Auch falsche Beträge bezahlen

Ich hätte bei Amazon für rund 200 Franken eigenkauft. So steht es auf meiner Mastercard-Abrechnung. Dabei bin ich aus Überzeugung kein Kunde von Amazon. Ich kopierte diese Rechnung, markierte die diversen falschen Belastungen, schickte diese mit einem Brief an die Geschäftsleitung des Kreditkartenunternehmens in Horgen. Dann zog ich die falschen Beträge ab und überwies den korrekten Betrag.

Nach einem Monat Funkstille erhielt ich die neue Abrechnung. Alle falschen Belastungen wurden mir wieder gutgeschrieben aber nun muss ich einen Soll-Zins von 9 Franken zahlen.

Ich schrieb nochmals an die Geschäftsleitung. Keine Antwort, keine Erklärung, nichts.

Dann wandte ich mich kraft meines Jobs als Journalist an die Pressestelle der Credit Suisse, die Inhaberin der Swisscard, mit klaren Fragen. Hier Auszüge aus den Antworten, die per Brief eintrafen :

„Es kann vorkommen, dass über einen legitimen Händler/Dienstleister Belastungen abgerechnet werden, die der Kunde nicht selber veranlasst hat. Dabei kann es sich um missbräuchliche Belastungen, aber auch um Buchungsfehler handeln.“ In diesem Fall sei beim Händler, also Amazon, ein Fehler passiert. Um einen Sollzins zu vermeiden, „muss durch den Kunden – immer auch im Falle einer strittigen Belastung – der Gesamtbetrag einbezahlt werden.“ Gemäß Geschäftsbedingungen. Also das Kleingedruckte genau lesen und auch Fehlbeträge voll und ganz überweisen, mit der Hoffnung, dass das Geld wieder zurückkommt. Ich frage mich, wie viel falsches Geld fließt wegen Kunden, die nicht jeden Posten auf der Rechnung verifizieren. Fazit: Doch wieder mehr mit Rechnung einkaufen, das Vertrauen in Konzerne herunterfahren und mit dem Presseausweis wedeln (falls vorhanden) wenn nichts läuft.

 

Der passende Buchtipp: „Kreditkarten und ihre Gefahren“ von Andreas Jordan, Verlag GRIN, ISBN 978-3-640-76006-0

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Déjà-vu-Erlebnis nach „Tatort“ (ARD) beim „Bestatter“ (SRF)

Im Kölner Tatort auf ARD begegnen sich der Kommissar und ein ehemaliger Kollege, der nun auf Streife ist und einen unglücklichen Eindruck macht; Scheidung, Alkohol, so die Ausgangslage:
https://www.daserste.de/…/send…/weiter-immer-weiter-100.html

Dann startet die letzte Staffel „Der Bestatter“ auf SRF und hier trifft der ermittelnde Ex-Polizist ein ehemaliger Kollege aus der Polizeischule, der auch in Uniform arbeitet und ebenso einen ungesunden Eindruck von sich gibt; Scheidung, Alkohol:
https://www.srf.ch/…/der-bestat…/video/asche-auf-dein-haupt…

Zufall? Ein beliebtes Setting von Drehbuchautoren? Eine Figur, die gerade in Mode ist?

Der Bestatter Aarau

Das Glühwürmchen ist das Tier des Jahres 2019

Ein Gastbeitrag von Pro Natura

Das geheimnisvolle Tier ist bei uns zwar noch weit verbreitet. Doch schrumpfender Lebensraum und steigende Lichtverschmutzung setzen dem Glühwürmchen zu – wie unzähligen anderen Insekten auch. Mit der Wahl des Glühwürmchens zum Tier des Jahres 2019 wirft Pro Natura ein Schlaglicht auf den Zerfall der Wunderwelt der Insekten und zeigt auf, was dagegen unternommen werden muss.

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden die Larven des Glühwürmchens (Lampyris noctiluca) aus der Winterruhe erwachen.  Das Glühwürmchen ist aber eigentlich gar kein Wurm, sondern ein Käfer. Es glüht auch nicht, sondern verbreitet ein kaltes Leuchten. Deshalb heisst das Tier des Jahres 2019 korrekt «Grosser Leuchtkäfer». Er ist in der Schweiz die häufigste von vier vorkommenden Leuchtkäfer-Arten.

Der Schrecken der Schnecken
Erst ganz am Ende seines Lebens verzaubert das Glühwürmchen in lauen Sommernächten die Landschaft mit seinen Lichtpunkten. Zuvor hat es rund zwei Lebensjahre als Larve verbracht. Seine Hauptbeute in dieser Zeit sind Schnecken. Die rüden Jagdmethoden der Larven passen nicht ins romantische Bild vom Glühwürmchen als feenhaftes Lichtwesen. Wie schwarzbraune Mini-Krokodile pirschen sich die Larven an ihre oft viel grösseren Beutetiere heran. Sie töten die erbeutete Schnecke mit Giftbissen und fressen sie innert eines Tages ganz auf.

Leuchtendes Finale
Im Sommer des dritten Lebensjahres verpuppen sich die Larven. Die erwachsenen Glühwürmchen schlüpfen. Sofort entzünden die Weibchen an einem günstigen Leuchtplatz das Landefeuer für liebeshungrige Männchen. Das Licht in ihren Leuchtorganen entsteht durch eine chemische Reaktion. Die Glühwürmchen-Männchen leuchten nicht. Sie überfliegen ihren Lebensraum und spähen mit grossen Augen nach dem ersehnten Liebessignal. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die erwachsenen Tiere fressen nämlich nichts mehr. Wer sich jetzt nicht paaren kann, stirbt nach rund zwei Wochen ohne Nachkommen.

Eine von 30‘000 Arten
Unsere Tierwelt ist eine Welt der Insekten. Von rund 36‘000 in der Schweiz bekannten Tierarten gehören 30‘000 zu den Insekten. Wo es den Insekten gut geht, ist die Natur in Ordnung. Doch die Wunderwelt der Insekten zerfällt in beängstigender Geschwindigkeit. Lebensraumzerstörung, Pestizide, Lichtverschmutzung und andere Faktoren setzen ihr zu. Die Folgen für Natur und Mensch sind schwerwiegend. Auf diese Probleme, aber auch auf praktische Lösungen wirft das Glühwürmchen 2019 sein magisches Licht.

 

Fragen?

Franziska Rosenmund, Pro Natura Medienverantwortliche: franziska.rosenmund@pronatura.ch

René Amstutz, Projektleiter Biotope und Arten, Pro Natura: rené.amstutz@pronatura.ch