Genossenschaft

Liebe Eidgenossinnen und Eidgenossen

Einer Einladung zur 1.-August-Rede sagte ich geehrt und dankend ab. Und doch, in Anbetracht dessen, dass sich viele Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz in diesen Tagen über den Sinn und Zweck ihres Landes Gedanken machen, erlauben Sie mir analog der eidgenössischen Gepflogenheiten, außer Landes kommende Kräfte zu nutzen, hier und jetzt ein paar Weisheiten wiederzugeben, die für eine nachhaltige Reflexion zum Label Schweiz anregen werden.

Der Kabarettist und Lyriker Heinz Erhardt (1909 – 1979) meint:

„Ein jedes Land hat seinen Reiz

so auch die Schweiz.

Doch frage ich mich, andererseits,

was wäre die Schweiz,

wärn die Berge, die zum Himmel streben,

eben.“

Der Dozent für deutsche Sprache an der Staatlichen Akademie für angewandte Technik in Nürnberg, Richard Pekrun vermittelt im Jahre 1963 im Zürcher Stauffacher Verlag erscheinen Buch „Das deutsch Wort“ folgende Assoziationen zu „Schweizer“:

„Schweizer, der: Einwohner der Schweiz : Kuhknecht : Kuhmeister : Leiter einer Molkerei : Türhüter : Aufseher in kath. Kirchen : Erdeichhorn (…) Schweizerpillen Mz: Abführpillen…“

Der ungarische Schriftsteller Alexander Roda Roda (1872 – 1945) gab folgendes zu: „Als Schweizer geboren zu werden, ist ein großes Glück. Es ist auch schön, als Schweizer zu sterben. Aber was tut man dazwischen?“

Der Franzose André Gide (1869 – 1951) erhielt nicht nur den Literaturnobelpreis 1947, sondern kam zum Schluss, dass ‚jeder Schweizer seinen Gletscher in sich trage’.

Und erst kürzlich erklärte ein Zeitgenosse, welches die stärkste Droge der Schweiz sei: „Die SBB. Ein Zug und du bist weg.“

Ja liebe Genossinnen und Genossen, diese Zeilen machen wach und nachdenklich, nicht?

Laut UNO steht die Schweiz auf dem zweiten Platz im „Index der menschlichen Entwicklung“. Nach Landesgrösse belegt das Land den 133. Rang, nach der Anzahl der Einwohner den 98. jedoch unter den grössten Volkswirtschaften der Erde nimmt die kleine Schweiz Platz 20 ein (Stand 2017).

Es ist wie bei Grossunternehmen im Lebensmittel- und Immobilienbereich, wo hört sie auf, die Genossenschaft, und wo fängt er an, der Konzern?

Urs Heinz Aerni

Der passende Buchtitpp zum Jahrestag der Eidgenossenschaft: „Die tintenblauen Eidgenossen – Über die literarische und politische Schweiz“ von Peter von Matt, DTV, 978-3-423-34094-6

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