Aerni’s Depesche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ist das Ihnen auch schon passiert? Wir hatten mal Gäste zum Fondue, die wir noch nicht so gut kannten. Irgendwann erodierte der Gesprächsstoff und es wurde so beklemmend ruhig. Um die Stimmung zu retten zücke ich jeweils dieses Büchlein:

„Von der Pampelmuse geküsst“ – Gedichte, Prosa, Szenen von Heinz Erhardt

Es sind herrlich witzige und schräge kurze Texte. Diese lese ich den Gästen am Tisch vor und in der Tat, der Abend ist gerettet.

Damit eine unangenehme Stimmungsschwankung in gesellschaftlicher Runde verhindert werden kann, hilft dieses Büchlein perfekt.

Ich schicke Ihnen das Ding für 6 Franken oder Euro portofrei nach Hause, wenn Sie eines möchten.

Nun folgen Empfehlungen für solche, die raus unter die Leut‘ möchten, einige Tips bis Ende April.

Herzliche Grüße: Ihr Urs Heinz Aerni

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Buchs SG

„birds & words“ zusammen mit Hanspeter Müller-Drossaart: https://www.facebook.com/bibliothekbuchssg/posts/1359779411166032

Niederweningen ZH

Plaudern rund um schöne Bücher mit Martin Ostermeier, Gemeindepräsidentin Andreas Weber, Martin Kunz, Katrin Sutterr, Nicola Steiner, Hanspeter Müller-Drossaart, Nathalie Schmid und Annette König:

file:///Users/ursaerni/Downloads/BibliothekNiederweningen_Biblioweekend_Zeitungsprofil-1.pdf

Olten SO:

„Der Witz – die unterschätzte literarische Gattung“ zusammen mit Hanspeter Müller-Drossaart: https://www.werliestwo.ch/17079/der-witz-die-unterschaetzte-literarische-gattung

Laufenburg AG

Lesen am Thresen mit Annette König, Anja Berger und Martin Willi:

Herrliberg ZH

Vogelspaziergang am Waldrand:

https://www.nvveh.ch/node/107

Oberengstringen ZH

„birds & words“ zusammen mit Hanspeter Müller-Drossaart:

https://www.bibliotheken-zh.ch/Oberengstringen/getimage.ashx?id=3328

Zürich

Weltpremiere Songmapp – eine neue Hörkultur:

Erste Infos und Details zum Anlass können angefordert werden:

https://songmapp.ch/index.html

Zürich

Ausgeschrieben? Was macht das Älterwerden mit dem Schreiben?

Talk mit Margrit Sprecher und Ludwig Hasler:

https://www.literarischerclubzuerich.com/

Lenzerheide GR

Kulturprogramm über Ostern mit Büchermeer und Geschichten für Kinder

Olten SO

„birds & words“ zusammen mit Hanspeter Müller-Drossaart:

https://www.werliestwo.ch/17082/literarisch-gestimmter-vogelspaziergang

St. Gallen

Witzberatung Buchhandlung Orell Füssli Thalia an der Messe OLMA:

https://www.olma-messen.ch/de/willkommen#

Zürich

Buchpremiere mit Karin Wenger „Bis zum nächsten Monsun“:

file:///Users/ursaerni/Downloads/Einladung%20Buchpremiere%20Buchhandlung%20spheres-1.pdf

Schwarzer Schatten

Das Fenster steht offen, ich sitze eine Kolumne in der Bündner Woche am Laptop. An amüsantem Stoff aus dem Alltag mangelt es nicht. Aber mir fehlt es angesichts der Weltlage die Worte. Die Worte für Sie zur erbaulichen Lektüre.

Die ersten Vögel aus dem Süden sind bereits wieder zu hören und zu sehen. Die Unterhaltung mit einer liebenswürdigen Dame im Zug, die erschöpft aber glücklich aus dem Engadin nach Bern fährt, oder von der gelungenen Kinopremiere von Daniel Felix übers Wandern böten Anekdoten.

Aber einfach so schreiben, als würde es in der Ukraine nicht brennen? Der von mir hochgeschätzte Schriftsteller Michail Schischkin ist ein Jahr älter als ich, in Moskau geboren und lebt mit seiner Familie schon viele Jahre in der Schweiz. Viele internationale Preise wurden ihm verliehen, seine Romane wurden zur Schullektüre.

Wir unterhielten uns immer wieder über Russland, öffentlich auf Bühnen oder beim Glas danach. Nach einer Veranstaltung im schönen Hall in Tirol sagte er mir, dass nach der Lüftung des Eisernen Vorhangs Russland sich wieder zu einem Zarenreich zurückentwickle. Seine Kritik führte dazu, dass seine Bücher wieder aus Russlands Schulen entfernt wurden.

In diesen Tagen engagiert sich Schischkin sehr beeindruckend gegen den Krieg; er schreibt, demonstriert, hält Reden und stellt sich Debatten in den Medien. In der Sendung «Arena» auf SRF sagte er deutlich, wie er sich schäme für dieses Russland und dass Putin ein Verbrecher ist.

Nun, ich sitze hier am offenen Fenster, lausche der Amsel und darf die Deadline dieser Kolumne nicht verpassen. Ist halt so bei einem freischaffenden Journalisten. Aber wenn ich diese Kolumne rechtzeitig abgeben kann, spende ich das Honorar den Menschen in der Ukraine, die von meinen Sorgen nur träumen können.

An einer Podiumsveranstaltung, meinte kürzlich der Ständerat Ruedi Noser, dass diese Fakten nicht wegdemonstriert werden können, zum Beispiel mit Kuhglocken.

Dieser Kriegsschock wirft einen solch schwarzen Schatten auf die Alltagskleinigkeiten, dass es unmöglich ist, hier und jetzt über was Nettes schreiben zu können. Wie es dann sein wird bei der nächsten Kolumne, wird sich zeigen. Bis dahin beschäftigt mich ganz sicher dieser Wunsch:

Es müssen politische und gesellschaftliche Systeme verhindert werden, die einem Geisteskranken ermöglichen, zu einem Massenmörder zu werden.

Urs Heinz Aerni