Ferienkritik 2021

Es werden Filme und Bücher besprochen, wieso nicht auch der Sommerurlaub 2021? Nur, wo beginnen? Vielleicht mit einem Kompliment an das Bergbadschwimmbad in Bergün mit schöner Grünanlage und einem sympathischen Briten als Bademeister. Auf dem Dorfplatz des idyllischen Dorfes Intragna, im Tessiner Centovalli, ist Stefan Früh anzutreffen. Seine Führungen in die Geschichte des Dorfes lassen die Hektik von heute vergessen. Auf der fast dreistündigen Aare-Schiffsfahrt von Biel nach Solothurn können in der Schleuse von Port Muscheln entdeckt werden, die nicht nur zwischen Wasser und Luft leben, sondern Wasser spucken. Das Café Inka im südbadischen Ötlingen mitten in einem Weingebiet mit Blick auf Weil am Rhein und Basel, bietet leckeren Kuchen in einem traumhaften Ambiente, umgeben von Pflanzen und romantischem Gemäuer. Auf dem Schiff von Lugano nach Gandria schnauzte mich die Kellnerin an: ich solle gleich sagen, ob ich zur Cola auch ein Glas wolle, damit sie nicht zweimal laufen müsse. Und auf der Schiffsfahrt von Luzern nach Beckenried stellten wir in der 1. Klasse fest, dass kein Restaurant in Betrieb war, trotz vollem Deck. Eine aufmerksame Frau von der Crew legte mir ein Formular auf den Tisch und bat, diesen Mangel aufzuschreiben. Im Naturschutzgebiet Auried im Kanton Fribourg sichtete ich zum ersten Mal Zwergschnepfen. Im italienischen Ponte Tresa wurde uns zum Glas Weisswein eine Vesperplatte aufgetischt, einfach so. Nach zwei Beinahe-Zusammenstössen mit rasenden Velofahrern bei Schinznach Bad und Rifferswil entdeckten wir am Kunstmarkt im Nidwaldner Museum in Stans zeitgenössisches Schaffen, das es in sich hat und Andreas Jahn zeigte im Gertsch-Museum in Burgdorf, wie viel Ironie in der Kunst stecken kann. Im Walliser Naturpark Pfyn sahen wir, wie ein Schlangenadler mit einer Smaragdeidechse als Beute davonflog und im Aargauer Jurapark verkosteten wir den Besserstein-Wein und bestellten gleich nach. Und das ist nicht alles…

Urs Heinz Aerni

PS: Das Bild zeigt ein Gebäude, das hier nicht erwähnt wird, ist aber eine andere Geschichte.

Diese Kolumne erschien in der Zeitung Bündner Woche.

Veröffentlicht von

Urs Heinz Aerni

Urs Heinz Aerni wirkt als freischaffender Journalist BR ZPV, Kommunikationsberater, Kulturvermittler und Vogelbeobachter. Weitere Informationen: www.ursheinzaerni.com

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