1. August und die Schweiz

Liebe Leserinnen und Leser,

Soeben traf eine Anfrage ein mit der Bitte, Fragen auf den 1. August zu beantworten. 

Was verbindet Sie mit dem 1. August? Was bedeutet er für Sie?

Urs Heinz Aerni: Sommer- und Schulferienzeit, sonst nichts. Wenn Sie jedoch die patriotische Ader anzuzapfen beabsichtigen wollten; außer natürlich die Peinlichkeit, dass Schweizer auf Urlaub im Ausland Raketen anzünden. Stellen Sie sich mal vor, wenn alle Nichtschweizer in der Schweiz an ihrem Nationalfeiertag Feuerwerke starten ließen.

Ah, an ein seltsames Ereignis erinnere ich mich gut. Wir machten mal mit den Eltern Urlaub in Morcote (Tessin), da war ich noch ein kleiner Knirps. Wir saßen am 1. August auf der Terrasse des Hotels am See am Tisch und warteten auf das Abendessen. Da ging eine Palme in Flammen auf weil wohl ein Koch mit seiner Flambierkunst angeben wollte. Und jemand warf eine Fackel auf das Privatboot des Schlagerstars Peter Kraus. Sie brannte ein Loch ins Mahagoniholz. Der Star stand da und fragte den Hoteldirektor: „Warum tun die das?“. Soweit meine Verbindung zum 1. August als Schweizer.

Kennen Sie die Geschichte hinter dem 1. August? Warum ist es dieser Tag, an dem gefeiert wird? (Bitte nicht googeln;)

Aerni: War man nicht lange der Meinung, dass im Jahre 1291 sich drei Guerillakämpfer in den Europäischen Zentralalpen gegen eine Großmacht aus dem Osten verschwörten? Was mehr oder weniger durch Angriffe aus dem Hinterhalt und Steinewerfen gelang, bis dann das Geld das Ruder der Außenpolitik übernahm. Über einen Anführer der Bergkrieger erschien später sogar ein Roman von einem Deutschen Schriftsteller, der ja gar nie in der Gegend war. Später wurde der 1. August wahrscheinlich vom Schweizer Tourismusverband als Produkt ins Sortiment genommen.

Feiern Sie den 1. August in diesem Jahr? In den letzten Jahren? Wenn ja, wie?

Aerni: Wenn Freunde mich besuchen, wird gefeiert. Wenn ich Freunde besuche, wird gefeiert. Das kann aber auch am 30. Juni oder am 17. September geschehen.

Kaufen Sie manchmal 1. August-Produkte? Für Sie oder andere? Was für welche?

Aerni: Ich kaufe sehr viele Produkte aber meistens weiß ich nicht, ob die am 1. August produziert wurden. Muss man das wissen?

Was verbindet Sie mit dem Nationalfeiertag? Was bedeutet er für Sie?

Aerni: Nichts, vielleicht noch, dass man das Label Schweiz neu definieren könnte. Als eine Art Lebensgefühl oder eine Philosophie des Lebens mit einer Haltung der Verantwortung gegenüber der Umwelt und unserem Kontinent. Schweiz könnte für eine Artenvielfalt der Existenzen und Lebensentwürfen stehen. Schweiz als Logo für gutes und genussreiches Leben mit Werten, zu denen alle stehen würden.

Würden Sie sich einbürgern lassen, wenn Sie den Schweizer Pass nicht hätten?

Aerni: Wenn ich in einem Land lebe und mich fürs Wohl, die Rechte, die Umwelt und die Wohnqualität einsetzen möchte, dann stünde eine Einbürgerung an. Siedelt man in der Schweiz in einen anderen Kanton oder in eine andere Stadt, so kann man sofort wählen und abstimmen. Wieso geht das nicht auch für Menschen, die in die Schweiz ziehen und sich hier gesellschaftlich einsetzen möchten? Einbürgerung des Feelings oder der Sympathien willen wär kein Thema. Ich habe viele Freunde, und Lieblingsorte außerhalb der Schweiz, da müsste ich mich gleich mehrfach und parallel einbürgern lassen.

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GIs in den Gärten

Seit etwa drei Jahren ist er weg. Unser Grauschnäpper. Auch der Fichtenkreuzschnabel saß vor Jahren zum letzten Mal auf einer Tannenspitze. Das Verschwinden dieser Vögel im Quartier ist die Quittung für das sogenannte verdichtete Bauen, die Opferung von Bäumen zugunsten Ziersträucher und der Auslagerung der Gartenarbeiten an umsatzorientierten Unternehmen.

Man erinnere sich an die Zeiten, in denen der Hauswart mit der Zigarre im Mundwinkel den Vorplatz wischte oder als der Hausbesitzer am Samstag da und dort die Ästchen abzwickte. Heute haben die Wohnungseigentümer für solche und ähnliche Arbeiten keinen Nerv, den verlieren sie lieber im Büro oder auf dem Bike. Deshalb beschließen Eigentümerversammlungen, den „Profis“ auf Auftragsbasis den Umschwung zu überlassen. Dann kommen sie, ausstaffiert mit den Laubbläsern und stürzen sich als Möchtegern-GIs auf jedes herumliegende Blatt. Blitzeblank schaut das dann aus. Im Intervall von wenigen Wochen stehen Männer unter den Bäumen und rechen die dunkle Erde von jedem Laub frei. Maschinell rasiert ein Arbeiter die Lavendelstauden in voller Blütepracht anfangs August. Wohlverstanden, ein Mitarbeiter eines Gartenunternehmens, das wohl im Herbst keine Aufträge annehmen kann.

Gekillte Frösche

Gut, da gibt es die Architektin, die um ihre Neo-Bauhaus-Wohnblöcke Natur- und Magerwiesen wachsen und nur zweimal jährlich mähen lässt, soll ja auch nicht unerwähnt im löblichen Sinne bleiben. Die Freude darob erblasst ziemlich schnell angesichts deren Hausbesitzerin nebenan, die ihren Naturgarten in einen golfplatzartigen Rasen verwandeln lässt, da sie durch ihre Reisen keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten hat. Nett sind zwar die beiden kleinen Weiher mitten drin aber die Rasenmäher lassen den winzigen Jungfröschen bei der Auswanderung keine Chancen mehr und nimmt sie alle unter die Messer.
Und wenn hier noch von dem Ehepaar erzählt werden soll, das eine stolze und schöne Tanne für eine abendliche Strapazierung der solariumgeprüfte Haut durch die untergehende Sonne fällen lässt, dann könnte man sich in Rage schreiben.

Neue Märkte

Sind wir soweit, dass Gärten und Grünanlagen in Vorstadtquartieren durch die Pro Natura vor gewinnmaximierenden Gärtnereien geschützt werden muss? Kann es sein, dass der ehemalige Anwalt fürs Grüne dank Renditedruck zum Feind für naturnahe Oasen wird? Ja, richtig, wir leben ja alle von Geld, Umsatz, Gewinn. Aber wir leben länger, besser und fröhlicher wenn ökologische Vielfalt auch vor der Haustüre statt findet. Liebe Unternehmen der grünen Zunft, wie wäre eine Verlagerung von Nullachtfünfzen-Dienstleistungen auf naturnahe Pflege mit dementsprechender Aufklärungs- und Beratungsangeboten? Wetten, dass ein geschäftsmäßiges „Brachland“ nur darauf wartet, bearbeitet zu werden?

Nun, kurz vor Abgabe dieses Artikels sah ich in einer Nauturwiese vor dem Nachbarswohnblock zwei Gartenbauangestellte kauern, rupfend am Gras. Ich sprach einer der beiden an und machte ein Kompliment über diesen naturnahen Flecken. Er sah mich verdutzt an und fuchtelte mit der Hand ab und zeigte auf seinen Kollegen. Der Kollege drehte sich um und sagte: „Der versteht kein Deutsch“. Ich wiederholte meine Begeisterung zu diesem Konzept der Naturwiese. Der Mann stand auf, an der Harke stützend gab er zur Antwort: „Keine Ahnung, was Sie meinen, wir müssen da nur bestimmte Gräser ausreißen … aber ich sag es dem Chef weiter“.
Nickend ging ich weiter und stellte mir die Frage ob ich mich mit diesem Herrn nicht eher über das nächste Formel 1-Rennen hätte unterhalten sollen.

Buchtipp zum Thema: Hecken für naturnahe Gärten von Dietrich, Gregor; ISBN 978-3-7040-2155-7

Stehen Reha-Maßnahmen unter Kostendruck?

Die Gesundheitsbranche erfährt durch die Fallpauschale, die Umwandlung vieler Spitäler in Aktiengesellschaften und durch die Ökonomisierung große Veränderung. Zudem schießen die Kosten ins Kraut und setzen Krankenkassen und Patienten unter finanziellen Druck. Was zeigen die ersten Entwicklungen bei Reha-Maßnahmen?

Für das Magazin Zeitpunkt fragte ich an, beim SVP-Nationalrat Jürg Stahl, Mitglied der Geschäftsleitung der Groupe Mutuel; und beim ehemaligen Chefarzt des Regionalspitals Affoltern a. Albis und Mitbegründer der Akademie Menschenmedizin, Christian Hess.

Aus aktuellem Anlass wird das Interview hier nochmals veröffentlicht. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma erwägt gegen den Krankenversicherer Groupe Mutuel eine Strafanzeige, wegen schwerer Verletzung des Aufsichtsrechts. Bis 2016 darf das Unternehmen keine anderen Gesellschaften übernehmen. Ob unter diesen Umständen, das Interview eine zusätzliche Bedeutung erhält, soll die Leserin und der Leser entscheiden.

 

Urs Heinz Aerni: Wie schätzen Sie die Qualitätsunterschiede der Rehabilitations-Maßnahmen im Rahmen der drei verschiedenen Versicherungsklassen ein?

Jürg Stahl: Entscheidend ist der Patient und das betraute Reha-Team; die Qualität zu vergleichen ist generell – mindestens in der Schweiz – ein Problem, denn es besteht zu wenig Wettbewerb unter den Anbietern und ein wenig transparentes Qualitätssystem. Die Tendenz sich hinter dem Arztgeheimnis und dem Schutz des Patienten zu verstecken ist auch hier zu erkennen. Grundsätzlich beurteile ich aus meiner Sicht die Qualität als gut, was nicht heißt, dass es nicht besser gemacht werden kann!

Christian Hess: Im schweizerischen medizinischen Alltag dürfte die Qualität identisch sein. Ein Unterschied besteht im Hotellerieangebot und möglicherweise in der zeitnahen Organisation, die für Zusatzversicherte tendenziell besser sein dürfte.

Werden Reha-Angebote grundsätzlich von Beginn weg gegenüber dem Patienten kommuniziert? Können Sie Unterschiede bei Kantonen feststellen?

Stahl: Im Detail kann ich das nicht beurteilen, aber aus meiner Sicht ist die gute Information und Mitarbeit der Patienten zentral – ich setze das voraus! Das es kantonale Unterschiede gibt liegt am System und ist jeweils abhängig von «Machern» welche mit neuen Ideen vorne weggehen und sich in die Sache reinlegen! Das ist in anderen Disziplinen und Behandlungen auch so!

Hess: Dort wo eine Rehabilitation sinnvoll und nötig ist, wird das sicher frühzeitig kommuniziert und organisiert. Ob es interkantonale Unterschiede gibt weiß ich nicht.

Werden Patienten eher grundsätzlich motiviert und angeregt für ein Reha-Programm? Wenn ja, warum?

Hess: Patienten werden in meiner Erfahrung weder unnötig zu Rehabilitationen gedrängt, noch fälschlicherweise davon abgehalten. Das Hauptproblem einer sinnvollen, zeitnahen Rehabilitation sind die Kostengutsprachen der Krankenkassen, die oft zu unnötigen Verzögerungen und Nachfragen führen. Dazu kommt, dass die Büros nur zu ordentlichen Arbeitszeiten offen sind und an Wochenenden und Feiertagen geschlossen bleiben. Patienten und Patientinnen sind aber ungeachtet der Feiertage und Wochenenden krank! Hier besteht ein reales Service Problem. Seit der Einführung der Fallkostenpauschalen gibt es allerdings auf Seiten der Kassen noch weniger Interesse am speditiven Entscheiden, da wohl gehofft wird, dass bei einem etwas längeren Spitalaufenthalt – der ja nur noch das Risiko des Spitals ist und die Kassen nichts kostet – die Rehabilitation überflüssig wird, bzw. nicht mehr eingefordert wird. Die volkswirtschaftlichen Kosten des schlecht rehabilitierten Patienten tragen wiederum nicht die Kassen. Ist ein Patient einmal entlassen, ist die Chance auf eine Rehabilitation praktisch inexistent; diese muss immer nahtlos zum Spitalaufenthalt erfolgen, auch wenn eine Wartezeit durch Spitex und Angehörige organisierbar wäre.

Stahl: Es existieren leider für die Behandelnden und Patienten keine Anreize – mit Ausnahme der eigenen verbesserten Mobilität – was eigentlich schon genug wäre-, aber Menschen müssen immer Anreize haben und manchmal muss man sie eben verstärkter fordern und fördern.

Hess: Ein Problem besteht darin, dass wie bei den politischen Diskussionen üblich immer nur vom einfach zu verstehenden chirurgischen »Fall» ausgegangen wird. Der macht aber nur einen begrenzten Teil der Rehabilitation aus, wahrscheinlich den unproblematischsten.

Wie nehmen Sie die Bedürfnisse der Patienten nach Reha-Maßnahmen war?

Hess: Die optimale Rehabilitation nach Eingriffen ist von verschiedensten Faktoren abhängig: Komorbiditäten, soziales Umfeld, Lebenssituation des Patienten und schliesslich zu erwartender Erfolg einer Rehabilitation insbesondere im Hinblick auf seine Alltags Fähigkeiten. Patienten wollen v.a. dann rehabilitiert werden, wenn dadurch eine größere Selbständigkeit erreicht werden kann, also insbesondere z.B. wenn dadurch eine Rückkehr nach Hause nochmals möglich wird.

Stahl: in einer schnelllebigen Zeit müssen wir die Balance finden zwischen Geduld und schneller Reintegration. Der Trugschluss unserer Gesellschaft, alles reparieren zu können – und zwar sofort – ist verbreitet! Darum ist ein straffes und forderndes Reha-Programm unabdingbar. Von einer gelungenen Reha profitieren alle, der Patient, aber auch die Volkswirtschaft!

Wie finden Qualitätskontrollen von Reha-Programmen aus Ihrer Sicht statt?

Stahl: In Qualitätszirkeln, Fachkreisen und Kliniken intern; mir fehlt etwas die Interdisziplinarität.

Hess:  Seit Jahren wird der Erfolg der Rahabilitation mittels Vergleichen von Eintrittsfähigkeiten und Austrittsfähigkeiten evaluiert. Vergleiche zwischen unterschiedlichen Institutionen sind mir nicht bekannt.

Wie sähen Ihre Bedürfnisse und Wünsche an den Bereich der Rehabilitations-Behandlungen aus?

Stahl: Reha-Maßnahmen müssen konsequent angewendet werden mit Anreizsystem für alle Beteiligten (Kostenbeteiligung, Bonus, Malus, usw.). Individuelle auf den Patienten angepasste Programme und dessen verstärkte Integration sind zentral; fördern und fordern, sind Grundvoraussetzungen für einen Erfolg. Eine systematische Nachbetreuung und Kontrolle, sowie die transparente Auswertung der Qualität können die Bedeutung der Reha steigern.

Hess: Ein neues Problem unter den seit 2012 eingeführten Fallkostenpauschalen, sind die früheren, allenfalls zu frühen Verlegungen in die Rehabilitationskliniken. Das führt zu zwei unterschiedlichen Problemkreisen:

1. Sind die Patienten und Patientinnen noch kränker und brauchen vermehrte medizinische Betreuung, was Rückwirkungen auf den Personalschlüssel und allenfalls den sog. «skill-mix» des Personals hat und neue Kosten in den Rehabilitationskliniken generiert.

2. Ist bei einer zu frühen Verlegung eine Rehabilitation oft noch gar nicht möglich. Da aber die Kostengutsprachen meist auf 2-allenfalls 3 Wochen begrenzt sind und der Patient die ersten Tage gar nicht zur Rehabilitation nutzen kann, verliert der Patient, die Patientin und die Gesellschaft durch dieses betriebswirtschaftliche Optimieren im Akutbereich an Potential, das grundsätzlich zu erreichen wäre. Dies als klassisches Beispiel falscher Anreize.

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Jürg Stahl wurde 1968 geboren und nach Ausbildungs- und Arbeitsstationen als eidgenössisch diplomierter Drogist wurde er 1999 in den Nationalrat gewählt, die grosse Parlamentskammer der Schweizer Regierung in Bern. Er ist zudem Mitglied der Geschäftsleitung Groupe Mutuel Versicherungen in Zürich.

Christian Hess war von 1988 bis 2012 Chefarzt Innere Medizin am Spital Affoltern. Davor war am Spital Männedorf, am Universitätsspital Zürich sowie am Kantonsspital Zug tätig. Er hat während zwei Jahren in Ifakara, Tansania gearbeitet und gelebt. Er ist Initiant des «Modell Menschenmedizin». Er ist Mitglied der kantonalen Ethik Kommission Zürich und Autor u.a. des Buches «Menschenmedizin – für eine kluge Heilkunst» (2006). Zusammen mit seiner Frau und Psychotherapeutin Annina Hess-Cabalzar gründete er die Akademie Menschenmedizin. www.menschenmedizin.com

Das Interview erschien zum ersten Mal im Magazin ZEITPUNKT. Urs Heinz Aerni

 

Links zu weiterführenden Informationen:

Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit Bern über die Einführung der Fallpauschale, SwissDRG

Website von Gegnern der Fallpauschalen

Bericht in der NZZ über die Reaktion der Groupe Mutuel auf die Finma-Kritik

Medienmitteilung der Finma

 

 

 

Beeinflusst Literatur die Spieltechnik?

Seit 2006 gibt es sie, die Nationalmannschaft der fußballspielenden Autoren der Schweiz (FADS). 

Auf eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, kann hier nur ansatzweise eingegangen werden: Ob die literarische Form des Autoren auch in seiner Spielart herauszulesen sei. Germanisten und Sportreporterinnen sind sich da uneinig. Bei Studien einzelner Spieler konnten Zusammenhänge zwischen Literaturgattung und Position respektive Spieltemperament eruiert werden.

Da gibt es zum Beispiel den Lyriker, der in der Tat eher feinfühlig den Ball umkreist, bis er weiß, wie er ihn zu berühren gedenkt, was oft zur Folge hat, dass er den weiteren Spielverlauf von der Reservebank aus reflektieren muss. Oder denken wir an den Krimiautor, der zwar eine gewisse Tatkraft auf den Platz mitbringt, ausderen Umsetzung aber eher ein am Boden liegender und heulender Gegner statt eines Tores resultiert. Der Romancier mit Hang zur Epik hingegen bevorzugt eine komplexe Struktur des Passspiels, was wiederum vom Novellisten nicht allzu sehr geschätzt wird. Es konnte auch beobachtet werden, dass Kolumnisten tendenziell für klar definierte Aufgabenverteilungen auf dem Platz sind und Wirtschaftsjournalisten eine Optimierung der Erfolgsquote bei Torschüssen anstreben. Unsere Studien widerlegen überdies die These, dass Autoren von humorigen und kabarettistischen Texten analog das Betriebsklima auf dem Rasen aufpeppen oder gar retten würden. Kinderbuchautoren und Verfasser von Psychothrillern fallen immer wieder durch ihre Geduld, Empathie und Diplomatie auf, die sie während, aber vor allem nach dem Spiel, einzubringen vermögen – auch wenn ihre Mitspieler erst in den Kabinen oder gar beim Duschen wieder ansprechbar sind. Eine leichte Tendenz in der Bereitschaft zum Mitspiel konnte in den letzten Monaten bei schreibenden Frauen registriert werden. Ein einziges Tor zu unseren Gunsten durch die Tochter eines Mitspielers gegen eine Kneipenmannschaft in Oberentfelden und der auffallende Einsatz einer Autorin aus der Ostschweiz im Spiel gegen eine Wochenzeitung in Zürich zeigen dies deutlich. Der oben genannten mitspielenden Tochter boten wir unsere Dienste bei der Verlagssuche an. Analysten und Literaturwissenschaftlerinnen sehen jedenfalls in der aktiven Öffnung gegenüber der weiblichen Hälfte der Schreibszene eine deutliche Chance der Verbesserung der fußballerischen Qualität und des Unterhaltungswerts.

Soweit, verehrte Leserinnen und Leser, zu den Ausführungen in Sachen komplexer Konstellation zwischen tippenden Händen und dribbelnden Füßen.

Wenn Sie sich in die Welt des Schreibens kombiniert mit Fußball vertiefen möchten, so sei Ihnen dieses Buch ans Herz gelegt:

Das Chancenplus war ausgeglichen, Knapp Verlag

Beiträge von Aerni, Urs Heinz / Burren, Ernst / Dean, Martin R. / Friedli, Bänz / Gefe, Andreas / Hughes, Sandra / Kirchhofer, Markus / Langenegger, Lorenz / Lappert, Rolf / Lenz, Pedro / Maier, Helmut / Pellin, Elio / Pinarello, Maurizio / Ramseier, Markus / Schertenleib, Hansjörg / Schlatter, Bruno / Schlatter, Ralf / Sofo, Giuseppe / Supino, Franco / Todisco, Vincenzo / Tschan, Patrick / Orsouw, Michael van / Zeindler, Peter. Herausgegeben von Bortlik, Wolfgang. Beiträge von Hughes, Sandra

Die FADS gab sich einen neuen Namen: Die Schriftsteller-Nati. Mit „Nati“ ist die Abkürzung von „Nationalmannschaft“ gemeint, eine eidgenössische Mode, die auch bei anderen Teams in anderen Sportarten angewandt wird. Weitere Informationen finden sich per Mausklick hier…

Offene Rechnungen

Ein Trend? In verschiedenen Restaurants scheint es in Mode zu kommen, dass nicht abgeschlossene Rechnungen bestehen bleiben, nachdem der Gast zahlte und ging. Als Beleg nimmt er jeweils eine unfertige Quittungen mit.

Unfertige Rechnungen
Unfertige Rechnungen

Was sind die Gründe? Diese in den Kassensystemen noch offene Posten könnten ohne das Stornierungsprozedere einfach wieder gelöscht werden. Das hieße, all diese Verkäufe gingen an der offiziellen Buchhaltung und der Steuer vorbei.

Ob solche Absichten hinter diesen Aktionen stehen, kann hier nicht beantwortet werden.

 

FIFA und seine hauseigene Zeitung

Die wöchentliche hauseigene Zeitung der FIFA heißt Weekly und wird von einem Chefredakeur geleitet, der früher bei der NZZ arbeitete. Er schreibt gut und weiß alles über Fußball. Angesichts der Korrupitions-Krise und den Gerüchten rund um seinen Präsidenten wurde mit der Chefredaktion der Weekly Kontakt aufgenommen und Fragen über die Arbeit platziert.

Bei der Neulancierung dieses Magazins 2013 wurde im Titel das große FIFA auf ein kleines Logo im neuen Titel Weekly geschrumpft. Damals hieß es auch, dass Debatten mit Beteiligung der Leserschaft geplant seien und auf Grußworte oder Editorials durch den Präsidenten verzichtet würde. Heute finden sich im Heft keine Diskussionen mit der Leserschaft und regelmäßig schreibt Sepp Blatter seine Kolumnen.

Die Fragen an die Chefredaktion von Weekly bleiben unbeantwortet respektive man verwies uns an die Medienabteilung. Wir legten dort unser Anliegen mit den Fragen vor, das war vor rund einer halben Woche. Weder eine Absage noch ein Kommentar ging bis zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Zeilen ein.

Weekly von der FIFA kann man kostenlos auch online lesen, hier anklicken…