Nebenbei: Hätten die alten Römer schon AKWs gehabt, so säßen wir heute auf ihren Brennstäben.
Und passend zum Thema, sei noch der POLIZEIRUF 111 auf ARD empfhohlen, der sich mit der kriminellen Enerige rund um die Nuklear-Technik beschäftigt:
Für solche, die es genau und noch mehr wissen möchten, sei hier der passende Buchtipp gegönnt…
Nun wünschen wir einen lustigen Rutsch in ein fröhliches 2020!
Ihr
Urs Heinz Aerni

Egal woher

Aufgrund der Getränke-Attacke auf andersdenkende Politiker in Zürich und einer Hakenkreuz-Spray-Aktion auf einem Elsässischen Friedhof begann ich für diese Kolumne über die Bedeutung des Wortes „Dummheit“ zu recherchieren. Beim Blättern im Duden-Herkunftswörterbuch traf eine E-Mail ein, die auf einen Artikel im «Bote der Urschweiz» hinwies, der die Frage stellt, warum so viele Regionalkriminalromane von Schweizer Autorinnen und Autoren hauptsächlich in Verlagen aus Deutschland erscheinen. Angesichts dessen, dass der Schweizer Fußball durch eingewanderte Talente gross wurde, hiesige Konzerne in aller Welt das fette Geschäft machen oder gleich ins Ausland verkauft werden und nicht wenige Souvenirs mit Schweizerkreuz mit dem Zettel „Made in China“ versehen ist, schrumpft die obengenannte Thematik zu einer Nichtigkeit.

Die deutschsprachige Schweiz ist für buchproduzierende Unternehmen in derselben Sprache ein sehr kleiner Markt, jedoch bedeuten Verlage in Deutschland und auch in Österreich für eidgenössische Schreibende ein wichtiges Sprungbrett zu einem großen Publikum. Robert Walser suchte damals in Berlin Anerkennung und Erfolg, heute werden seine Bücher von Suhrkamp Berlin publiziert wie auch diejenigen von Max Frisch und Erica Pedretti. Klaus Merz ist bei Haymon Innsbruck zuhause, Markus Bundi bei Septime Wien, Christine Trüb bei Limbus Innsbruck, Felix Philipp Ingold bei Ritter in Klagenfurt, Lukas Bärfuss bei Wallstein Göttingen, Rolf Lappert bei Hanser München etc. Und Hand aufs Herz was kümmert es den Lesenden, ob ein guter deftiger Thriller der Baslerin Anja Berger bei Droemer Knaur in München erscheint, oder Krimis mit psychologischer Kunst und gesellschaftlicher Brisanz wie beispielsweise von Christine Brand bei Blanvalet in München oder von Christof Gasser bei Emons Köln rauskommen? Hauptsache, sie wiegen guten Lesestoff in den Händen, der süchtig macht. Na also, frohes und fröhliches Lesen wünsche ich Ihnen auch für das kommende Jahr.

Urs Heinz Aerni

 

Das Buch mit kurzen Texten von Urs Heinz Aerni «Lugano – Konstanz» ist soeben in der Edition Baes in Zirl (Österreich!) erschienen.

„Es braucht Mut“

Ab 14. Dezember präsentieren acht Mal- und Kunsttherapeutinnen in Weggis ihre eigene Kunst. Zu dieser Abschlussausstellung des Moduls „Künstlerische Fähigkeiten IHK“ gibt die Kurleisterin Denise Huber Auskunft. Von Urs Heinz Aerni.

Urs Heinz Aerni: Nicht wenige Stunden und Tage verbrachten hier Mal-  und Kunsttherapeutinnen,die ihre eigenen künstlerischen Talente nachspürten. Was war das Ziel dieses Moduls?

Denise Huber: Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, verschiedenste künstlerische Techniken und Herangehensweisen kennenzulernen und auszuprobieren. Sie experimentieren mit unterschiedlichen Materialien und setzen sich vertieft mit einer Arbeit auseinander. Das Modul wird abgeschlossen mit dem Modulzertifikat Künstlerische Fähigkeiten IHK. Dieser Abschluss befähigt die Studierenden, eine eigene künstlerische Arbeit in einer selbst gewählten Technik zu entwickeln und diese zu reflektieren. Das Modulzertifikat Künstlerische Fähigkeiten IHK zählt als Teilabschluss für die Zulassung zur eidgenössisch anerkannten Höheren Fachprüfung Kunsttherrapie (HFP-KST), Fachrichtung Gestaltungs- und Maltherapie.

Aerni: Oft bestehen Hemmungen, sich ins künstlerische Gestalten zu wagen, woran könnte das liegen?

Huber: Wir Mal- und Kunsttherapeuten sind in der therapeutischen Arbeit damit beschäftigt, unterschiedliche Menschen in Prozessen mit bildnerischen Mitteln zu begleiten. Sind also in der Rolle als Therapeuten und nicht als Gestaltende. Dieser Schritt ins eigene gestalterisch-künstlerische Tun ist ein ganz anderer.

Aerni: Und gegen aussen auch ein Mittel, um sich mitteilen zu können, oder?

Huber: Künstlerisches Gestalten oder Kunst, – ist immer Kommunikation mit künstlerischen Mitteln. Es braucht neben der persönlichen, eine gesellschaftliche und universelle Dimension.

Aerni: Mit welchen Auswirkungen könnte man rechnen, bei einer Arbeit der kreativen Art?

Huber: Wenn man sich einer solchen auf ernsthafte Art und Weise stellt, kommt man auf ein Terrain, welche weitergeht, als der gute Geschmack und das bedeutet immer eine Konfrontation mit sich selbst und den gesellschaftlichen Gegebenheiten.

Aerni: Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Künstlerinnen aus Zürich, Basel, Aarau oder Winterthur. Wie wichtig ist das Umfeld für ein Seminar wie dieses?

Huber: Die Teilnehmerinnen des Moduls Künstlerische Fähigkeiten IHK, sind Mal- und Kunsttherapeutinnen, welche sich in diesem Jahr auf einen eigenen künstlerisch-gestalterischen Weg begeben. Das schulische Umfeld wird in der Regel als bereichernd und und „ansteckend“ empfunden. Die Zufriedenheit ist aber auch von dem abhängig, was man aus dem im Unterricht Gelernten macht. Der Anteil an Selbsterfahrungsstunden ist hoch.

Aerni: Die Objekte können recht lange hier in Weggis besichtigt werden. Wo beginnt für Sie die oder eine Kunst zu wirken im Alltagsleben?

Huber:  Eigene gestalterisch-künstlerische Bilder und Werke auszustellen ist ein grosser Schritt und der kostet Mut. Über das Zeigen, wird das was man macht, nach Aussen hin sicht- und austauschbar.

 

Info:

Abschlussausstellung des Moduls „Künstlerische Fähigkeiten IHK“ im Hotel Rigi in Weggis. Am Samstag, 14. Dezember 2019, 14:00 – 17:00 Uhr findet die Vernissage statt mit den Ausstellenden Jacqueline Aerni, Jeanine Lanbacher, Piacentina Mariano, Claudia Schweikert, Ruth Solazzo, Ursula Staub, Monika R. Wintermantel und Gerda Wüst.

Denise Huber ist Ausbildungsleiterin und Dozentin am Institut für Humanistische Kunsttherapie in Zürich und leitet das Modul Künstlerische Fähigkeiten IHK. Sie ist ausgebildete Kunsttherapeutin (ED), Fachrichtung Gestaltungs- und Maltherapie, Ausbilderin mit eidg. FA, Künstlerin bildende Kunst HF (F+F, Schule für Kunst und Design, Zürich) sowie in psychiatrischer Krankenpflege. www.kunsttherapie.ch

Dieses Interview erschien zuerst in der WOCHEN-ZEITUNG.

Denise Huber – PD

Flyer Ausstellung Weggis

Tödliche Oliven

Für die Zeitung BÜNDNER WOCHE möchte ich mal dokumentieren, wie Kulturschaffende und Medienleute in Deutschland und Österreich auf das Wort «Graubünden» reagieren, doch…

…beim Start dieser Umfrage ereilte mich die Information, dass eine spezielle Oliven-Erntetechnik Millionen Singvögel tötet. Erntemaschinen fahren durch die Olivenhaine und holen durch Schütteln und Einsaugen die Früchte von den Bäumen und dies meistens in der Nacht, um das Aroma der Oliven zu halten. Zwischen November und März überwintern viele Zugvögel aus Nordeuropa in den Olivenbäumen und fallen dabei dieser industrialisierten Ernteform zum Opfer. Nun, statt der oben erwähnten Umfrage, bat ich Lebensmittel-Händler um eine Reaktion zu dieser Tragödie. Sie fallen sehr unterschiedlich aus: Während, Edeka und Volg bis zur Abfassung dieser Kolumne schwiegen und Lidl sich später doch noch meldete, schreibt Aldi Suisse: «Nein, von diesen schrecklichen Vorfällen haben wir noch nichts gewusst. Wir haben Ihre Nachricht umgehend an unsere CR Abteilung weitergeleitet. Sie prüfen, ob das uns betrifft und was gegen diese Vorfälle unternommen werden kann. Wir melden uns schnellstmöglich wieder zurück.» Coop antwortet: «Sämtliche Oliven unserer Biobauern für die naturaplan-Öle stammen aus traditionellen Olivenhainen und es besteht somit keinerlei Gefahr für die Zugvögel bei der Ernte. Obwohl unsere Bio-Olivenöle nicht davon betroffen sind, verfolgen wir das Problem mit der vollmechanischen Nachternte im superintensiven Anbau, welches bereits Ende 2018 in Andalusien publiziert wurde. Inzwischen wurden laut Medienberichten sowohl durch die Behörden als auch die Produzenten Maßnahmen ergriffen, die Gefahr für die Vögel einzudämmen.» Was das auch immer heissen mag aber immerhin. Von Migros Schweiz kam noch nichts aber von der Migros Ostermundigen diese Rückmeldung: «Vielen Dank für die Anfrage. Gerne kläre ich die Sache bei unseren Produktespezialisten ab und melde mich wieder, sobald ich eine Antwort erhalte.» MPREIS ist ein Großverteiler in Österreich mit gutem Ruf und schönen Läden schreibt: «Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir können Ihnen dazu leider noch nichts sage. Wir haben uns bereits mit unserem Einkauf in Verbindung gesetzt und werden das intern prüfen lassen.»

Vorläufiges Fazit: Der Skandal ist groß aber die ersten Reaktionen von Unternehmen mit Verantwortung sind ermutigend und bestätigen, dass wir als Konsumierende auch die Verantwortung haben, aktiv zu werden, wenn mal was aus dem Ruder läuft.

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtipp: «Tödliche Oliven» Kriminalroman von Tom Hillenbrand, Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04695-3

Elke Heidenreich

Am Festival Sprachsalz in Hall bei Innsbruck unterhielt ich mich für DIE REDAKTION mit Elke Heidenreich über Berliner Eigenarten, Ihr Leben mit Büchern und über ein Projekt, das bei ihr momentan auf dem Tisch liegt.

Diesmal gibt es mehr zu sehen und zu hören als zu lesen. Bitte diesen Link betätigen: